Sure An Nissa (Frauen) Verse 156- 161

Dieser Koranbeitrag beginnt mit den Versen 156, 157 und 158 der Sure 4, Sure An Nissa, hier die Übersetzung: (4: 156- 161)

وَبِكُفْرِهِمْ وَقَوْلِهِمْ عَلَىٰ مَرْيَمَ بُهْتَانًا عَظِيمًا 
„und weil sie ungläubig waren und gegen Maria eine gewaltige Verleumdung vorbrachten," (4: 156)

وَقَوْلِهِمْ إِنَّا قَتَلْنَا الْمَسِيحَ عِيسَى ابْنَ مَرْيَمَ رَسُولَ اللَّـهِ وَمَا قَتَلُوهُ وَمَا صَلَبُوهُ وَلَـٰكِن شُبِّهَ لَهُمْ ۚ وَإِنَّ الَّذِينَ اخْتَلَفُوا فِيهِ لَفِي شَكٍّ مِّنْهُ ۚ مَا لَهُم بِهِ مِنْ عِلْمٍ إِلَّا اتِّبَاعَ الظَّنِّ ۚ وَمَا قَتَلُوهُ يَقِينًا
„und (weil sie) sagten:,Wir haben Christus Jesus, den Sohn der Maria und Gesandten Gottes, getötet. - Aber sie haben ihn (in Wirklichkeit) nicht getötet und (auch) nicht gekreuzigt. Vielmehr erschien ihnen (ein anderer) ähnlich (so dass sie ihn mit Jesus verwechselten und töteten).
Und diejenigen, die darüber uneins sind, sind wahrlich im Zweifel. Sie haben kein Wissen darüber, gehen vielmehr Vermutungen nach. Und sie haben ihn mit Gewissheit nicht getötet,"
(4: 157) 

بَل رَّفَعَهُ اللَّـهُ إِلَيْهِ ۚ وَكَانَ اللَّـهُ عَزِيزًا حَكِيمًا 
„Nein, Gott hat ihn zu sich (in den Himmel) erhoben. Gott ist mächtig und weise." (4: 158)

Im letzten Teil haben wir Koranverse betrachtet, in denen dargelegt wurde, wieso die Söhne Israels den Zorn Gottes und seine Strafe auf sich zogen.
In diesen Versen heisst es nun in der Fortsetzung:
Die Juden haben die keusche Maria schwer verleumdet, sie haben damit auch indirekt Jesus verleumdet und behauptet, er das sei in Unzucht gezeugt und daher nicht würdig, eine Botschaft Gottes zu überbringen. Diese Verleumdung war ihr Vorwand, nicht an Jesus und seine Botschaft zu glauben. Sie haben nicht nur derartige Lügen aufgestellt, sondern Pläne geschmiedet, um Jesus zu töten. Sie haben geglaubt, sie hätten ihn ans Kreuz geschlagen, und rühmten sich dessen und sagten: wir waren es die Jesus getötet haben. Aber der Koran deckt die Wahrheit auf und lehrt: Sie haben jemanden ans Kreuz geschlagen, der Jesus ähnlich sah. In Wirklichkeit aber hat Gott Jesus in den Himmel emporgehoben und ihn auf diese Weise vor ihrer Verschwörung gerettet.

Wir entnehmen diesen Koranversen folgendes:
Erstens: Manchmal werden die edelsten Menschen auf die schlimmste Weise verleumdet. Maria war die keuscheste aller Frauen unter ihrem Volk. Für jede Frau gibt es keine schlimmere Verleumdung als dass man sie der Unzucht bezichtigt.
Zweitens: Der moralische Verfall der Menschen geht manchmal so weit, dass sie darauf stolz sind einen Propheten Gottes getötet zu haben.
Drittens: Jesus kam auf ungewöhnliche Weise zur Welt, und genauso ungewöhnlich war sein Fortgehen. Gott erhob ihn in den Himmel.

Hier nun der Vers 159 der Sure 4 in der deutschen Übersetzung:

وَإِن مِّنْ أَهْلِ الْكِتَابِ إِلَّا لَيُؤْمِنَنَّ بِهِ قَبْلَ مَوْتِهِ ۖ وَيَوْمَ الْقِيَامَةِ يَكُونُ عَلَيْهِمْ شَهِيدًا 
„Und es gibt keinen von den Leuten der Schrift, der nicht (noch) vor seinem (d.h. Jesu) Tod (am Ende aller Tage) an ihn glauben würde. Und am Tag der Auferstehung wird er über sie Zeuge sein." (4: 159)

Laut islamischer Überlieferung stieg Jesus auf Gottes Geheiß in den Himmel auf und wird in der Endzeit von dort auf die Erde kommen. Er wird sich zum Gebet mit dem verheißenen Imam Mahdi aus dem Hause des Propheten des Islam stellen, wird Frevel und Unterdrückung bekämpfen und sich zur Verbreitung von Gerechtigkeit und Sicherheit erheben. Alle Christen werden an ihn glauben. Dieser Glaube wird echt sein, und sie werden ihn nicht mehr für den Sohn Gottes halten. Und auch die Juden werden bezeugen, dass Jesus der Prophet Gottes ist.

Wir schließen aus Vers 159 der Sure 4:
Erstens: Der Tod ist ein unabänderliches Gesetz für alle Menschen, sogar auch für die Propheten.
Zweitens: Die Propheten zeugen über das Tun der Menschen. Sie tragen ihr Zeugnis vor dem Jüngsten Gericht vor.

Nun die Übersetzung von Vers 160 der Sure 4, Sure An Nissa:

فَبِظُلْمٍ مِّنَ الَّذِينَ هَادُوا حَرَّمْنَا عَلَيْهِمْ طَيِّبَاتٍ أُحِلَّتْ لَهُمْ وَبِصَدِّهِمْ عَن سَبِيلِ اللَّـهِ كَثِيرًا 
„Wegen all dieser Vergehen, die die Juden (gegen sich und andere) begangen haben, haben wir ihnen gute Dinge verboten, die ihnen (an sich) erlaubt waren, und weil sie viele vom Wege Gottes abhielten." (4: 160)

Wie auch in der heutigen Version der Thora geschrieben steht, hat Gott um das jüdische Volk zu strafen, einige Dinge die ihnen anfangs erlaubt waren, verboten. Aber als Jesus kam wurden diese Verbote aufgehoben. Dies zeigt also, dass das Handeln der Menschen sich auf die göttlichen Segensgaben auswirkt. Auch in anderen Koranversen lesen wir das der Grund dafür, dass den Menschen Segensgaben verboten werden, darin liegt, dass z.B. die Bedürftigen in der Gesellschaft nicht beachtet werden. Es heißt auch, dass der Glaube an Gott und das Vollbringen guter Werke die Herabsendung göttlichen Segens auslösen.

Aus Vers 160 der Sure 4 lernen wir:
Erstens: Göttliche Verbote werden manchmal zur Bestrafung verhängt, d.h. also, dass nicht alle Dinge die verboten sind, verboten wurden weil sie dem Menschen schaden.
Zweitens: Das Unrecht das Menschen an anderen begehen ist ein Grund dafür, dass Gott Segensgaben fortnimmt oder nicht mehr schickt.

Der Inhalt des 161. Koranverses der Sure An Nissa lautet nun:

وَأَخْذِهِمُ الرِّبَا وَقَدْ نُهُوا عَنْهُ وَأَكْلِهِمْ أَمْوَالَ النَّاسِ بِالْبَاطِلِ ۚ وَأَعْتَدْنَا لِلْكَافِرِينَ مِنْهُمْ عَذَابًا أَلِيمًا 
„und (weil sie) Zins nahmen, wo es ihnen doch verboten war, und die Leute in betrügerischer Weise um ihr Vermögen brachten. Für die Ungläubigen von ihnen haben wir eine schmerzhafte Strafe bereit." (4: 161)


Der Koranvers 161 knüpft an die vorherigen Verse, die von der Herabsendung der göttlichen Strafe auf die Bani Israel handeln, an und sagt: Obwohl es ihnen verboten worden war, Zins-geschäfte zu machen, haben sie dieses göttliche Gebot verletzt und das was anderen gehört unrechtmäßig für sich genommen. Daher hat Gott ihnen einige gute Dinge auf der Welt verboten. Aber die eigentliche Bestrafung erfolgt in der Ewigkeit.

Folgende zwei Punkte können wir uns anhand dieser Koranstelle merken:
Erstens: Zinsgeschäfte sind in allen göttlichen Religionen verboten. Alle himmlischen Lehren sind darauf bedacht, dass auch im finanziellen Bereich die Rechte der Menschen beachtet werden.
Zweitens: Auch wenn Zinsgeschäfte sehr einträglich scheinen, sind sie aber in Wirklichkeit Grund für himmlische Strafe und Entzug des göttlichen Segens.

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