Sure An Nissa (Frauen) Verse 104- 109

Die Übersetzung des Verses 104 der Sure An Nissa heißt: (4: 104- 109)

وَلَا تَهِنُوا فِي ابْتِغَاءِ الْقَوْمِ ۖ إِن تَكُونُوا تَأْلَمُونَ فَإِنَّهُمْ يَأْلَمُونَ كَمَا تَأْلَمُونَ ۖ وَتَرْجُونَ مِنَ اللَّـهِ مَا لَا يَرْجُونَ ۗ وَكَانَ اللَّـهُ عَلِيمًا حَكِيمًا 
"(Ihr Gläubigen,) Und lasst (beim Djihad) nicht nach, den Feind aufzusuchen (und zum Kampf zu stellen)! Wenn ihr (unter den Beschwerden des Krieges) zu leiden habt, so hat er (ebenso darunter) zu leiden wie ihr. Ihr aber habt von seiten Gottes zu erhoffen, was er nicht zu erhoffen hat. Gott weiß Bescheid und ist weise." (4: 104) 

Nach der Niederlage der Muslime im Uhud-Krieg fassten die Ungläubigen von Mekka den Entschluss, die Stadt Medina anzugreifen, um alle Muslime und den Islam zu vernichten. Aber dem Propheten wurde der Vers 104 geoffenbart. Da gab er Anordnung, dass sich alle auf den nächsten Kampf vorbereiten, sogar die Verletzten. Die Mekkaner erfuhren davon und sahen von einem erneuten Angriff ab.
Dieser Vers weist auf einen wichtigen Punkt hin, nämlich darauf, dass im Krieg auf beiden Seiten Menschen sterben, verletzt oder gefangen genommen werden. Wichtig ist folgendes: Das Heer der Muslime kann auf die Hilfe Gotes hoffen, aber nicht so das Heer der Ungläubigen. Es hat keinen Schutz. Die Gläubigen, die verletzt werden und sterben, erhalten eine so große Belohnung wie das Paradies, aber die Ungläubigen die nicht an den Tag des Jüngsten Gerichtes glauben, finden keinen guten Ausgang wenn sie sterben.

Wir lernen aus diesen Koranversen:
Erstens: Die Muslime sollen sich nicht aufgrund von Niederlagen gegenüber den Feinden geschwächt fühlen und die Hoffnung verlieren. Sie sollen auf Gott und seine Güte vertrauen und ihre Kampfmoral aufrecht erhalten.
Zweitens: Die Hoffnung auf Gottes Güte und Segen ist das größte Kapital muslimischer Kämpfer. Sowohl der Märtyrertod als auch der Sieg bedeuten Glück für sie.
Drittens: Die Mühen und Beschwerden, die wir bei der Durchführung unserer religiösen Pflichten auf uns nehmen, werden nicht vergessen. Gott weiss alles über uns und belohnt alles.

Die Übersetzung der Verse 105 und 106 der Sure 4 lautet:

إِنَّا أَنزَلْنَا إِلَيْكَ الْكِتَابَ بِالْحَقِّ لِتَحْكُمَ بَيْنَ النَّاسِ بِمَا أَرَاكَ اللَّـهُ ۚ وَلَا تَكُن لِّلْخَائِنِينَ خَصِيمًا 
"Wir haben die Schrift mit der Wahrheit zu dir herabgesandt, damit du zwischen den Menschen entscheidest auf Grund dessen, was Gott dich (durch die Offenbarung) hat sehen lassen. Mach dich nicht zum Anwalt der Verräter! (4: 105)

وَاسْتَغْفِرِ اللَّـهَ ۖ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ غَفُورًا رَّحِيمًا 
Und bitte Gott um Vergebung! Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben." (4: 106)

In einigen Überlieferungen steht wie folgt: Ein Muslim hatte ein Kettenhemd gestohlen. Als er sah, dass der Diebstahl bald aufgedeckt würde, warf er es über die Mauer in das Haus eines Juden. Er sagte seinen Freunden sie sollten dafür zeugen, dass der Jude das Kettenhemd gestohlen habe. Der Prophet des Islam verließ sich auf ihre Zeugenaussage. Er sprach den Muslim frei und veruteilte den Juden. Da wurde ihm der Vers 105 der Sure 4 geoffenbart.
Bei diesem Vorfall schickte Gott dem Propheten seine göttliche Hilfe, und verhinderte dass ein Unschuldiger bestraft wird. Außerdem war diese Offenbarung über die verborgene Wahrheit erneut ein Zeichen dafür, dass Hasrate Mohammad Prophet Gottes ist.

Wir lernen aus dieser Koranstelle:
Erstens: Der Koran ist für Recht und Wahrheit, als Quelle aller Wahrheiten und Rechte der Menschen, der wahren Menschenrechte, geoffenbart worden. Er muss bei jedem Urteil als Grundlage gelten. Ein islamischer Richter muss aufgrund der Gebote des Koran seine Urteile fällen.
Zweitens: Aufgrund einer Verleumdung darf niemand bestraft werden. Jeder unschuldige Mensch, ob Nicht-Muslim oder Muslim, muss verteidigt werden.

Die deutsche Übersetzung der Verse 107 bis 109 der Sure An Nissa lautet:

وَلَا تُجَادِلْ عَنِ الَّذِينَ يَخْتَانُونَ أَنفُسَهُمْ ۚ إِنَّ اللَّـهَ لَا يُحِبُّ مَن كَانَ خَوَّانًا أَثِيمًا 
"Und streite nicht zur Verteidigung derer, die sich selber betrügen! Gott liebt keinen, der ein Betrüger und Sünder ist. (4: 107)

يَسْتَخْفُونَ مِنَ النَّاسِ وَلَا يَسْتَخْفُونَ مِنَ اللَّـهِ وَهُوَ مَعَهُمْ إِذْ يُبَيِّتُونَ مَا لَا يَرْضَىٰ مِنَ الْقَوْلِ ۚ وَكَانَ اللَّـهُ بِمَا يَعْمَلُونَ مُحِيطًا 
Sie verbergen sich vor den Menschen. Aber vor Gott können sie sich nicht verstecken, wo Er doch bei ihnen ist, wenn sie von etwas munkeln, was Ihm nicht gefällt. Gott umfasst (mit seinem Wissen alles), was sie tun. (4: 108)

هَا أَنتُمْ هَـٰؤُلَاءِ جَادَلْتُمْ عَنْهُمْ فِي الْحَيَاةِ الدُّنْيَا فَمَن يُجَادِلُ اللَّـهَ عَنْهُمْ يَوْمَ الْقِيَامَةِ أَم مَّن يَكُونُ عَلَيْهِمْ وَكِيلًا 
Ihr habt da im diesseitigen Leben zu ihrer Verteidigung gestritten. Aber wer wird am Tag der Auferstehung mit Gott zu ihrer Verteidigung streiten, oder wer wird (dann) ihr Sachwalter sein?" (4: 109)

Gott mahnt mit diesen Versen drei Gruppen. Den Richter mahnt er: Verteidige keinen Betrüger und überschreite nicht die Grenzen des Rechtes! Denke nicht, dass niemand weiß was du tust! Gott sieht alles!
Dann sagt Gott zu den Unterstützern eines Betrügers und Übeltäters: Möglicherweise könnt ihr ihm im weltlichen Leben helfen, aber am Jüngsten Tag nicht mehr.
Und im Vers 107 wird dem Betrüger deutlich gemacht: „Ein Betrüger begeht als erstes Verat an sich selber. Er macht sich selbst etwas vor, denn er hat seine gesunde göttliche Seele aus der Hand gegeben und den Gerechtigkeitssinn verloren. Er hat sich so verhalten, dass die anderen ihn auch betrügen und misshandeln werden.

Folgende drei Punkte möchten wir aus dieser Koranstelle entnehmen:
Erstens: In der Kultur des Islam gelten alle Mitglieder der Gesellschaft als Glieder eines Körpers. Wenn einer einem anderen schadet, hat das Folgen, die auch auf ihn zurückkommen. Ein Verrat an den anderen ist daher ein Verrat an sich selber, denn er kehrt zum Verräter zurück.
Zweitens: Der wichtigste Faktor für die Gottesfürchtigkeit ist der Glaube daran, dass Gott alles mit seinem Wissen umfasst, alles was wir sagen, was wir tun und was wir denken.
Drittens: Wenn ein Richter aufgrund des äußeren Anscheins einen Betrüger freispricht, braucht dieser sich nicht zu freuen, denn Gott wird ihn am Jüngsten Tag aufgrund der Wahrheit richten. Dies ist auch ein Trost für den Betrogenen.

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