Die Frommen und die Menschen ohne Trauer
Imam Muhammad al-BÁqir (a.s.), der Nachkomme des wissenden und großartigen Propheten des Islam (s.a.s.), ist bekannt als BÁqir, d. h. jemand, der Wissen herauskristallisiert. In einer Freitagsansprache hat er nach dem Dank und der Lobpreisung Gottes und dem Gruß an den Propheten Gottes, Mu½ammad (s.a.s.), den Gläubigen Gottesfurcht und Frömmigkeit mit folgenden Worten empfohlen:
„O Diener Gottes, ich rate euch zur Gottesfurcht und Frömmigkeit, und ich warne euch vor der Strafe Gottes; Gott errettet diejenigen, die gottesfürchtig sind, keine Gefahr kann sie bedrohen, und keine Trauer wird über sie kommen.“ (s. MaÈÁdir al-farÍqÍn, S. 165).
Man könnte diesen Satz stundenlang erklären und interpretieren, aber ich möchte hier nur kurz erwähnen, dass Gott von dem Menschen, der fromm und gottesfürchtig ist und sich von Sünde und Schlechtigkeit fernhält, Trauer und Gefahren fernhalten wird. In vierzehn Qur’anversen sagt Gott, dass die frommen Menschen keine Angst und Furcht überkommen wird. Das ist die wesentliche Eigenschaft der Gottesfürchtigen, die in den Versen des Qur’an beschrieben wird, wie in diesen Beispielen:
„…über die also, die da glauben und sich bessern, soll keine Furcht kommen, noch sollen sie traurig sein.“ (Sure al-AnþÁm, Vers 48).
„…über diejenigen, die dann gottesfürchtig sind und gute Werke tun, soll keine Furcht kommen, noch sollen sie traurig sein.“ (Sure al-AþrÁf, Vers 35).
„Wisset, dass über Gottes Schützlinge keine Furcht kommen wird, noch sollen sie traurig sein.“ (Sure YÚnus, Vers 62).
„Wahrlich, die da sagen: ‚Unser Herr ist Gott’ und danach aufrichtig bleiben - keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie traurig sein.“ (Sure al-A½qÁf, Vers 13).
„Die Freunde werden an jenem Tage einer des anderen Feind sein, außer den Gottesfürchtigen. ‚O Meine Diener, keine Furcht soll euch an diesem Tage bedrücken, noch sollt ihr traurig sein.’“ (Sure az-Zu¿rÚf, Verse 67 und 68).
Die Gottesfürchtigen und Frommen, die im diesseitigen Leben keine Sünden und schlechten Taten begehen, die wird Gott erretten, und wie Imam BÁqir (a.s.) gesagt hat, von jeglicher Gefahr und Trauer fernhalten.
Nun wollen wir unser Thema über die Toleranz in den Überlieferungen fortsetzen.
Toleranz und Berufung der Propheten
Ein Punkt, den es in den islamischen Überlieferungen zu beachten gilt, ist die Verbindung zwischen der Berufung der von Gott zu den Menschen entsandten Propheten und der Toleranz. Zweifellos ist die Toleranz mit der Lebensweise der Propheten eng verbunden, und Gott empfiehlt allgemein allen Propheten und insbesondere dem letzten, Prophet Mu½ammad (s.a.s.), tolerantes Verhalten. Diese Empfehlung ist im Islam als der letzten himmlischen Religion so stark, dass der edle Prophet Mu½ammad (s.a.s) sagte:
„Ich wurde entsandt, um den Menschen gegenüber Toleranz zu üben.“
(Al-¹Ámiþu-È-Èa™Ír, Bd. 1, S. 486; Nahºu-l-faÈÁ½a)
Dieser Satz ist sehr wichtig. Die Berufung der Propheten geschieht um der Toleranz, d. h. der praktischen Anwendung der Toleranz willen. Ein Prophet, der das schöne Vorbild für alle Menschen ist, dessen größte Philosophie und dessen Entsendung hat die Toleranz den Menschen gegenüber zum Ziel, und das zeigt die Vervollständigung der Ethik, denn dazu wurde er entsandt; und das Zeichen der Vervollständigung dieser Ethik zeigt sich im Umgang mit seinen Gegnern und in der Toleranz, die er gegenüber seinen Feinden walten lässt.
Wie bereits gesagt, gehört Toleranz zur Lebensweise der Propheten, und der edle Prophet Mu½ammad (s.a.s) sagte als letzter Gesandter Gottes:
„Die Methode der Toleranz ist die Methode aller Propheten gewesen, und sie wurden von Gott beauftragt, den Menschen gegenüber tolerant zu sein und ihre Pflichten genau wahrzunehmen.“ (Bi½Áru-l-anwÁr, Bd. 75, S. 53).
„Gott hat mir Toleranz den Menschen gegenüber anempfohlen wie auch die Praktizierung der religiösen Pflichten.“ (UÈÚl al-KÁfÍ, Bd. 2, S. 117).
In einer anderen Überlieferung wird die Empfehlung zur Toleranz mit der Bekanntmachung seiner Botschaft verbunden:
„Ich wurde entsandt, um Toleranz gegenüber den Menschen zu üben und meine Botschaft bekannt zu geben.“ (MiÊkawatu-l-anwÁr, S. 117).
„Ich wurde entsandt, um den Menschen Toleranz zu zeigen.“ (Tu½af al-þuqÚl, S. 48).
Wie bereits erwähnt und aus den Aussprüchen des Propheten deutlich wurde, wurden alle Propheten entsandt, um Toleranz zu zeigen, und jeder Prophet hat diese Aufgabe seiner Zeit und seinem Ort entsprechend ausgeführt. Im Leben der Propheten sehen wir Beispiele für Toleranz und Geduld, und diese Toleranz wurde in den islamischen Überlieferungen nicht nur im Hinblick auf die Propheten beschrieben, die ein Buch gebracht haben, sondern auch hinsichtlich der anderen Propheten, und wir wollen einige Beispiele dafür anführen. Prophet Mu½ammad (s.a.s.) sagte über Prophet AyyÚb:
Prophet AyyÚb war der geduldigste Menschen, und er konnte seinen Zorn beherrschen.“
(Kanzu-l-þummÁl, ¼adÍÝ 32316).
Aber der edle Prophet Muhammad (s.a.s.) ist nicht nur das schönste Vorbild für die Muslime und die Araber und den Orient, sondern für alle Menschen. Ein besonderes Merkmal seiner Berufung besteht darin, dass er nicht nur für ein bestimmtes Volk entsandt wurde, sondern seine Botschaft ist für die ganze Welt. Er sagte:
„Vor mir hat jeder Prophet in der Sprache seines Volkes gesprochen und wurde für dieses bestimmte Volk entsandt. Aber Gott hat mich mit der arabischen Sprache und für alle Menschen geschickt und nicht für ein bestimmtes Volk von Weißen oder Farbigen.“ (Bi½Áru-l-anwÁr, Bd. 16, S. 316).
In einer anderen Überlieferung von ihm heißt es:
„Gott hat mir Eigenschaften gegeben, die die Propheten vor mir nicht hatten; ich wurde entsandt zu den Weißen, Roten und Farbigen; meine Botschaft ist für alle Menschen und nicht für ein bestimmtes Volk oder einen bestimmten Stamm.“
Es ist nicht zutreffend, wenn wir einen solchen Propheten als „Propheten des Islam“ bezeichnen, denn seine Berufung galt der Toleranz der Menschen und sein Verhalten und seine Lebensweise manifestieren die höchste Stufe dieser Eigenschaft. Aischa, die Frau des Propheten (s.a.s.) sagte über ihn:
Er war der freundlichste und am meisten geehrte Mensch.“ (AÔ-ÓabiqÁt al-KubrÁ, Bd. 1, S. 365).
Und ImÁm þAlÍ (a.s.) sagte über den Propheten (s.a.s.):
„Sein Wesen, seine Gewohnheit und seine Moral zeigten Freundlichkeit gegenüber den Menschen.“ (MakÁrim al-A¿lÁq, Bd. 1, S. 51).
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