Körpersignale richtig deuten

Ein fahler Teint und brüchige Nägel: Haut, Augen, Haare & Co. verraten viel über mögliche Mangelerscheinungen oder Erkrankungen. Stumpfe Haare können auf eine schlechte Ernährung hinweisen, eingerissene Mundwinkel auf Bakterien. Äußere Symptome können früh ein Signal geben, dass unsere Gesundheit nicht intakt ist. Deswegen sollten Sie stets auf die Warnsignale Ihres Körpers achten!

Blasse Haut

Wer unter einem fahlen Teint leidet, sollte an die frische Luft gehen und Sonnenlicht tanken, so die landläufige Meinung. Doch anhaltende Blässe kann auch auf eine körperliche Störung hindeuten. Vor allem wenn auch die Schleimhäute betroffen sind, etwa im Mund, und wenn weitere Symptome wie Abgeschlagenheit oder Appetitlosigkeit hinzukommen.

So kann ein zu niedriger Blutdruck, aber auch eine Blutarmut (Anämie) die Ursache sein. Ein solcher Mangel an roten Blutkörperchen tritt zum Beispiel auf, wenn dem Körper wichtige Nährstoffe für die Blutbildung fehlen, etwa Vitamin B12 sowie Folsäure oder Eisen. Auch eine unbemerkte, anhaltende Blutung durch ein Magengeschwür kann dahinterstecken. Färbt sich die Haut gelblich, deutet das in den meisten Fällen auf eine Gelbsucht hin, die wiederum ein Anzeichen für eine Leber-, Gallen- oder Blutkrankheit sein kann.

Eingerissene Mundwinkel

Die geröteten, schuppenden und oft brennenden Entzündungen am Mund sind lästig und heilen oft nur schlecht ab. Sie können durch Pilze, Bakterien und Viren hervorgerufen werden oder wenn die Haut permanent zu feucht ist, etwa durch häufiges Belecken der Lippen mit der Zunge.

Oft ist aber auch ein Eisen- oder Vitaminmangel für die rissigen Lippen verantwortlich. Hier spielt die Versorgung mit Vitamin B2 eine wichtige Rolle, das vor allem in Milchprodukten, Eiern und Fleisch steckt. Wer immer wieder unter den Rissen leidet, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen. Salben gegen Pilze etc. oder Cremes, die die Mundwinkel trocken halten, können Abhilfe schaffen.

Gelbe Augen

Nimmt die weiße Lederhaut der Augen einen gelblichen Farbton an, ist Vorsicht geboten: Ursache ist der Gallenfarbstoff Bilirubin, der auf eine schwere Erkrankung wie Hepatitis, Leberzirrhose oder Bauchspeicheldrüsenkrebs hinweisen kann. Sehen Sie eine Gelbfärbung der Augen, gehen Sie sofort zu Ihrem Hausarzt – und nicht zum Augenarzt, da keine Augenerkrankung die Ursache ist.

Verfärbte oder verformte Fingernägel

Feine Längsrillen sind eine harmlose Alterserscheinung. Breite, einzelne Längsrillen können dagegen auf einen Nageltumor hinweisen. Rissartige Querfurchen treten bei einem zeitweise gestörten Nagelwachstum auf, etwa nach einer schweren Erkrankung. Weiße Flecken oder Streifen sind meist harmlos und auf kleine Verletzungen bei der Maniküre zurückzuführen – sie wachsen nach und nach heraus. Selten sind Pilzinfektionen die Ursache, die sich meist bräunlich äußern.

Sogenannte Milchglasnägel sind dagegen trübe und fast komplett weiß. Hat sich die Eintrübung erst im Alter gebildet, kann das auf eine chronische Lebererkrankung hindeuten. Uhrglasnägel sind stark nach außen gewölbt – ein Anzeichen für einen Sauerstoffmangel im Körper.

Spröde, dünne Haare und Haarausfall

Dauerhafter Stress kann die Haare stumpf und spröde machen. Wird die Mähne auf dem Kopf auch noch dünn und fallen Haare aus, ist das für viele auch optisch eine Belastung. Als Ursache kommen hormonelle Umstellungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, eine Unterfunktion der Schilddrüse, aber auch ein Mangel an wichtigen Haarbausteinen wie Eisen, Zink, Kupfer, Biotin und Eiweiß, etwa infolge einseitiger Ernährung oder Diäten, infrage.

Ob ein Mangel an Nährstoffen schuld ist, lässt sich mit einem Bluttest beim Arzt klären. Entsprechende Präparate und eine Ernährungsumstellung können den Mangel ausgleichen.

Belegte Zunge

Ein gewisser Belag auf der Zunge ist normal und meist bedingt durch Nahrungsreste und harmlose Keime. Sie lassen sich mit einem Zungenschaber gut beseitigen. Starker weißer Belag kann auf Infekte oder Mundpilz (Soor) hinweisen. Typisch für Mundsoor sind weiße Beläge, die sich anfangs leicht abstreifen lassen und dann gerötete, schmerzempfindliche Stellen freilegen.

Unästhetisch, aber harmlos ist die sogenannte schwarze Haarzunge. Sie äußert sich in vergrößerten, dunkelgrün bis schwarzen Geschmacksknospen. Ursache ist vermutlich eine veränderte Mundflora, etwa durch Antibiotika oder Niacinmangel. Hilfreich kann ein Zungenschaber und das Lutschen von Vitamin-C-Tabletten sein.

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