Belegte Zunge

Unsere Zunge ist für das Sprechen, Schmecken und Schlucken unverzichtbar. Doch an der Zunge lässt sich auch erkennen, ob unser Körper gesund ist oder nicht: Ist die Zunge belegt, brennt und schmerzt sie oder ist geschwollen, kann dies einen wichtigen Hinweis auf eine körperliche Erkrankung liefern. Wir erklären, wie eine gesunde Zunge aussehen sollte, was hinter einem weißen, gelben oder braunen Zungenbelag steckt und was Sie tun können, wenn die Zunge weh tut oder geschwollen ist.

Funktion der Zunge

Die Zunge hat für uns Menschen gleich mehrere wichtige Funktionen. Zunächst einmal spielt sie eine wichtige Rolle beim Essen: Sie sorgt nämlich dafür, dass die Nahrung im Mund bewegt wird. Dadurch kann die Nahrung zerkleinert und eingespeichelt werden. Beim Schlucken sorgt die Zunge dann dafür, dass die zerkleinerte Nahrung in den Rachen geschoben wird.

Doch die Zunge ist nicht nur für die Verarbeitung der Nahrung, sondern auch für das Schmecken von Bedeutung: Insgesamt werden fünf verschiedene Geschmacksarten unterschieden: süß, sauer, bitter, salzig und unami – das so viel wie herzhaft-wohlschmeckend bedeutet. Heute weiß man, dass es keine festen Geschmackszonen gibt. Allerdings werden die verschiedenen Geschmacksarten in bestimmten Bereichen besonders stark wahrgenommen:

  • Süß an der Zungenspitze
  • Sauer und salzig an den Zungenrändern
  • Bitter im hinteren Zungenbereich
  • Unami in der Zungenmitte

Neben Schmecken und Schlucken ist die Zunge auch für das Sprechen unverzichtbar. Denn viele Laute könnten nicht ohne die Hilfe der Zunge gebildet werden. So lässt etwa bei Parkinson-Patienten, bei denen die Beweglichkeit der Zunge im Laufe der Zeit häufig abnimmt, die Qualität der Aussprache nach.

Zunge und Gesundheit

Unsere Zunge spiegelt den Gesundheitszustand unseres Körpers wieder: Liegt eine Erkrankung vor, ist dies gar nicht so selten an der Zunge zu erkennen. Deswegen ist es wichtig, dass Sie Ihre Zunge regelmäßig kontrollieren – am besten stellen Sie sich dazu vor einen Spiegel mit Tageslicht.

Idealerweise überprüfen Sie den Zustand Ihrer Zunge direkt morgens nach dem Aufstehen, noch bevor Sie sich die Zähne putzen oder einen Kaffee trinken. Schauen Sie, ob Ihnen Veränderungen bezüglich der Farbe oder der Form auffallen. Wenn Sie etwas Besorgniserregendes entdecken, suchen Sie einen Arzt auf – am besten einen Allgemeinmediziner oder einen Zahnarzt.

Wenn die Zunge belegt ist

Im gesunden Zustand ist unsere Zunge blassrot, glatt und feucht. Sie ist mit einem dünnen weißlichen Belag überzogen, der aus Keimen, Nahrungsresten und alten Zellen besteht. Beim Essen oder durch eine sorgfältige Mundhygiene wird dieser Belag jedoch normalerweise abgerieben.

Ist die Zunge stark belegt, deutet dies meist auf eine Erkrankung des Körpers hin. Je nach Farbe des Zungenbelages kommen unterschiedliche Erkrankungen in Frage:

  • Weißer Zungenbelag: Ein dicker, weißer Zungenbelag deutet häufig auf Magen-Darm-Probleme hin. Er kann aber auch im Rahmen einer Erkältung auftreten. Befindet sich der weiße Belag lediglich rechts und links der Mittelrinne, kann auch eine Störung der Bauchspeicheldrüse die Ursache darstellen.
  • Gelblicher Zungenbelag: Ist die Zunge leicht gelblich belegt, ist vermutlich eine Pilzinfektion der Auslöser. Häufig tritt dabei zusätzlich ein pelziges Gefühl im Mund auf. Etwas kräftigere Gelbtöne können dagegen auf eine Störung der Galle oder der Leber hindeuten.
  • Roter Zungenbelag (Himbeerzunge): Eine rote Zunge tritt häufig bei Infektionskrankheiten wie beispielsweise Scharlach auf. Typischerweise weist die Zunge dann außerdem kleine Verdickungen auf. Treten weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Schmerzen im Bereich der Rippen auf, kann auch eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes, der Leber oder des Herzens die Ursache sein. Brennt die Zunge zusätzlich, deutet dies auf eine Zungenentzündung hin. Daneben ist es auch denkbar, dass die rote Zunge durch einen Vitamin B-12-Mangel verursacht wird.
  • Brauner Zungenbelag: Ein brauner Zungenbelag wird meist durch Störungen im Darmbereich ausgelöst. Ist die Zunge zusätzlich geschwollen, kann auch eine Nierenschwäche die Ursache darstellen. Ein bräunlicher Belag auf der Zunge kann jedoch auch durch bestimmte Lebensmittel oder Genussgifte hervorgerufen werden.
  • Grauer Zungenbelag: Ist die Zunge gräulich verfärbt, kann dies auf einen Eisenmangel oder eine Blutarmut hindeuten.
  • Schwarzer Zungenbelag: Ein schwarzer Zungenbelag wird auch als ‚Haarzunge‘ bezeichnet, da die Zunge durch eine Veränderung der Zungenpapillen wie behaart aussieht. Ein solcher Belag kann als Nebenwirkung einer Antibiotikabehandlung auftreten. Daneben kann eine Haarzunge aber auch auf ernste Erkrankungen, die mit einer deutlichen Schwächung des Immunsystems einhergehen, hindeuten.

 

Geschwollene Zunge

Brennende Zunge (Glossodynie)

Etwa zwei bis drei Prozent der Deutschen leiden hin und wieder unter Zungenbrennen. Besonders häufig sind Frauen in den Wechseljahren betroffen. Bei einigen treten die Beschwerden dauerhaft, bei anderen nur sporadisch auf. Das Brennen macht sich in der Regel vor allem an den Seiten sowie an der Spitze der Zunge bemerkbar. Oft kommt es neben den Schmerzen noch zu weiteren Symptomen wie Mundtrockenheit, Geschmacksstörungen sowie einem pelzigen Gefühl im Mund.

Ursachen einer brennenden Zunge

Hinter dem brennenden Gefühl auf der Zunge können sich verschiedene Ursachen verbergen. Zu diesen gehören in erster Linie Erkrankungen oder Störungen in der Mundhöhle oder an den Zähnen – beispielsweise Karies, Mundschleimhaut- oder Zahnfleischentzündungen sowie schlecht sitzende Zahnprothesen. Ebenso können eine Kontakt- oder eine Lebensmittelallergie sowie ein Pilzbefall die Beschwerden hervorrufen.

Daneben ist es aber auch möglich, dass das brennende Gefühl auf der Zunge durch innere Erkrankungen oder Erkrankungen des Nervensystems ausgelöst wird. Zu den möglichen Ursachen zählen somit unter anderem auch Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Erkrankungen des Verdauungsapparates, Multiple Sklerose und Neuropathien. Ebenso können ein Eisen- sowie ein Vitamin-B12-Mangel zu einer brennenden Zunge führen. Daneben sind auch psychische Ursachen denkbar.

Entzündete Zunge

Ist die Zunge entzündet, treten meist verschiedene Symptome gemeinsam auf: Die Zunge ist geschwollen, gerötet, sie schmerzt und ist häufig mit Bläschen übersät. Ursache einer Zungenentzündung sind ähnlich wie beim Zungenbrennen häufig örtliche Reizungen – etwa durch Zahnkanten. Aber auch Vitamin- und Eisenmangel, Diabetes oder Lebererkrankungen können zu einer entzündeten Zunge führen. Um die ersten Beschwerden zu lindern, ist das Gurgeln mit Kamillen- oder Salbeitee empfehlenswert.

Liegen auf der Zunge gutartige entzündliche Veränderungen der Oberflächenstruktur vor, wird dies als Landkartenzunge bezeichnet. Auf der Zunge bilden sich nämlich landkartenähnliche Veränderungen: Es entstehen rote Flecken, die von einem weißlichen Saum umrandet sind. Teilweise tritt eine Landkartenzunge ohne weitere Symptome auf, häufig machen sich jedoch zudem brennende Schmerzen bemerkbar. Oft liegt gleichzeitig auch noch eine Faltenzunge vor, die durch tiefe Einkerbungen auf der Zunge gekennzeichnet ist.

Geschwollene Zunge

Schwillt die Zunge plötzlich stark an, ist schnelles Handeln gefragt. Dann ist nämlich häufig eine allergische Reaktion, die lebensbedrohliche Konsequenzen haben kann, die Ursache. In einem solchen Fall sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Ist die Zunge vor allem an dem Rändern geschwollen und entstehen an den Seiten Zahnabdrücke, kann dies unter anderem auf eine Erkrankung der Leber oder eine Unterfunktion der Schilddrüse hindeuten. Daneben kann die Schwellung auch durch eine Erkrankung des Magen-Darm-Bereichs ausgelöst werden. Auch hier empfiehlt es sich, die Ursache ärztlich abklären zu lassen.

Bläschen und Pickel auf der Zunge

Bilden sich kleine Bläschen auf der Zunge, handelt es sich hierbei häufig um Aphten. Aphten rufen Entzündungen in der Schleimhaut hervor, die in der Regel nach einigen Tagen von selbst wieder verschwinden. Sie haben einen milchigen Farbton und sind von einem rötlichen Rand umgeben. Um die Symptome zu lindern, sind schmerzstillende Cremes sowie desinfizierende Lösungen geeignet.

Daneben können kleine Bläschen oder Pickel auf der Zunge aber auch einen Hinweis auf Magen-Darm-Probleme, Allergien sowie ein geschwächtes Immunsystem liefern. Wenn die Beschwerden länger anhalten, sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Zunge reinigen

Neigt Ihre Zunge dazu stark belegt zu sein, sollten Sie sie regelmäßig reinigen. Auf natürlichem Wege können feste Lebensmittel dazu beitragen, Nahrungsreste und alten Zellen auf der Zunge abreiben. Daneben können Sie Ihre Zunge auch mit einer besonders weichen Zahnbürste oder einem speziellen Zungen-Schaber säubern. Achten Sie dabei stets darauf, die Zunge von hinten nach vorne zu reinigen.

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