Eine Auswahl der Ratschläge des geehrten Propheten des Islam aus dem Buch „Tohaft ol Oghul”

Diese Hadithe wurden von seiner Exzelenz Ayatollah Seyyid Ali Khamenei zusammengetragen.
 


 
Tohaft ol Oghul Seite 45:

Die besten von euch sind diejenigen, die den Menschen am besten begebnen, eine freundliche Miene machen, damit die Leute sich dafür interessieren, mit ihnen Freundschaft zu schließen. Diese Überlieferung besagt nicht, dass einer, der seinen religiösen Pflichten nicht nachkommt aber freundlich ist, dem, der seine religiösen Pflichten nachkommt aber nicht freundlich ist, zu bevorzugen sei, sondern der Sinn der Sache besteht darin, dass der Gläubige, der seinen Pflichten nachkommt und auch freundlich ist, dem Gläubigen, der nicht freundlich ist zu bevorzugen sei.

23. Sitzung, 2. Nov. 1999


 Tofat ol Oghul, Seite 40

Die Natur stellt eine weltliche Erscheinung dar, die sich ständig verändert. Man sollte nicht daran glauben, dass Reichtum, Rang und Gesundheit sich nach unserem Willen richten und bis zum Ende des Lebens bestehen bleiben, sondern man könnte sie uns nehmen. In dieser Hadith vertritt der Prophet die Auffassung, es wäre besser, dass man nicht darauf hofft. Damit meint er die tadelnswerte Welt, das heißt diejenige, die der Mensch nur für sich und seine Begierden erwünscht, nicht die Dinge, die man zur Erfüllung seiner Pflichten, zum Aufbau und für gute Taten erwerben sollte.

20.Sitzuntg, 7.Nev.1999


 Tohfat ol Oghul

Wer am Morgen aufsteht und die Genugtuung Gottes keinen Platz in seinen Motivationen und Absichten hat, gehört nicht zum Heer Gottes und wer am frühen Morgen aufsteht und gegenüber den Interessen und Übeltaten der Menschen und muslimischen Gesellschaft gleichgültig ist, gehört nicht zu den wahren Muslimen. Man könnte sich in verschiedenen Bereichen mit den Angelegenheiten der Muslime befassen. Das Beste ist dabei, sich mit den Angelegenheiten der islamischen Umma, Ehre, Stärke und Regierung der Muslime zu befassen. Ein weiterer Fall besteht darin, dass man sich der Deckung der Bedürfnisse von Unterprivilegierten und Bedürftigen widmet. Wer sich ohne weiteres und mit Interesse erniedrigen lässt, gehört nicht zu meiner Familie. Zu bemerken ist, dass die Unterwerfung und Erniedrigung nicht nur gegenüber mächtigen Politikern geschieht, sondern es gibt auch Erniedrigung gegenüber den Reichen und Kapitalisten. Man darf sich für Habsucht und vergängliche, irdische Güter nicht erniedrigen lassen. In einer Überlieferung heißt es: Der Gläubige akzeptiert alles außer Erniedrigung.

21.Sitzung, 11.Jan.2000


 Predigten und Weisheiten von Imam Ali, Friede sei mit ihm (1. Imam der Schiiten)

Tohfat ol Oghul, Seite 218

Freundlichkeit und gute Manieren ziehen die Leute an und sorgen für Vertraulichkeit und Sympathie. Dieser Hadith ist für alle Verantwortungsträger in der islamischen Staatsordnung, insbesondere für die Geistlichen, die eine Verantwortung in einer Behörde oder Institution innehaben von großer Bedeutung. Denn die Menschen, die zur Erledigung einer Angelegenheit vorsprechen, befinden sich aus der Sicht der Überzeugung nicht auf gleicher Ebene. Da besteht also die Möglichkeit, dass sich einer von denen nur durch eine unfreundliche oder gleichgültige Begegnung sein Interesse für die Religion verliert oder seine Überzeugung schwächer wird.
Im Gegensatz dazu trägt die Freundlichkeit dazu bei, dass er zum Islam optimistisch eingestellt und angezogen wird.

39. Sitzung


 Tohfat ol Oghul, Seite 222

Wer von diesen vier Eigenschaften Abstand nimmt, seien es eine Person oder eine Anzahl Funktionsträger bzw. Direktoren in der Gesellschaft, wird mit keinem unangenehmen Vorfall konfrontiert:
1. Eile: Entschluss fassen bzw. etwas tun, ohne zu Zögern und alles aufmerksam durch den Kopf gehen zu lassen.
2. Hartnäckigkeit ist eine der gefährlichen Probleme und Unglücke. Sie stellt das Pochen auf Unrecht bei Begebenheiten dar, bei denen da man etwas gesagt hat bzw. eine Stellung bezogen hat, nicht bereit ist sich zurückzuziehen, auch wenn das Gegenteil erwiesen wird.
3. Ambition und Überheblichkeit, bei denen man seine Schwächen nicht sieht und seine guten Eigenschaften überbewertet.
4. Fahrlässigkeit und Trägheit: Alles von heute auf morgen verschieben.

Ich habe in den langen Jahren die Erfahrung gemacht und bin zu diesem Schluss gelangt, dass diese Worte des Imam Ali, Friede sei mit ihm auch tatsächlich eine vollkommene Weisheit darstellen und alle Schäden, mit denen die Gesellschaft konfrontiert wurde durch diese Eigenschaften in Erscheinung getreten sind. Gott rette und entferne uns von diesen.

40.Sitzung


 Tohfat ol Oghul, Seite 224

Es gibt in den Manieren des natürlichen (unausgebildeten) Menschen Taktlosigkeiten und Unschicklichkeiten. Der Mensch ist verpflichtet, diese Unbeholfenheiten zu beseitigen und in seinen Manieren einen Ausgleich zu schaffen. Beispielweise seine Mutigkeit in Tapferkeit zu verwandeln und nicht gestatten, das sie zu Tollkühnheit entartet. Dies sollte durch das Kenntnis der Eigenschaften, Planung und Fleiß in die Tat umgesetzt werden. Denn undurchdachte und zeitweilige Entschlüsse sind wirkungslos. Allerdings gibt es einen Faktor und wenn man sich dies aneignet, geschieht eine große Umwälzung im Gemüt des Menschen. Dieser Faktor ist nämlich das Liebe zu Gott. Wenn das menschliche Herz die Neigung zu Gott findet, legt man den Weg, den man in Hundert Jahren schreiten könnte, in eine Nacht zurück. In der folgenden Passage heißt es, gewöhnt euch an Sanftmut und Toleranz. Sanftmut bedeutet nicht nur Abstandnehmen von Ärger, sondern auch Erlangung von Kapazität. Man sollte von den Dingen, die ihn aufregen bzw. zur Ambition verhelfen oder ihm absurde Freude bereiten, Abstand nehmen.

41.Sitzung


 Predigten von Ali ibn al Hossein (4.Imam der Schiiten)

Tohfat ol Oghul, Seite 280

Obwohl man auf die Ratschläge von anderen nicht verzichten sollte, stellen aber die Ratschläge, die vom Inneren des Menschen kommen, die besten dar. Wenn die anderen uns nicht beurteilen, heißt es nicht, dass auch wir uns nicht einschätzen sollten. Das Bewerten verhindert die Fehltritte in der Zukunft. Man sollte vor Gott, seinen Qualen und dem schlechten Verhalten des Menschen Furcht haben, nicht vor den Leuten und fragilen Mächten. Darüber hinaus sollte man stets vorsichtig sei, aber das heißt nicht, dass man von Aktivitäten ablassen sollte, sondern man sollte auf verschiedenen Szenen aktiv sein, aber immer enthaltsam und vorsichtig sein. Auch liegt die Bedeutung der Gottesfurcht darin.

42. Sitzung


 Tohfat ol Oghul, Seite 281

Viele Menschen lassen sich von Huldigungen beeindrucken. Man sollte sich aber nicht von den Beurteilungen anderer über sich selbst täuschen lassen und vom richtigen Urteil über sich selbst Abstand nehmen. Dies ist insbesondere für die Verantwortungsträger von Bedeutung. Darüber hinaus sollte man nicht darauf stolz werden, dass Gott seine Fehler bedeckt hat und glauben, dass seine schlechte Taten für immer verbergt werden. Denn es ist gut möglich, dass Gott diese auf dieser Welt enthüllt. Und wenn auch nicht im Diesseits, bei der Auferstehung (am Tag, an dem das Innere eins jeden Menschen auf den Tag tritt) enthüllt. Also dürfen wir nicht wegen der Lobpreisungen von anderen unsere richtige Beurteilung vernachlässigen.

43. Sitzung


 Tohfat ol Oghul, Seite 282

Der Grund dafür, dass der Imam die Keuschheit nach der Anbetung als beste Angelegenheit bei Gott bezeichnet und nicht auf andere Obliegenheiten und Gebetsformen wie das tägliche Pflichtgebet hinweist liegt darin, dass die Keuschheit den störenden Faktor ausschaltet. Denn der störende Faktor ist stets wirksamer als der vorbereitende. Es ist nämlich so, als wenn man nützliche und stärkende Speisen verzehrt, aber andererseits ständig ein Gift oder eine Bakterie in seinen Körper eintreten. Es liegt auf der Hand, dass diese Speisen keine Wirkung haben. Auch wenn man bei den spirituellen Fragen ständig betet, aber andererseits die Bakterie der Sünde in seine Seele aufnimmt, wird die Wirkung seiner Anbetung neutralisiert. Also ist das Ablassen von Sünden wichtiger als Beten. Deshalb führt der Teufel den Menschen vielmehr in Versuchung zu sündigen, weniger zum Ablassen vom Beten, denn wenn sich die Sünde eines Menschen bemächtigt, wird sein Beten nicht zur Annäherung führen.

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