Sure An Nissa (Frauen) Verse 142- 146

Zu Beginn nun eine Übersetzung des Verses 142 der Sure 4, Sure An Nissa: (4: 142- 146)

إِنَّ الْمُنَافِقِينَ يُخَادِعُونَ اللَّـهَ وَهُوَ خَادِعُهُمْ وَإِذَا قَامُوا إِلَى الصَّلَاةِ قَامُوا كُسَالَىٰ يُرَاءُونَ النَّاسَ وَلَا يَذْكُرُونَ اللَّـهَ إِلَّا قَلِيلًا
„Die Heuchler möchten Gott täuschen, während (in Wirklichkeit) Er sie (als Strafe für ihr Tun) täuscht. Und wenn sie sich zum Gebet aufstellen, tun sie es nachlässig, wobei sie von den Leuten gesehen werden wollen. Sie gedenken Gottes nur wenig." (4: 142)

In den vorherigen Koranversen wurden die typischen Eigenschaften der Heuchler beschrieben. Im Vers 142 der Sure An Nissa, Sure 4, wird nun ein weiteres ihrer Merkmale genannt. Der, dessen Glaube nur oberflächlich ist, dem fällt das Beten schwer. Er betet nicht zur richtigen Zeit, schiebt es vor sich her, will es schnell hinter sich bringen, usw.. Am schlimmsten aber ist, dass die Heuchler nur beten, um von den anderen gesehen zu werden. Der Koran bemerkt dazu: Anscheinend glauben sie, auch Gott auf diese Weise täuschen zu können. Sie meinen Gott würde sie deshalb für Gläubige halten. Aber Gott kennt ja ihre wahren Absichten. Er weiß, dass ihr Gebet vorgetäuscht ist, deshalb geht Er mit ihnen auf gleiche Weise um: Er unterwirft auch sie einer Täuschung. Er gibt nämlich Anweisung, dass sie wie Muslime zu behandeln sind, aber am Jüngsten Tage werden sie zu den Gottesleugnern gezählt. Denn geheuchelte Gottesanbetung bedeutet, dass der Mensch nicht wirklich und aufrichtig an den einen Gott glaubt. Dem Vers 142 der Sure 4 können wir als erstes also eine Mahnung entnehmen: Es ist ein Zeichen für Heuchelei, wenn man nachlässig, ohne innere Andacht oder zur Täuschung anderer betet. Geben wir also gut Acht, dass wir nicht der Heuchelei anheimfallen.
Außerdem können wir diesem Vers entnehmen, dass die Strafe Gottes unserem eigenen Verhalten entspricht. Wer Gott täuschen will, den täuscht Gott selber. Vielleicht können wir andere Menschen täuschen, aber Gott können wir nicht täuschen. Eine Flucht vor der göttlichen Strafe wird es nicht geben.

In Folge hier die Übersetzung des Verses 143 der 4. Koransure:

مُّذَبْذَبِينَ بَيْنَ ذَٰلِكَ لَا إِلَىٰ هَـٰؤُلَاءِ وَلَا إِلَىٰ هَـٰؤُلَاءِ ۚ وَمَن يُضْلِلِ اللَّـهُ فَلَن تَجِدَ لَهُ سَبِيلًا 
„Sie (die Heuchler) schwanken unentschieden zwischen den Parteien weder zu diesen noch zu jenen (gehörend). Wen Gott irreführt, für den findest du keinen Weg." (4: 143)

Die Heuchler lassen sich noch an einer anderen Besonderheit erkennen. Sie sind sich nicht sicher in ihrem Denken! Weder stehen sie auf der Seite der Gläubigen noch haben sie den Mut ihren Unglauben offen zu zeigen und sich zu den Gottesleugnern und Verleumdern zu gesellen. Sie wenden sich mal in diese und mal in jene Richtung, hängen sozusagen ihr Mäntelchen nach dem Wind. Es liegt auf der Hand, dass sie auf diese Weise nur auf Abwege geraten. Gott straft sie auf Erden in dem er sie irre gehen läßt.
Wir können aus diesem Koranvers zwei wichtige Punkte ableiten:
Erstens: Heuchlertum bedeutet Verlust der geistigen Freiheit. Ein Mensch mit heuchlerischem Wesen bewegt sich auf Irrwegen und macht sich abhängig.
Zweitens: Gott zürnt dem Heuchler, er wird keine göttliche Wegweisung erfahren und gerät somit in viele Sackgassen in seinem Leben.

Nun eine Übersetzungsversion des nächsten Verses der Sure 4, es ist Vers 144:

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا تَتَّخِذُوا الْكَافِرِينَ أَوْلِيَاءَ مِن دُونِ الْمُؤْمِنِينَ ۚ أَتُرِيدُونَ أَن تَجْعَلُوا لِلَّـهِ عَلَيْكُمْ سُلْطَانًا مُّبِينًا
„Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Ungläubigen anstatt der Gläubigen zu Freunden! Wollt ihr (denn, indem ihr das tut) Gott offenkundige Vollmacht geben gegen euch (vorzugehen)?" (4: 144)

In den vorhergehenden Versen waren die Eigenschaften der Heuchler (Munafeghin) beschrieben worden. Dieser Vers warnt nun die Gläubigen, dass sie sich nicht wie die Heuchler eng mit den Ungläubigen befreunden und sich von diesen abhängig machen dürfen. Gott sagt: Nur die Gläubigen dürft ihr euch zum Freund und Herrn wählen. Es ist nicht mit dem Glauben vereinbar, die Gottesgläubigen unbeachtet zu lassen und stattdessen mit den Gottesungläubigen Beziehungen aufzunehmen. Gott nimmt keine Entschuldigung für ein derartiges Verhalten an. Er wird euch dafür zur Rechenschaft ziehen.
Wir sehen:
Erstens: Jede Maßnahme welche die Vorherrschaft der Gottesungläubigen über die islamische Gesellschaft zur Folge hat, ist unerlaubt. Kein Vertrag darf geschlossen werden, der zulässt, dass die Gottesungläubigen (Kaafer), über die Gottes-gläubigen bestimmen.
Zweitens: Bei den Muslimen setzt Glaube die Freundschaft mit den aufrichtigen Gottesgläubigen (Mumenin) und die Distanz zu den Gottesungläubigen (Kaafer) voraus.

Nun der Inhalt der Verse 145 und 146 der Sure 4, Sure An Nissa:

إِنَّ الْمُنَافِقِينَ فِي الدَّرْكِ الْأَسْفَلِ مِنَ النَّارِ وَلَن تَجِدَ لَهُمْ نَصِيرًا
„Gewiss! Die Heuchler befinden sich (dereinst) auf dem untersten Grund des Höllenfeuers, und du findest (dann) für sie keinen Helfer," (4: 145)

إِلَّا الَّذِينَ تَابُوا وَأَصْلَحُوا وَاعْتَصَمُوا بِاللَّـهِ وَأَخْلَصُوا دِينَهُمْ لِلَّـهِ فَأُولَـٰئِكَ مَعَ الْمُؤْمِنِينَ ۖ وَسَوْفَ يُؤْتِ اللَّـهُ الْمُؤْمِنِينَ أَجْرًا عَظِيمًا 
„-ausgenommen diejenigen, die umkehren und sich bessern und an Gott festhalten und sich in ihrem Glauben ganz auf ihn einstellen. Die gehören zu der Gruppe der Gläubigen. Und Gott wird den Gläubigen gewaltigen Lohn geben." (4: 146)

Wir sehen an dieser Stelle im Koran wie schlimm Heuchelei (Nifaq) ist. Sie ist die schlimmste Form des Unglaubens (Kufr). Keiner ist so weit entfernt von Gott wie die Heuchler und daher haben sie es verdient, an der tiefsten Stelle im Feuer der Verdammnis zu bleiben. Sie haben Glauben vorgetäuscht, um den Islam zu schädigen. Sie sind in Wahrheit gefährliche Feinde, die als Freunde maskiert agieren.
Und dennoch: Die Tore Gottes öffnen sich auch für sie, wenn sie ihr Verhalten ändern und ihr Denken und Handeln von Heuchelei freimachen. Dann nimmt Gott sie gütig in die Reihen der Gläubigen auf und sie werden von Ihm belohnt.
Nun noch folgende vier wichtige Feststellungen dazu:
Erstens: Am Jüngsten Tag steht kein rettender Weg mehr offen. Wer Rettung sucht, der muss noch im diesseitigen Leben bereuen und sich wirklich ändern.
Zweitens: Der Weg der Reue und Umkehr steht für alle offen. Wer zu Gott umkehrt, darf auf Verzeihung hoffen
Drittens: Reue ist nicht nur ein Lippenbekenntnis. Reue bedeutet: allseitiges Umdenken und sich ändern.
Viertens: Gläubige Menschen sollen Menschen, die reuevoll umgekehrt sind, freundlich in ihrer Mitte aufnehmen und vergessen, was sie in der Vergangenheit getan haben.

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