Sure Al Ma'idah (Tisch) Verse 7- 11

Zu Beginn dieses Beitrages steht der Vers 7 der Sure 5, Sure Al Ma'idah, er bedeutet: (5: 7- 11)

وَاذْكُرُوا نِعْمَةَ اللَّـهِ عَلَيْكُمْ وَمِيثَاقَهُ الَّذِي وَاثَقَكُم بِهِ إِذْ قُلْتُمْ سَمِعْنَا وَأَطَعْنَا ۖ وَاتَّقُوا اللَّـهَ ۚ إِنَّ اللَّـهَ عَلِيمٌ بِذَاتِ الصُّدُورِ
„Und gedenket der Gnade, die Gott euch erwiesen, und der Verpflichtung, die Er euch auferlegt hat, (damals) als ihr sagtet: „Wir hören und gehorchen'! Und fürchtet Gott! Gott weiß Bescheid über das, was die Menschen in ihrem Innern (an Gedanken und Gesinnungen) hegen." (5: 7) 

In den vorherigen Versen hat Gott Gebote für die richtigen Speisen, familiäre Fragen, und die täglichen Gebete gegeben, in diesem Vers heißt es nun: Die Rechtleitung, die Gott euch Gläubigen gab, ist eine seiner größten Segensgaben. Wisst es zu schätzen, und seid euch immer dieses Segens bewußt.
In der Sure Al Ma'idah, war im Vers 3 auf die Ernennung Imam Alis als Nachfolger des Propheten hingewiesen worden und es hieß, dass durch diese Ernennung die Religion und der Segen Gottes vollendet wurde. Hier nun in dem 7. Vers werden die Gläubigen aufgefordert, den großen Segen göttlicher Führung zu schätzen und dafür dankbar zu sein. Sie werden daher auch im Zusammenhang mit dem Hinweis in Vers 3 gemahnt: Ihr habt gehört, dass der Prophet in Ghadir Ali zu seinem Nachfolger ernannt hat und habt den Treueid geschworen. So bleibt diesem Bündnis treu.

Folgendes lässt sich aus dem Vers 7 der Sure 5 ableiten:
Erstens: Der Segen: „Islam und göttliche Führung" steht höher als jeder materielle Segen und die Muslime sollten sich immer dieses Segens bewusst sein.
Zweitens: Gott hat allen Muslimen ein Bekenntnis abgenommen, damit sie sich verpflichtet fühlen, seinen Geboten zu folgen. Jedes Versäumnis in dieser Beziehung ist ein Bruch mit diesem Bündnis.

Der nächste Vers, Vers 8, der Sure 5, lässt sich wie folgt übersetzen:

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا كُونُوا قَوَّامِينَ لِلَّـهِ شُهَدَاءَ بِالْقِسْطِ ۖ وَلَا يَجْرِمَنَّكُمْ شَنَآنُ قَوْمٍ عَلَىٰ أَلَّا تَعْدِلُوا ۚ اعْدِلُوا هُوَ أَقْرَبُ لِلتَّقْوَىٰ ۖ وَاتَّقُوا اللَّـهَ ۚ إِنَّ اللَّـهَ خَبِيرٌ بِمَا تَعْمَلُونَ
„Ihr Gläubigen! Steht (wenn ihr Zeugnis ablegt) Gott gegenüber als Zeugen für die Gerechtigkeit ein!. Und der Haß, den ihr gegen (gewisse) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, dass ihr nicht gerecht seid. Seid gerecht! Das entspricht eher der Gottesfurcht. Und fürchtet Gott! Er ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut." (5: 8)

Eine ähnliche Koranstelle gab es bereits in der Sure 4, im Vers 135. Dort rät Gott, dass die Gläubigen aufgrund der Gerechtigkeit Zeugnis ablegen sollen, auch wenn es zu ihrem Nachteil oder zum Nachteil ihrer Angehörigen ist. Hier, im Vers 8 der Sure 5 heißt es nun: Ihr sollt sogar die Feinde gerecht behandeln, und niemals Recht und Gerechtigkeit beiseite stellen. Nicht, dass euer Hass auf die Feinde euch zur Rache verleitet und die Rechte anderer verletzt werden. Ob Freund oder Feind, ihr müsst beim Umgang mit anderen immer an die Gebote Gottes denken, nicht an euch. Gott sieht alles und belohnt und straft nach den Prinzip der göttlichen Gerechtigkeit.

Folgende weitere Punkte lassen sich ebenso aus Vers 8 der Sure 5 entnehmen:
Erstens: Soziale Gerechtigkeit ist nur bei Glaube an Gott und Befolgung seiner Gebote möglich.
Zweitens: Gerechtigkeit ist nicht nur ein moralischer Wert, sondern eine göttliche Anweisung für alle Angelegenheiten des Lebens: im Privatbereich, im gesellschaftlichen Bereich, im Umgang mit Freunden und beim Verhalten gegenüber Feinden.
Drittens: Gottesfurcht erfordert, dass wir uns von ethnischem und rassistischem Denken fernhalten, denn aus diesem gehen Ablehnung und Hass hervor.

Die Übersetzung der Verse 9 und 10 der Sure 5, Sure Al Ma'idah lautet:

وَعَدَ اللَّـهُ الَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ ۙ لَهُم مَّغْفِرَةٌ وَأَجْرٌ عَظِيمٌ
„Gott hat denen, die glauben und tun, was recht ist, versprochen, dass ihnen (dereinst) Vergebung und gewaltiger Lohn zuteil wird." (5: 9)

وَالَّذِينَ كَفَرُوا وَكَذَّبُوا بِآيَاتِنَا أُولَـٰئِكَ أَصْحَابُ الْجَحِيمِ
„Diejenigen aber, die ungläubig sind und unsere Zeichen für Lüge erklären, werden Insassen des Höllenbrandes sein." (5: 10)

Diese beiden Verse kommen in derselben oder ähnlicher Form immer wieder im Koran vor. In ihnen wird auf einen wichtigen Punkt hingewiesen. Es heißt nämlich, dass die Strafe und der Lohn Gottes auf Unglauben bzw. Glauben, und auf schlechtes bzw. gutes Verhalten zurückgehen. Gott ist mit keiner Gruppe und keinem Volk verwandt, so dass Er sie bevorzugen und andere benachteiligen würde. Gott sagt, seid gerecht und gottesfürchtig, dann seid ihr wahrhaft Gläubige und werdet ins Paradies einkehren, anderenfalls werdet ihr zu den Ungläubigen gehören und mit ihnen die Verdammnis betreten.
Wir lernen daraus:
Erstens: Das Paradies wird den Gläubigen und die Hölle den Ungläubigen verheißen. An den Verheißungen Gottes ist nichts zu ändern.
Zweitens: Durch gute Werke können Sünden wieder gut gemacht werden. Auf diesem Wege kann der Mensch die Vergebung Gottes finden und auf seinen Lohn hoffen.

Der nun folgende Vers, Vers 11, der Sure Al Ma'idah lautet übersetzt:

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اذْكُرُوا نِعْمَتَ اللَّـهِ عَلَيْكُمْ إِذْ هَمَّ قَوْمٌ أَن يَبْسُطُوا إِلَيْكُمْ أَيْدِيَهُمْ فَكَفَّ أَيْدِيَهُمْ عَنكُمْ ۖ وَاتَّقُوا اللَّـهَ ۚ وَعَلَى اللَّـهِ فَلْيَتَوَكَّلِ الْمُؤْمِنُونَ
„Ihr Gläubigen! Gedenket der Gnade, die Gott euch erwiesen hat, (damals) als eine Gruppe (von Feinden) die Hand nach euch ausstreckte (um euch etwas anzutun), worauf Gott ihre Hand von euch zurückhielt! So fürchtet Gott! (Wisset) Auf Gott sollen die Gläubigen vertrauen." (5: 11)

In der Geschichte des Islam ist es oft vorgekommen, dass die Feinde der Muslime durch verschiedenste Pläne und das Auslösen von Konflikten und Kriegen den Islam vernichten wollten. Aber Gott hat die Muslime geschützt und die Pläne der Feinde vereitelt. Im Vers 11 der Sure 5 werden die Gläubigen daran erinnert, sich immer dieser göttlichen Huld zu erinnern. Und um sich dankbar zu erweisen, sollen sie gläubig und gottesfürchtig denken und handeln, dann wird Gott ihnen weiter aus dem Unsichtbaren Beistand senden.
Die Gläubigen sollen wissen: Anstatt sich auf menschliche Mächte zu verlassen und sich vor ihnen zu fürchten oder auf ihre Versprechungen zu hoffen, sollen sie sich nur auf die unendliche Macht Gottes stützen, sollen nur ihn fürchten. Dann erreichen sie eine solche Macht, dass sie in Vertrauen auf Gott gegenüber allen scheinbar großen menschlichen Mächten Widerstand leisten können.
Wieder können wir zwei Punkte aus diesem Koranvers entnehmen:
Erstens: Wenn der Mensch an den Segen und die Gnade Gotttes denkt, kann er sich von falschem Stolz und Hochmut freihalten und bleibt wachsam. Dadurch wächst auch seine Liebe zu Gott.
Zweitens: Es ist eine der größten Gnaden Gottes gegenüber den Muslimen, dass Er sie vor den zahllosen Feinden geschützt hat. Und die Gläubigen sollten sich in Wort und Tat dankbar dafür zeigen.

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