Sure Al Ma'idah (Tisch) Verse 95- 97

Dieser Koranbeitrag beginnt mit Vers 95 der Sure 5, hier die Übersetzung in Deutsch: (5: 95- 97)

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا تَقْتُلُوا الصَّيْدَ وَأَنتُمْ حُرُمٌ ۚ وَمَن قَتَلَهُ مِنكُم مُّتَعَمِّدًا فَجَزَاءٌ مِّثْلُ مَا قَتَلَ مِنَ النَّعَمِ يَحْكُمُ بِهِ ذَوَا عَدْلٍ مِّنكُمْ هَدْيًا بَالِغَ الْكَعْبَةِ أَوْ كَفَّارَةٌ طَعَامُ مَسَاكِينَ أَوْ عَدْلُ ذَٰلِكَ صِيَامًا لِّيَذُوقَ وَبَالَ أَمْرِهِ ۗ عَفَا اللَّـهُ عَمَّا سَلَفَ ۚ وَمَنْ عَادَ فَيَنتَقِمُ اللَّـهُ مِنْهُ ۗ وَاللَّـهُ عَزِيزٌ ذُو انتِقَامٍ  
„Ihr Gläubigen! Tötet kein Wild, während ihr euch (bei der Wallfahrt) im Weihezustand befindet! Wenn einer von euch vorsätzlich (Wild) tötet, ist eine Buße an Vieh fällig, gleich(wertig) dem, was er getötet hat, worüber zwei gerechte Zeugen von euch entscheiden sollen. (Diese Buße hat er zu entrichten) als Opfertiere, die der Kaaba zuzuführen sind. Oder Zur Wiedergutmachung (anstelle des Tieropfers) soll er Arme speisen, oder fasten, damit er die bösen Folgen seiner Handlungsweise zu spüren bekommt. Was bereits geschehen ist, rechnet Gott (aber) nicht an. Aber wenn einer es wieder tut, wird Gott es an ihm vergelten. Gott ist mächtig. Er hat die Macht zur Vergeltung." (5: 95) 

Zuvor schon hieß es, dass Gott Gebote für die Hadschpilger erlassen hat, um sie zu prüfen. Zum Beispiel ist es ihnen verboten, im Weihezustand auf die Jagd zu gehen. Dies wird noch einmal in diesem Vers betont und es wird erklärt, was derjenige zu tun hat, der vorsätzlich auf die Jagd geht und dieses Gebot verletzt.
Als Sühne muss er ein Tieropfer bringen. Das geopferte Tier muss dem erlegten Tier gleichwertig sein, und er muss es an der Kaaba opfern und das Fleisch unter den Armen verteilen. Und wenn er kein solches Opfer bringen kann, dann soll er den Armen anstelle von Fleisch andere Speisen bringen. Er muss mindestens 60 Arme sättigen und wenn er dazu nicht in der Lage ist, muss er 60 Tage lang fasten, um den Hunger der Armen zu verspüren.

Wir entnehmen diesem Koranvers:
Erstens: Wenn sich der Mensch im Weihezustand der Pilgerreise befindet, müssen nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere vor ihm sicher sein.
Zweitens: Schlimmer als ein Verstoß, ist die bewusste Absicht dazu. Durch die bewusste Absicht wird der Verstoß schwerwiegender und entsprechend ist auch die Sühne dafür härter.
Drittens: Viele Gesetze der islamischen Rechtsordnung sind darauf ausgerichtet die Versorgung der Bedürftigen sicher zu stellen und die Armut zu bekämpfen.

Der Inhalt des Verses 96 der Sure 5 lautet wie folgt:

أُحِلَّ لَكُمْ صَيْدُ الْبَحْرِ وَطَعَامُهُ مَتَاعًا لَّكُمْ وَلِلسَّيَّارَةِ ۖ وَحُرِّمَ عَلَيْكُمْ صَيْدُ الْبَرِّ مَا دُمْتُمْ حُرُمًا ۗ وَاتَّقُوا اللَّـهَ الَّذِي إِلَيْهِ تُحْشَرُونَ 
„Erlaubt ist euch (auch während der Wallfahrtszeit), Fische zu fangen (wie: das Wild des Meeres zu jagen) und sie zu verspeisen, euch und den Reisenden zu Nutz. Aber verboten ist euch das Jagen auf dem Festland, solange ihr euch im Weihezustand befindet. Und fürchtet Gott, zu Dem ihr (dereinst) versammelt werdet!" (5: 96)

In diesem Koranvers erlaubt Gott den Fischfang und das Essen von Fischen während der Wallfahrt.
Mit solchen Anweisungen stellt Gott den Glauben und die Gottesfurcht auf die Probe, sodass deutlich wird, in welchem Maße die Menschen sich seinem Befehl unterwerfen und in welchem Maße sie lieber ihren persönlichen Wünschen und Trieben nachgehen. Gott verbietet manches, lässt aber einen Weg offen und erlaubt anderes.

Aus dem Vers 96 der Sure Al Ma'idah können wir folgendes lernen:

Erstens: Die Tiere des Meeres sind nicht nur für die Küstenbewohner bestimmt, sondern alle haben Anspruch darauf.
Zweitens: Die Jagd ist erlaubt, wenn sie der Ernährung dient, aber zum Vergnügen ist sie verboten.
Drittens: Die Beachtung der Tatsache, dass es den Jüngsten Tag gibt und alle vor das göttliche Gericht kommen hält die Menschen von Sünde und Ungehorsam gegenüber Gott ab.

Im Vers 97 der Sure 5, Sure Al Ma'idah, können wir wie folgt lesen:

جَعَلَ اللَّـهُ الْكَعْبَةَ الْبَيْتَ الْحَرَامَ قِيَامًا لِّلنَّاسِ وَالشَّهْرَ الْحَرَامَ وَالْهَدْيَ وَالْقَلَائِدَ ۚ ذَٰلِكَ لِتَعْلَمُوا أَنَّ اللَّـهَ يَعْلَمُ مَا فِي السَّمَاوَاتِ وَمَا فِي الْأَرْضِ وَأَنَّ اللَّـهَ بِكُلِّ شَيْءٍ عَلِيمٌ
„Gott hat die Kaaba, das heilige Haus, zum Bestand und zur Stütze für die Menschen gemacht, und (ebenso) den heiligen Monat und die Opfertiere und die Weihopfertiere. Dies damit ihr wisset, dass Gott (alles) weiß, was im Himmel und auf der Erde ist, und dass Er über alles unterrichtet ist." (5: 97)

In den vorhergehenden Versen wurden einige Gebote für die Hadschpilger behandelt, in diesem Vers wird nun über die Kaaba - das heilige Haus, um das sich die Hadschpilger versammeln - gesprochen. Es wird auf ihre Bedeutung für den Fortbestand der Menschen hingewiesen - nämlich, dass dieses Haus Zentrum für Gottesanbetung, Sicherheit, Einheit und Erkenntnis - und damit alles ist, was dem Bestand und dem Halt der Menschheit dient.
Die Kaaba ist ein Haus, dessen Unantastbarkeit bewahrt werden muss, ganz besonders in den Tagen der Pilgerreise, sie ist ein heiliger Ort.
Der Monat der großen Pilgerreise (Dhu l-Hiddscha) ist heilig und in ihm sind, wie in den anderen heiligen Monaten (Dhu l-Qa'da, Muharram und Radschab), Krieg und Blutvergießen verboten. Auch die Tiere, die bereits für die Opferdarbringung ausgesucht sind sowie die, welche noch nicht für diesen Zweck markiert wurden, sind zu achten.
Der Weiterbestand der Hadschzeremonien und der Schutz der Pilger, die zum Hause Gottes kommen, hängen davon ab, dass diese Versammlung von (inzwischen) Millionen von Muslimen im heiligen Monat vor jeglicher Auseinandersetzung bewahrt bleibt.
Die Zeremonien der Pilgerreise (Hadsch) zeigen das unendliche Wissen Gottes, der alles weiß und kennt, während aufgrund des begrenzten menschlichen Wissens niemals Gebote erstellt werden können, die alle Aspekte mit einbeziehen.
Aus diesem Koranvers können wir folgendes lernen:
Erstens: Im Islam sind bestimmte Orte und Zeiträume heilig und unantastbar. Die Beachtung ihrer Unantastbarkeit führt zur Festigung und zum Fortbestand der menschlichen Gesellschaft.
Zweitens: Die Al-Haram-Moschee, in deren Hof sich die Kaaba befindet, und der Ort des Tieropfers bei der Pilgerreise, sind Symbole des Gott-Dienens und des Lebensunterhaltes, sie sichern also geistiges und weltliches Leben der Menschen. Der Islam schenkt beiden Aspekten des menschlichen Lebens während der Hadschzeremonien Bedeutung.

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