Sure Al Ma'idah (Tisch) Verse 89- 91

Dieser Koranbeitrag beginnt mit einer Übersetzung des Verses 89 der Sure Al Ma'idah, sie lautet: (5: 89- 91)

لَا يُؤَاخِذُكُمُ اللَّـهُ بِاللَّغْوِ فِي أَيْمَانِكُمْ وَلَـٰكِن يُؤَاخِذُكُم بِمَا عَقَّدتُّمُ الْأَيْمَانَ ۖ فَكَفَّارَتُهُ إِطْعَامُ عَشَرَةِ مَسَاكِينَ مِنْ أَوْسَطِ مَا تُطْعِمُونَ أَهْلِيكُمْ أَوْ كِسْوَتُهُمْ أَوْ تَحْرِيرُ رَقَبَةٍ ۖ فَمَن لَّمْ يَجِدْ فَصِيَامُ ثَلَاثَةِ أَيَّامٍ ۚ ذَٰلِكَ كَفَّارَةُ أَيْمَانِكُمْ إِذَا حَلَفْتُمْ ۚ وَاحْفَظُوا أَيْمَانَكُمْ ۚ كَذَٰلِكَ يُبَيِّنُ اللَّـهُ لَكُمْ آيَاتِهِ لَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ 
„Gott belangt euch nicht wegen des Geredes in euren Eiden. Er belangt euch vielmehr, wenn ihr eine eidliche Bindung eingeht (und diese dann nicht haltet). Die Sühne dafür besteht darin, dass man zehn Arme beköstigt, so wie ihr gewöhnlich eure Angehörigen beköstigt, oder sie kleidet oder einen Sklaven in Freiheit setzt. Und wenn einer keine Möglichkeit findet, hat er drei Tage zu fasten. Das ist die Sühne für eure Eide, wenn ihr schwört (und hierauf eidbrüchig werdet). Gebt acht auf eure Eide! So macht Gott euch seine Verse klar. Vielleicht würdet ihr dankbar sein." (5: 89) 

In einer der vorhergehenden Suren hieß es, dass eine Gruppe von Muslimen sich schworen, auf genügend Schlaf und gutes Essen zu verzichten und sich von ihren Ehefrauen zurückzuziehen, da sie durch die Schilderungen über das Jüngste Gericht in Angst und Schrecken versetzt worden waren.
Aber der Prophet mahnte sie und sagte, der Islam kennt keine Isolierung von den anderen und kein Mönchtum. Da fragten sie, wir haben aber geschworen, dass wir dies tun werden. Was sollen wir jetzt machen?
Da wurde dem Propheten der Vers 89 der Sure 5 offenbart in dem es hieß: Weil ihr etwas geschworen habt, was nicht richtig ist, ist es ungültig und Gott wird euch deswegen nicht zur Rechenschaft ziehen. Aber ihr müsst wissen, ihr solltet nicht einfach schwören, denn ein Schwur verpflichtet und einen Eid zu brechen ist nicht nur Sünde, sondern muss auch gesühnt werden.

Einer der Vorzüge des Islam ist, dass wenn jemand eine Sünde begeht oder einen Eid bricht, dieser die Sühne in der islamischen Gemeinschaft ableisten muss, in dem er entweder Arme speist oder bekleidet, oder einen Sklaven oder Gefangenen freikauft. Erst wenn er nicht eine dieser Möglichkeiten hat, ist ihm dreitägiges Fasten auferlegt.

Wir leiten aus diesem Vers in der Sure 5 folgende Punkte ab:
Erstens: Da Gott Fehler der Menschen verzeiht und wie in diesem Beispiel von ihrer Eiden absieht, sollten auch wir die Fehler der anderen verzeihen und nicht nachtragend sein.
Zweitens: Die islamischen Gesetze dienen auch im Bereich der Bestrafung und Sühne der Bekämpfung von Armut.
Drittens: Dem Sünder wird es ermöglicht, eine Strafe, die er erfüllen kann, auszusuchen.
Viertens: Wir sollten die Heiligkeit von Gottes Namen wahren und entweder nicht bei Seinem Namen schwören oder wenn wir dies tun, diesen Schwur einhalten, denn sonst müssen wir dafür ‚kaffareh', nämlich Sühne leisten.

Der nächste Vers, nämlich Vers 90 der Sure Al Ma'idah lautet in Deutsch folgendermaßen:

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِنَّمَا الْخَمْرُ وَالْمَيْسِرُ وَالْأَنصَابُ وَالْأَزْلَامُ رِجْسٌ مِّنْ عَمَلِ الشَّيْطَانِ فَاجْتَنِبُوهُ لَعَلَّكُمْ تُفْلِحُونَ 
„Ihr Gläubigen! Wein, das Losspiel, Opfersteine (Götzen) und Lospfeile sind (ein wahrer) Greuel und des Satans Werk. Meidet es! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen." (5: 90)

Der Islam erschien in einer Welt, in der die Götzenanbeterei, das Glücksspiel und das Trinken von Wein weit verbreitet waren. Der Koran bezeichnet diese Situation der Gesellschaft als erste Zeit der Unwissenheit. Glücksspiel und Alkohol sind auch heute auf der Welt verbreitet und es gibt Götzenanbeterei in neuen Formen. Von diesem Werk des Satans muss sich der Gläubige fern halten. Alles, was ein unvernünftiges Handeln zur Folge hat, ist im Islam untersagt. Da Wein und Alkohol die Vernunft ausschalten, verbietet der Islam diese. Glücksspiele geben dem Menschen die Illusion, ohne Anstrengung zu Besitz zu gelangen, aber diese Illusion wird nur selten wahr. Und wenn jemand dabei gewinnt, so hat dieser Gewinn keinen Segen für ihn.
Die Araber liebten den Wein, und sie wären nicht bereit gewesen, auf einmal ganz darauf zu verzichten. Deshalb erfolgte ein stufenweises Verbot für das Weintrinken. Eine dieser Stufen war, dass der Islam jemanden der Wein trinkt mit den Götzenanbetern gleich setzte.

Wir entnehmen dem zitierten Koranvers:
Erstens: Alkohol wurde vom Islam verboten, weil er für den Menschen schädigend wirkt, ob er nun die Seele und den Geist trübt oder den Körper schädigt.
Zweitens: Eine Vorbedingung für echten Glauben ist es, sich von schlechtem Tun zu distanzieren. Gottesanbetung alleine reicht nicht aus, wir müssen auch unsere Triebe beherrschen.
Drittens: Alle Gebote des Islam dienen dazu, dass der Mensch selig und gerettet wird, auch wenn es uns manchmal nicht leicht fällt ein Gebot einzuhalten. Diese Gebote sollen uns veredeln und sind zu unserem Vorteil.

Nun schließt die Übersetzung des Verses 91 der Sure Al Ma'idah an:

إِنَّمَا يُرِيدُ الشَّيْطَانُ أَن يُوقِعَ بَيْنَكُمُ الْعَدَاوَةَ وَالْبَغْضَاءَ فِي الْخَمْرِ وَالْمَيْسِرِ وَيَصُدَّكُمْ عَن ذِكْرِ اللَّـهِ وَعَنِ الصَّلَاةِ ۖ فَهَلْ أَنتُم مُّنتَهُونَ
„Der Satan will (ja) durch Wein und das Losspiel nur Feindschaft und Hass zwischen euch aufkommen lassen und euch vom Gedenken Gottes und vom Gebet abhalten. Wollt ihr denn nicht (damit) aufhören?" (5: 91)

Im Vers 90 hat Gott das Losspiel oder Glücksspiel und das Weintrinken als Werk Satans bezeichnet und im Vers 91 heißt es: Der Satan will durch diese beiden Dinge zwischen euch spalten und unter euch Feindschaft verbreiten. Er will darüber hinaus auch eure Beziehung zu Gott stören. Er möchte, dass ihr das tägliche Gebet vergesst und, dass ihr vergesst Gottes zu gedenken.
Der Wein/Alkoholkonsum hat für den Menschen zahlreiche körperliche und psychisch-seelische Krankheiten zur Folge. Der Koran begründet das Alkoholverbot auch noch mit zwei anderen Folgeerscheinungen, nämlich den sozialen Schädigungen und den Störungen der Religiosität und des Glaubens der Menschen.

An dieser Stelle können wir noch ergänzen:
Erstens: Jeder der Hass und Feindschaft unter den Menschen sät, hat ein diabolisches Wesen, und kann als „Teufel in Menschengestalt" betrachtet werden.
Zweitens: Das tägliche Gebet ist das höchste Zeichen für ein Gott-Eingedenk-Sein. Alles was den Menschen davon abhält Gottes zu gedenken, ist abzulehnen und wir müssen darauf verzichten, selbst wenn es ganz normale Dinge sind, wie zum Beispiel ein profitables Handelsgeschäft.

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