Sure Al Ma'idah (Tisch) Verse 114- 117

In diesem Teil werden die Verse 114 bis 117 der Sure Al Ma'idah erklärt. Sie gehören zu den letzten Versen der 5. Koransure. Zunächst der Vers 114 in einer Übersetzungsversion: (5: 114- 117)

قَالَ عِيسَى ابْنُ مَرْيَمَ اللَّـهُمَّ رَبَّنَا أَنزِلْ عَلَيْنَا مَائِدَةً مِّنَ السَّمَاءِ تَكُونُ لَنَا عِيدًا لِّأَوَّلِنَا وَآخِرِنَا وَآيَةً مِّنكَ ۖ وَارْزُقْنَا وَأَنتَ خَيْرُ الرَّازِقِينَ
„Jesus, der Sohn der Maria, sagte: Du unser Gott und Herr! Sende uns vom Himmel einen Tisch (mit Speisen) herab, der für uns von jetzt an bis in alle Zukunft eine Feier und ein Zeichen von dir sein wird! Und beschere uns den Unterhalt! Du kannst am besten bescheren`" (5: 114) 

In dem vorhergehenden Koranvers hieß es, dass die Jünger den Propheten Jesus baten, er solle beten, damit Gott vom Himmel Speise herabschicke. Sie sagten, dass ihr Glaube dadurch gestärkt würde und sie zu innerer Gewissheit finden wollten. Jesus vergewisserte sich, dass sie nicht nach Vorwänden suchen und etwa Gott auf die Probe stellen wollen. Dann betete er zu Gott und bat um die Herabsendung himmlischer Speise, damit es ein feierliches Geschehen für die Jünger sei und sie es denen, die nicht dabei waren, bezeugen können.

Wir lernen aus diesem Koranvers:
Bei irdischen Dingen wie dem Essen sollten wir aber nicht die spirituelle Seite außer Acht lassen. Beim Essen sollten wir daran denken, dass Gott uns dieses als Lebensunterhalt gewährt und es auch Zeichen seiner Macht ist. Deshalb sollten wir dankbar sein und die durch die Nahrung gewonnene Energie auch im Sinne Gottes verbrauchen.

Nun eine Übersetzung des Verses 115 der Sure Al Ma'idah:

قَالَ اللَّـهُ إِنِّي مُنَزِّلُهَا عَلَيْكُمْ ۖ فَمَن يَكْفُرْ بَعْدُ مِنكُمْ فَإِنِّي أُعَذِّبُهُ عَذَابًا لَّا أُعَذِّبُهُ أَحَدًا مِّنَ الْعَالَمِينَ 
Gott sagte: `Ich will ihn euch hinab senden. Und wenn einer von euch nachträglich (oder danach) nicht glaubt (und dieses Wunder leugnet), werde ich ihn auf eine Weise bestrafen, wie ich niemanden der Weltenbewohner bestrafe. `" (5: 115)

Während Jesus viele Wunder mit Erlaubnis Gottes vollbrachte und ohne, dass jemand darum gebeten hätte, baten in diesem Fall die Jünger selber um ein Wunder.
Gott mahnte daher: Nicht, dass einer von euch danach an der Wahrhaftigkeit von Jesus und der Wunder die er getan hat zweifelt.
Aber in den Überlieferungen heißt es, dass einige dennoch ungläubig waren. Dies zeigt wie undankbar der Mensch trotz aller göttlichen Segensgaben sein kann.

Aus dem Vers 115 lernen wir:
Erstens: Die Verantwortung der Wissenden ist größer als die der Unwissenden. Diejenigen, die auf Grund von Wissen und Zeugnissen die Wahrheit erkennen, werden, wenn sie sie dennoch leugnen, eine harte Strafe zu erwarten haben.
Zweitens: Wer größere Erwartungen hat, muss auch eine größere Verpflichtung übernehmen und hat eine größere Verantwortung.

Die Übersetzung von Vers 116 der Sure 5 in die deutsche Sprache lautet:

وَإِذْ قَالَ اللَّـهُ يَا عِيسَى ابْنَ مَرْيَمَ أَأَنتَ قُلْتَ لِلنَّاسِ اتَّخِذُونِي وَأُمِّيَ إِلَـٰهَيْنِ مِن دُونِ اللَّـهِ ۖ قَالَ سُبْحَانَكَ مَا يَكُونُ لِي أَنْ أَقُولَ مَا لَيْسَ لِي بِحَقٍّ ۚ إِن كُنتُ قُلْتُهُ فَقَدْ عَلِمْتَهُ ۚ تَعْلَمُ مَا فِي نَفْسِي وَلَا أَعْلَمُ مَا فِي نَفْسِكَ ۚ إِنَّكَ أَنتَ عَلَّامُ الْغُيُوبِ 
„Und als Gott sagte: `Jesus, Sohn der Maria! Hast du zu den Leuten gesagt: `Nehmt euch außer Gott mich und meine Mutter zu Göttern!?` Er sagte: `Gepriesen seiest du! Ich darf nichts sagen, wozu ich kein Recht habe. Wenn ich es (tatsächlich doch) gesagt hätte, wüsstest du es. Du weißt Bescheid über das, was ich in mir hege. Aber ich weiß über das, was Du in Dir hegst, nicht Bescheid. Du (allein) bist es, der über die verborgenen Dinge Bescheid weiß." (5: 116)

Dieser Vers ist ein Gespräch zwischen Gott und dem ehrwürdigen Propheten Jesus, am Jüngsten Tag und Gott fragt Jesus, ob er zu den Menschen gesagt habe, dass sie ihn und seine Mutter anbeten sollen.
Hiermit weist der Koran indirekt auf eine Gruppe von Christen - zur Zeit des Propheten Mohammad, a.s., hin -, die behauptete, Maria sei eine Göttin. Sie knieten vor ihrer Statue nieder und beteten sie an.

Dem Vers 116 entnehmen wir:
Erstens: Jesus selber lehnt es ab, dass er zu einem Gott oder als Gottes Sohn erhoben wird.
Zweitens: So groß Propheten auch sein mögen, sie bleiben Menschen und können nicht Gott sein.
Drittens: Das Wissen des Menschen, und auch das Wissen der Propheten, ist eingeschränkt. Aber das Wissen Gottes ist uneingeschränkt: Er weiß über alles Bescheid. Er weiß auch das, was im Verborgenen liegt.

Der Vers 117 der Sure Al Ma'idah lässt sich wie folgt übersetzen:

مَا قُلْتُ لَهُمْ إِلَّا مَا أَمَرْتَنِي بِهِ أَنِ اعْبُدُوا اللَّـهَ رَبِّي وَرَبَّكُمْ ۚ وَكُنتُ عَلَيْهِمْ شَهِيدًا مَّا دُمْتُ فِيهِمْ ۖ فَلَمَّا تَوَفَّيْتَنِي كُنتَ أَنتَ الرَّقِيبَ عَلَيْهِمْ ۚ وَأَنتَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ شَهِيدٌ
„(Herr!) Ich habe ihnen nur gesagt, was Du mir befohlen hast: `Dienet Gott, meinem und eurem Herrn! ` Und ich war Zeuge über sie, solange ich unter ihnen weilte. Nachdem Du mich abberufen hattest, warst Du es, der über sie wachte. Du bist über alles Zeuge.'" (5: 117)

In Fortsetzung des Gespräches zwischen Gott und Jesus am Jüngsten Tag, bekennt Jesus sich zu seinem Auftrag und sagt, dass er ausschließlich zum Glauben an den Einen Gott aufgerufen hat. Es leuchtet ein, dass Gott genau sieht, was seine Propheten tun und jeden Irrtum verhindert. Deshalb ist dies indirekt eine Mahnung an die Anhänger von Jesus, damit es für sie deutlich wird, dass er nie von der Dreifaltigkeit gesprochen hat. Vielmehr hat Jesus immer dazu aufgerufen, nur den Einen Gott anzubeten.

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