Sure An Nissa (Frauen) Verse 115- 119

Die Übersetzung des Verses 115 aus der 4. Sure des Koran, der Sure An Nissa, lautet: (4: 115- 119)

وَمَن يُشَاقِقِ الرَّسُولَ مِن بَعْدِ مَا تَبَيَّنَ لَهُ الْهُدَىٰ وَيَتَّبِعْ غَيْرَ سَبِيلِ الْمُؤْمِنِينَ نُوَلِّهِ مَا تَوَلَّىٰ وَنُصْلِهِ جَهَنَّمَ ۖ وَسَاءَتْ مَصِيرًا
"Wenn aber einer gegen den Gesandten Opposition treibt, nachdem ihm die Rechtleitung (durch den Islam) klar geworden ist, und einem anderen Weg folgt als dem der Gläubigen, den werden wir dahin kehren, wohin er sich gewandt hat und setzen ihn der Hölle aus - ein schlimmes Ende!" (4: 115) 

Eine Gefahr, die gläubigen Menschen droht ist, dass sie ihre Religion vernachlässigen, sich wissentlich gegen die göttlichen Führer und deren rechtmäßige Ratschläge stellen. Auch wenn jemand nicht zur Zeit eines Propheten lebt und sich daher nicht persönlich gegen ihn stellen kann, so gilt dieser Vers dennoch, wenn er sich gegen die Muslime stellt und Zwietracht unter ihnen stiftet. Dies entspricht dann einer Anfeindung des Propheten.

Wir lernen aus dieser Koranstelle:
Erstens: Die Bekämpfung der islamischen Gemeinschaft und die Abkehr von der Befolgung der rechtmäßigen religiösen Führer bedeutet: Anfeindung des Propheten.
Zweitens: Gott schickt niemanden in die Hölle, ohne ihm vorher den Weg zur Rettung gezeigt zu haben. Er gibt jedem Gelegenheiten, auf den rechten Weg zu finden.

Es folgt die Übersetzung der Verse 116 und 117 der Sure 4:

إِنَّ اللَّـهَ لَا يَغْفِرُ أَن يُشْرَكَ بِهِ وَيَغْفِرُ مَا دُونَ ذَٰلِكَ لِمَن يَشَاءُ ۚ وَمَن يُشْرِكْ بِاللَّـهِ فَقَدْ ضَلَّ ضَلَالًا بَعِيدًا 
"Gott vergibt nicht, dass man ihm (andere Götter) beigesellt. Was darunter liegt, vergibt er, wem er (es vergeben) will. Und wenn einer (dem einen) Gott (andere Götter) beigesellt, ist er gewiss weit abgeirrt. (4: 116)

إِن يَدْعُونَ مِن دُونِهِ إِلَّا إِنَاثًا وَإِن يَدْعُونَ إِلَّا شَيْطَانًا مَّرِيدًا
Statt zu ihm, beten sie zu nichts als weiblichen Wesen, und sie beten zu nichts als einem rebellischen Satan." (4: 117)

Als sich der Islam in Mekka entwickelte, gab es dort Götzendiener. Sie beteten u.a. zu verschiedenen Götzenbildern, denen sie weibliche Namen gegeben hatten wie Lat, Menaat und Azza. Außerdem glaubten sie, dass die Engel Töchter Gottes sind und über die weltlichen Angelegenheiten bestimmen. Das bedeutete, dass sie auch Engel anbeteten.
In den genannten Koranversen wird dieses Verhalten verworfen und es heißt: Sie folgen in Wahrheit den falschen Anweisungen Satans, die sie nur auf den Irrweg führen.
Es leuchtet ein: Solange ein Ungläubiger oder Götzenanbeter nicht davon ablässt, dem Einen Gott Götzen beizugesellen und sich nicht zum Ein-Gott-Glauben bekennt, kann er keine göttliche Verzeihung erfahren.
Wenn es aber vorkommt, dass ein gläubiger Mensch eine Sünde begeht, so ist dennoch die Möglichkeit für ihn gegeben, dass Gott ihm verzeiht. Dies hängt von seiner Würde und von der Weisheit und dem Wohl Gottes ab.

Wir entnehmen dieser Koranstelle:
Erstens: Die größte Sünde ist es, dem Einen Gott andere Götter zur Seite zu stellen. Durch ein solches Tun versperrt sich der Mensch den Weg zur göttlichen Barmherzigkeit.
Zweitens: Alle Irrpfade münden in einen gemeinsamen Weg, den Weg zu Satan. Menschen, die vor Wahrheit und Recht flüchten, laufen Satan in die Arme.
Drittens: Wenn jemand außer Gott etwas anderes oder jemand anderen anbetet, betet er in Wirklichkeit Satan an.

Die Übersetzung der Verse 118 und 119 der Sure An Nissa lautet:

لَّعَنَهُ اللَّـهُ ۘ وَقَالَ لَأَتَّخِذَنَّ مِنْ عِبَادِكَ نَصِيبًا مَّفْرُوضًا
"Gott hat ihn (Satan, einst) verflucht. Und er (Satan) sagte ,lch will mir von deinen Dienern einen festgesetzten Anteil nehmen, (4: 118) 

وَلَأُضِلَّنَّهُمْ وَلَأُمَنِّيَنَّهُمْ وَلَآمُرَنَّهُمْ فَلَيُبَتِّكُنَّ آذَانَ الْأَنْعَامِ وَلَآمُرَنَّهُمْ فَلَيُغَيِّرُنَّ خَلْقَ اللَّـهِ ۚ وَمَن يَتَّخِذِ الشَّيْطَانَ وَلِيًّا مِّن دُونِ اللَّـهِ فَقَدْ خَسِرَ خُسْرَانًا مُّبِينًا 
und ich will sie irreführen und sie mit (nichtigen) Wünschen beschäftigen und ihnen befehlen, den Tieren die Ohren einzuschlitzen (um sie so für die Götzen zu markieren) und die Schöpfung Gottes zu verändern. Diejenigen, die sich Satan an Gottes Statt zum Freund nehmen, haben einen offensichtlichen Schaden!" (4: 119) 

Die Götzenanbeter beteten nicht nur die Götzen an, sie verstanden diese auch als Vermittler zwischen sich und Gott und den Beauftragten Gottes auf Erden. Sie nutzten einen Teil ihrer Ernte und ihrer Tiere und opferten sie den Götzen. Den Tieren, die als Opfer für die Götzen bestimmt waren, schlitzten sie das Ohr ein. Keiner durfte auf ihnen reiten oder ihr Fleisch verzehren. Gott verurteilt im Koran solches Vorgehen und Denken als Aberglauben und als Pläne Satans und sagt:
Satan hat geschworen, dass er die Diener Gottes in die Irre führen und dafür sorgen wird, dass sie vom rechten Weg abweichen. Er und seine Anhänger bleiben der Barmherzigkeit Gottes fern. Zu den Heimtücken Satans, die er benutzt um die Menschen vom rechten Weg abzubringen gehört, dass er sie mit unerfüllbaren Wünschen beschäftigt, oder solchen die falsche Hoffnungen erwecken. Auch die Einmischung in die göttliche Schöpfung und ihre Gesetze sind Wege, auf die der Satan die Menschen führt, um sie von ihrer reinen unversehrten Urseele zu entfernen.

Wir lernen aus diesen Versen:
Erstens: Satan ist ein alter Feind des Menschen. Seien wir wachsam und gehen wir ihm nicht ins Netz, sonst entfernen wir uns von der Barmherzigkeit Gottes.
Zweitens: Etwas für verboten zu erklären, was Gott erlaubt hat, gehört auch zu den listigen Plänen Satans, genauso wie etwas zu erlauben, dass Gott untersagt hat.
Drittens: Satan versucht auf verschiedensten Wegen die Macht zu ergreifen: Zum einen führt er die Menschen durch eigenwillige oder unerfüllbare Wünsche auf den falschen Weg, und zum anderen durch Eingriffe in die Schöpfung oder die göttlichen Gebote oder auch durch Aberglauben.

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