Sure Al Ma'idah (Tisch) Verse 4- 6

Der Vers 4 der 5. Sure, Sure Al Ma'idah bedeutet in seiner Übersetzung: (5: 4- 6)

يَسْأَلُونَكَ مَاذَا أُحِلَّ لَهُمْ ۖ قُلْ أُحِلَّ لَكُمُ الطَّيِّبَاتُ ۙ وَمَا عَلَّمْتُم مِّنَ الْجَوَارِحِ مُكَلِّبِينَ تُعَلِّمُونَهُنَّ مِمَّا عَلَّمَكُمُ اللَّـهُ ۖ فَكُلُوا مِمَّا أَمْسَكْنَ عَلَيْكُمْ وَاذْكُرُوا اسْمَ اللَّـهِ عَلَيْهِ ۖ وَاتَّقُوا اللَّـهَ ۚ إِنَّ اللَّـهَ سَرِيعُ الْحِسَابِ
„(Prophet!) sie fragen dich, was ihnen erlaubt ist. Sag: Erlaubt sind euch die guten Dinge. Und esst das Wild, das beutegreifende Tiere gefasst haben, die ihr - wie Gott es euch gelehrt hat - abgerichtet habt, und sprecht den Namen Gottes darüber aus! Und fürchtet Gott! Gott ist schnell im Abrechnen." (5: 4) 

In den vorhergehenden Versen der Sure Al Ma'idah war von den Dingen, deren Verzehr verboten ist, die Rede. Hier im Vers 4 heißt es nun: Das Fleisch von jedem Tier, außer dem, was zuvor genannt wurde, ist euch erlaubt, ob ihr es selber jagt und schlachtet oder ob ein beutegreifendes Tier es für euch fasst, und zu euch bringt. Bemerkenswert ist, dass Gott in diesem Vers auf das Abrichten von Tieren hinweist, dass es im Grunde Gott ist, der die Menschen lehrt, wie sie ein Tier etwas lehren können und dass es Gott ist, der dem Menschen wilde Tiere gefügig gemacht hat, so dass sie ihm gehorchen und dienen.

Wir entnehmen auch diesem Vers zwei Punkte:
Erstens: Das generelle Prinzip für Speisen lautet: alles was rein und gut ist, ist erlaubt mit Ausnahme von dem, was konkret verboten wurde.
Zweitens: Beim Essen müssen wir Gottesfurcht üben. Das heißt wir müssen uns dessen enthalten, was Gott verboten hat. Gott rechnet schnell über den Verstoß gegen diese Verbote ab.

Der nächste Vers der Sure Al Ma'idah - Vers 5 - ist auch wieder relativ lang, hier die Übersetzung:

الْيَوْمَ أُحِلَّ لَكُمُ الطَّيِّبَاتُ ۖ وَطَعَامُ الَّذِينَ أُوتُوا الْكِتَابَ حِلٌّ لَّكُمْ وَطَعَامُكُمْ حِلٌّ لَّهُمْ ۖ وَالْمُحْصَنَاتُ مِنَ الْمُؤْمِنَاتِ وَالْمُحْصَنَاتُ مِنَ الَّذِينَ أُوتُوا الْكِتَابَ مِن قَبْلِكُمْ إِذَا آتَيْتُمُوهُنَّ أُجُورَهُنَّ مُحْصِنِينَ غَيْرَ مُسَافِحِينَ وَلَا مُتَّخِذِي أَخْدَانٍ ۗ وَمَن يَكْفُرْ بِالْإِيمَانِ فَقَدْ حَبِطَ عَمَلُهُ وَهُوَ فِي الْآخِرَةِ مِنَ الْخَاسِرِينَ
„Heute sind euch die guten Dinge (zu essen) erlaubt. Und was diejenigen essen, die die Schrift (vor euch) erhalten haben, ist für euch erlaubt, und (ebenso) was ihr eßt, für sie. Und (zum Heiraten sind euch erlaubt) die ehrbaren gläubigen Frauen und die ehrbaren Frauen von den Schriftbesitzern, wenn ihr ihnen ihre Morgengabe gebt, (wobei ihr euch) als ehrbare Männer und nicht als solche, die Unzucht treiben und sich Liebschaften halten (zu verhalten habt). (Wer nicht glaubt), dessen Werke sind hinfällig. Und im Jenseits gehört er zu denen, die den Schaden haben." (5: 5)

Dieser Vers bezieht sich sowohl auf Gebote für die Speisen als auch die Heirat mit Frauen der Schriftbesitzer (Juden und Christen). Bis auf den Verzehr von Fleisch, für den die zuvor genannten besonderen Bedingungen erfüllt sein müssen, können die Muslime also die Speisen der Schriftbesitzer auch essen.
Den Muslimen wird mit diesem Vers auch erlaubt, andersgläubige Frauen zu wählen. Dies sollte jedoch nach den für Muslime allgemein gültigen Regeln fürs Heiraten vonstatten gehen.
Aus dem Vers 5 der Sure Al Ma'idah entnehmen wir, dass den Muslimen auch Speisen und Frauen der anderen Schriftbesitzer erlaubt sind, wenn sie sich an die Gebote des Islam halten.

Die Übersetzung des Verses 6 der Sure 5 lautet nun:

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِذَا قُمْتُمْ إِلَى الصَّلَاةِ فَاغْسِلُوا وُجُوهَكُمْ وَأَيْدِيَكُمْ إِلَى الْمَرَافِقِ وَامْسَحُوا بِرُءُوسِكُمْ وَأَرْجُلَكُمْ إِلَى الْكَعْبَيْنِ ۚ وَإِن كُنتُمْ جُنُبًا فَاطَّهَّرُوا ۚ وَإِن كُنتُم مَّرْضَىٰ أَوْ عَلَىٰ سَفَرٍ أَوْ جَاءَ أَحَدٌ مِّنكُم مِّنَ الْغَائِطِ أَوْ لَامَسْتُمُ النِّسَاءَ فَلَمْ تَجِدُوا مَاءً فَتَيَمَّمُوا صَعِيدًا طَيِّبًا فَامْسَحُوا بِوُجُوهِكُمْ وَأَيْدِيكُم مِّنْهُ ۚ مَا يُرِيدُ اللَّـهُ لِيَجْعَلَ عَلَيْكُم مِّنْ حَرَجٍ وَلَـٰكِن يُرِيدُ لِيُطَهِّرَكُمْ وَلِيُتِمَّ نِعْمَتَهُ عَلَيْكُمْ لَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ
„Ihr Gläubigen! Wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (vorher) das Gesicht und die Hände bis zu den Ellbogen und streicht euch über den Kopf und die Füße bis zu den Knöcheln. Und wenn ihr unrein seid, dann nehmt eine (entsprechende) Reinigung vor! Und wenn ihr krank seid oder auf einer Reise oder (wenn) einer von euch vom Abort kommt oder (wenn) ihr mit einer Frau in Berührung gekommen seid und kein Wasser findet (um die entsprechende Waschung vorzunehmen), so wendet euch sauberem Erdboden zu und streicht euch mit etwas davon über das Gesicht und die Hände!
(Ihr Gläubigen!) Gott will euch nichts auferlegen, was (euch) bedrückt. Vielmehr will er euch rein machen und seine Gnade an euch vollenden. Vielleicht würdet ihr dankbar sein."
(5: 6)

In den vorherigen Versen der Sure 5 hat Gott über Dinge gesprochen, deren Verzehr erlaubt oder verboten ist. Der 6.Vers dieser Sure sagt nun:
Seid Gott gegenüber dankbar, denn Er stellt euch allen Segen zur Verfügung und Er ermöglicht, dass ihr auch eure Begierden befriedigen könnt.
Verrichtet das Gebet, aber bevor ihr vor Gott tretet, bereitet nicht nur die Seele sondern auch den Körper darauf vor. Wascht bei der rituellen Gebetswaschung (Wudhu) Gesicht und Hände und streicht über den Kopf und die Fussrücken. Reinigt euren Körper wenn es nötig ist, auch durch die rituelle Vollkörperreinigung (Ghusl).
Weiter heißt es in diesem Vers: Normalerweise sind euch Wudhu oder Ghusl vorgeschrieben. Aber Gott möchte es euch nicht schwer machen, und wenn ihr diese Waschungen nicht vornehmen könnt, zum Beispiel weil es euch wegen einer Krankheit nicht möglich ist, oder weil ihr auf Reisen seid, oder weil ihr kein Wasser in eurer Nähe findet, so könnt ihr die symbolische Reinigung mit sauberer Erde (Tayammum) vornehmen. Dies soll euch auch daran erinnern, dass ihr aus Erde entstanden seid und wieder zur Erde zurückkehrt.
Beginnt also mit solchen Gedanken erfüllt andächtig das Gebet zu eurem Schöpfer.

Der 6. Vers der Sure Al Ma'idah lehrt uns also:
Erstens: Seelische und körperliche Verunreinigungen sind ein Hindernis auf dem Weg in Gottes Nähe. Reinheit dagegen ist die Voraussetzung für die Gottesanbetung.
Zweitens: Der Islam drängt den Menschen nicht in eine Sackgasse, und die religiösen Gebote werden unter bestimmten Umständen erleichtert. Aber sie werden nicht völlig aufgehoben.
Drittens: Die göttlichen Gebote des Islam sind mit der Natur verknüpft. Die rituellen Waschungen Wudhu und Ghusl werden mit Wasser vorgenommen, und das Tayammum mit sauberer Erde. Die Gebetszeiten richten sich nach dem Auf- und Untergang der Sonne, und die Gebetsrichtung wird durch die Beobachtung von Sonne und Sternen festgestellt. Die Monate werden nach den Mondphasen bestimmt.

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