Sure Al Ma'idah (Tisch) Verse 109- 113

In diesem Teil nun zunächst die Übersetzung der Verse 109 und 110 der Sure Al Ma'idah, der 5. Koransure: (5: 109- 113)

 يَوْمَ يَجْمَعُ اللَّـهُ الرُّسُلَ فَيَقُولُ مَاذَا أُجِبْتُمْ ۖ قَالُوا لَا عِلْمَ لَنَا ۖ إِنَّكَ أَنتَ عَلَّامُ الْغُيُوبِ
„Am Tag, da Gott die Gesandten versammelt und er dann sagt: `Was wurde euch (auf eure Botschaft) geantwortet? ` (Habt ihr Gehör gefunden?)'. Sie sagen: `Wir haben kein Wissen (darüber). Du (allein) bist es, der über die verborgenen Dinge Bescheid weiß!" (5: 109) 

إِذْ قَالَ اللَّـهُ يَا عِيسَى ابْنَ مَرْيَمَ اذْكُرْ نِعْمَتِي عَلَيْكَ وَعَلَىٰ وَالِدَتِكَ إِذْ أَيَّدتُّكَ بِرُوحِ الْقُدُسِ تُكَلِّمُ النَّاسَ فِي الْمَهْدِ وَكَهْلًا ۖ وَإِذْ عَلَّمْتُكَ الْكِتَابَ وَالْحِكْمَةَ وَالتَّوْرَاةَ وَالْإِنجِيلَ ۖ وَإِذْ تَخْلُقُ مِنَ الطِّينِ كَهَيْئَةِ الطَّيْرِ بِإِذْنِي فَتَنفُخُ فِيهَا فَتَكُونُ طَيْرًا بِإِذْنِي ۖ وَتُبْرِئُ الْأَكْمَهَ وَالْأَبْرَصَ بِإِذْنِي ۖ وَإِذْ تُخْرِجُ الْمَوْتَىٰ بِإِذْنِي ۖ وَإِذْ كَفَفْتُ بَنِي إِسْرَائِيلَ عَنكَ إِذْ جِئْتَهُم بِالْبَيِّنَاتِ فَقَالَ الَّذِينَ كَفَرُوا مِنْهُمْ إِنْ هَـٰذَا إِلَّا سِحْرٌ مُّبِينٌ 
„Gott sagte: `Jesus, Sohn der Maria! Gedenke meiner Gnade, die ich dir und deiner Mutter erwiesen habe, als ich dich mit dem heiligen Geist stärkte, so dass du (schon) in der Wiege zu den Leuten sprachst, und (später) als Erwachsener, und als ich dich die Schrift, die Weisheit, die Thora und das Evangelium lehrte, und (damals) als du mit meiner Erlaubnis aus Lehm etwas schufst, was so aussah wie ein Vogel, und hinein bliesest, so dass es mit meiner Erlaubnis (schließlich) ein Vogel war, und mit meiner Erlaubnis Blinde und Aussätzige heiltest, und als du mit meiner Erlaubnis Tote (lebendig aus dem Grab) herauskommen ließest, und als ich die Kinder Israels von dir zurückhielt (sodass sie dir nichts anhaben konnten), als du mit den klaren Beweisen zu ihnen kamst, worauf diejenigen von ihnen, die ungläubig waren, sagten: 'Das ist ganz offensichtlich Zauberei.'" (5: 110)

In diesem Koranvers geht es darum, wie Gott zu seinen Propheten über den Segen, den er ihnen und ihrem Volk geschickt hat, spricht. Es geht auch darum, ob und in welchem Maße das Volk den Propheten folgte.

Auf die Frage, in welchem Umfange die Menschen die durch die Propheten vermittelten Lehren anerkannten und danach handelten, sagten die Propheten: Nur Gott besitzt wahres Wissen. Er allein weiß völlig über die Menschen Bescheid. Wir Propheten wissen nicht was die Menschen nach uns getan haben.

Der Koran verweist auch auf ein Gespräch Gottes mit Jesus. Mit Vers 110 der Sure Al Ma'idah (Sure 5) beginnt dieses Gespräch und bis zum Ende der Sure 5 (Vers 120) handeln diese Koranverse von Jesus und einigen Begebenheiten in seinem Leben. Hiermit wird deutlich, wie groß der göttliche Segen ist, der Jesus zukam; ein Segen der schon in seiner Kindheit begann: Jesus wurde auf wunderbare Weise geboren, er vermochte schon in der Wiege zu sprechen. Er vermochte eine Lehmfigur in einen lebendigen Vogel zu verwandeln. Unheilbare heilte er und Tote erweckte er wieder zum Leben. Aber alle diese Wunder, die Jesus vollbrachte, konnte er nur vollbringen, weil Gott es so wollte.
Zum Schluss des Verses heißt es: Trotz all dieser Wunder haben diejenigen, die nicht bereit waren die Wahrheit anzuerkennen und zu glauben, gesagt: `Das ist doch nur Zauberei und Magie. `

Diesen beiden Versen der Sure 5 können wir mindestens 4 Punkte entnehmen:
Erstens: Wegen ihrer Keuschheit und Reinheit wurde Mariam (Maria) auserwählt eine besondere göttliche Huld zu erfahren und ein Kind zu gebären, das die Welt reformierte.
Zweitens: Der Atem Jesu hat einer leblosen Lehmfigur Leben gegeben, sie wurde ein Vogel und flog, aber Jesus konnte die Herzen der Ungläubigen nicht beleben.
Drittens: Gott verleiht besonderen Menschen - den großen Gottesfreunden -, die Ihm sehr nahe stehen, außergewöhnliche Kräfte, wie auch die Kraft zu heilen. Deshalb dürfen sich die Menschen an diese Gottesfreunde wenden und bei ihnen um Heilung ihrer Kranken bitten.
Viertens: Die Kinder Israels wollten Jesus töten, doch Gott ließ dies nicht zu, denn es heißt:'... und als ich die Kinder Israels von dir zurückhielt.'... Gott rettete Jesus vor ihnen.

Nun eine Übersetzung des nächsten Koranverses, Vers 111, Sure 5:

وَإِذْ أَوْحَيْتُ إِلَى الْحَوَارِيِّينَ أَنْ آمِنُوا بِي وَبِرَسُولِي قَالُوا آمَنَّا وَاشْهَدْ بِأَنَّنَا مُسْلِمُونَ 
„Und als ich den Jüngern eingab: Glaubt an Mich und an meinen Gesandten! Sie sagten: Wir glauben. Bezeuge, dass wir ergeben sind!" (5: 111)


Dieser Vers weist auf einen weiteren Segen hin, den Gott Jesus verlieh, nämlich: Gott hat die lauteren Menschen inspiriert, dass sie an Ihn glauben und auf Jesus hören sollen. Und sie haben sich dazu bekannt.
Wie in den Überlieferungen steht, hatte Jesus 12 Jünger, die ihm besonders treu waren. Sie bemühten sich den Menschen die Worte Gottes, die sie von Jesus gehört hatten, weiterzugeben und die Menschen von Sünden abzuhalten.

Folgende zwei Punkte entnehmen wir dem Vers 111 der Sure 5:
Erstens: Ein von der Sünde befreites, bereites Herz erfährt göttliche Eingebung und empfängt die Wahrheit direkt von ihrer Quelle.
Zweitens: Ein Zeichen für wahren Glauben ist es, sich den Geboten Gottes und den Anweisungen seiner Propheten zu unterwerfen. Der Glaube ist nicht vom Gehorsam zu trennen.

Nun heißt es in den Versen 112 und 113 der Sure 5 weiter:

إِذْ قَالَ الْحَوَارِيُّونَ يَا عِيسَى ابْنَ مَرْيَمَ هَلْ يَسْتَطِيعُ رَبُّكَ أَن يُنَزِّلَ عَلَيْنَا مَائِدَةً مِّنَ السَّمَاءِ ۖ قَالَ اتَّقُوا اللَّـهَ إِن كُنتُم مُّؤْمِنِينَ
„Als die Jünger sagten: `Jesus, Sohn der Maria! Kann dein Herr uns einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herab senden? ` Er, Jesus, sagte: `Fürchtet Gott, wenn ihr gläubig seid (und verlangt keine besonderen Wunderzeichen)!`" (5: 112)

قَالُوا نُرِيدُ أَن نَّأْكُلَ مِنْهَا وَتَطْمَئِنَّ قُلُوبُنَا وَنَعْلَمَ أَن قَدْ صَدَقْتَنَا وَنَكُونَ عَلَيْهَا مِنَ الشَّاهِدِينَ 
„Sie sagten: `Wir möchten von ihm (dem Tisch mit den Speisen) essen und ganz sicher sein und Gewissheit haben, dass du uns die Wahrheit gesagt hast, und darüber (den anderen Menschen gegenüber) Zeuge sein.`" (5: 113)

Die Jünger hatten also, nachdem sie sich durch Gottes Huld und mit Hilfe Seiner Eingebung zu Jesus bekannten, um ein weiteres Wunder gebeten, um ihren Glauben noch mehr zu festigen und zu innerer Gewissheit zu finden. Sie baten Jesus, dass Gott vom Himmel Speise für sie herabkommen lassen soll.
Auf Grund der Art und Weise wie sie darum baten, dachte Jesus, dass sie vielleicht an der Allmacht Gottes zweifeln. Daher sagte er:
Ihr habt euch doch zu Gott bekannt! Warum verlangt ihr nun so etwas?
Sie antworteten, das sie dadurch ihren Glauben stärken wollten, um so besser vor den Menschen bezeugen zu können, dass der Eine Gott, dessen Botschaft Jesus ihnen brachte, dieses Wunder getan hat.

Folgende Punkte können wir anhand dieses Verses aufzeigen:
Erstens: Der Glaube eines Menschen kann unterschiedlichen Grades sein, und er kann über mehrere Stufen zu innerer Gewissheit gelangen. Ein Gläubiger sollte immer darum bemüht sein, innere Gewissheit zu erreichen.
Zweitens: Der gläubige Mensch darf Gott nicht auf die Probe stellen und sagen: Wenn es Gott gibt, dann soll er das tun, um was ich ihn bitte. Der gläubige Mensch soll Gott bitten, dass er ihm zur inneren Gewissheit verhilft.

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