Laßt uns mehr über den Koran erfahren

Der Weg, der begangen werden muß, um die Echtheit der göttlichen Gesandtschaft islamischen Propheten unter beweis zu stellen, ist jener, dem wir vorab folgten, d.h.: um die von Gott auserw ählten himmlischen Führer bestätigen zu können, bedurfte es dem Zustandekommen bestimmter Voraussetzungen und dem Vorhandensein deutlicher Hinweise, und diese Bedingungen, eben diese Zeichen, müssen auch beim Propheten des Islams nachgewiesen werden.

Himmlische Beauftragung und Gottesgesandtschaft stehen unzertrennlich und im unmittelbaren Zusammenhang mit einem oder mehreren Wundern; Wundern, die den Beweis für den zur übernatürlichen Welt bestehenden Kontakt dessen, der behauptet, Prophet zu sein, liefern. Im Verband miteinander bilden sie das deutlichste Argument. Der Logik entbehrende, verneinende Gegeneinwände werden entwaffnet, weil durch offensichtliche, wahrnehmbare Beispiele die Beziehung des Propheten zu dem jenseit der Natur Existierenden gezeigt werden. Es wird bewiesen, daß er, der Prophet, sich in seinem Anspruch, seiner"Behauptung" auf die Realität stützt.

Alle Propheten verfolgten mit ihrer göttlichen Botschaft dasselbe Ziel. Ja, es gleichen auch ihre Lehren einander, wenn man von jeweiligen Besonderheiten absieht. Und diese Lehren, die die Wahrheit über das Übernatürliche verbreitenwollen, enthalten allesamt in mehr oder weniger ausführlicher Form Anweisungen für die Ethik des Menschen.

In der Tat besteht der einzige Unterschied in dem, was seitens Gott den Propheten abverlangt wurde, darin, wie sie vorzugehen hatten. Die Grundlage war ein und diesselbe, jedoch die Vorgehensweise der Propheten verschieden. Sie bewegte sich, den herrschenden Erfordernissen, speziell aberden zeitlichen Besonderheiten, entsprechend, auf einem bestimmten Niveau. Und dieses Niveau stieg im Laufe der Menschheitsgeschichte immer höher.

Ein Grund für die Abwechslung und Verschiedenheit hinsichtlich der prophetischen Wunder scheint offensichtlich darin zu liegen, daß die Vorgänger Hazrate Mohammads(s.a.s.) in einer Zeit mit ihrer Mission beauftragt wurden, in der sich die Menschen durch Beobachtungen und Sehenswertes zu einer Sache hingezogen füllen, d.h. durch rein äußere Eindrücke, die keines geistigen Inhaltes und Anspruches bedurften.

Dem Denken der breiten Masse wurde vonseiten der heidnischen Priester und Berühmtheiten jeder Ära ketten angelegt. Es wurden Grenzen gesetzt,

Und die Anschauungen der Allgemeinheit blieben auf einen ganz bestimmten Rahmen eingeschrnkt. Dieser Umstand war einer der entscheidendsten Faktoren für die Abkehr des Volkes von Gott und für die Stagnation, für das Einfrieren menschlichen Denkens. War ein Faktor, dessen Zerstörung als eine wichtige destruktive Strategie ins Auge gefaßt werden mute.

So erhielten dann auch die Propheten auf Gottes Wunsch hin den Auftrag, diesen wichtigen und zugleich empfindlichsten Punkt menschlichen Irrglaubens zur Zielscheibe eines ausrottenden Angriffs zu nehmen. In seiner Artähnelte ihr Kampfmittel dem, dessen sich die Wahrsager und Idole des jeweiligen Zeitalters bedient hatten. Jedoch ß die Waffe der Propheten ein konkurrenzloses Privileg. Mit ihrer Fhigkeit, Wunder zu wirken, setzten sie jenen Faktor, jenen Hebel außer Kraft, der das Volk von seinem einzigen Gott trennte. Den Faktor, der zum Mittelpunkt geistiger Ttigkeit geworden war und in den verblffenden,die Gemüter fesselnden Kunststücken und Täuschungen der Magier und Tempelprieste bestand.

Durch die Vollführung ihrer Wunder und Unterbreitung der wahrhaften Grundsätze göttlicher Religion weiteten die Propheten den Menschen die Tore zur Rechtleitung zum geistigen und seelischen Wachstum; zum Fortschritt, Sie stellten die Verbindung her zwischen Gott und dem Menschen, in allen seinen Lebenssituationen, seinem Handeln und Denken, um nur einen Aspekt des Phänomens "Wunder" zu nennen.

Der Gottgesandte des Islams wurde in eine Gesellschaft hineingeboren und zum Überbringer der Himmelsbotschaft bestimmt, in der sich das Denken der Menschen fast ausschließlich um wieder nur eine ganz bestimmte Achse drehte, nämlich um das Schaffen ausdrucksvoller, wohlkligender Wortwerke, das Dichten lieblicher Verse und überhaupt um die literarische Kunst.

Die Tatsache, daßdas Denken nur diese Achse - eine Achse, deren Inhalt überdies nicht einmal zu den grundsätzlich lebenswichtigen Problemen des Menschen gehört- umkreiste, war einer der entscheidenden ursächlichen Faktoren für die Erstarrung und das Innehalten der geistigen Aktivität aufeinem bestimmten Niveau und für die dem Ursprung allen Seins den Rücken kehrende Ignoranz der Menschen.

Angesichts dieser Bedingungen stattete Gott seinen Propheten mit dem Koran aus, einer geistigen "Waffe", die nach außen hin dem literarischen Werken seiner Zeit zu ähneln schien, welche aber über nur ihr zu eigene, wunderbare Vorzüge verfügte, deren Erstellung menschliches Können überstieg.

Die Schönheit der Umschreibungen und die Anziehungskraft, die aus den von Gott gesandten Versen des Korans strahlte, sprach intensiv das Gefühl in den Herzen des arabischen Volkes an. Zog seine tiefe Aufmerksamkeit auf dieses himmlische Pfand, dieses konkurrenzlose Werk.

Wer sich somit in der Technik des Redens und seiner Geheimnisse auskannte, dem wurde bewußt, daß die außergewöhnliche Rede des Korans außerhalb der menschlichen Fähigkeit lag und liegt.

Der sah ein, daß jemand, der seinem Vortrag lauschte und seine Bedeutung verstand, unweigerlich unter den Einfluß seiner mächtigen Anziehungskraft geraten würde.

Die Schönheit und Anmut des Korans war daher vom ersten Augenblick der Offenbarung an die wichtigste ursächliche Kraft, die die Menschen hinzog zu den göttlichen Lehren und den Glauben an diese in ihnen erweckte.

Und hätte der Prophet des Islams sich auf ein anderes Wunder als das des Korans zu stützen versucht, so wäre der Widerhall und die Anerkennung unter dem Volke zudem gering gewesen, ja er hätte dadurch geradezu den Weg für Zweifel geebnet.

Er wollte das arabische Volk jener Zeit ansprechen.

Ein Volk mit einem ganz bestimmten geistigen Gedankenpol.

Dieses Volk konnte die aus dem Koran sprechende übernatürliche Wortgewalt keinen Augenblick in Frage stellen; denn ihm waren die Feinheiten der Kunst des Redens bekannt und es selbst besaß Meister der Literatur, Meister des Wortes und Helden der Rethorik.

Der Koran war und ist ein beständiges Wunder, welches herabgesandt wurde, um zur Entfaltung der wissenschaftlichen Entwicklungsabschnitte der Menschheit beizutragen. Er ist daher außerdem ein wunder des Wissens.

Ausdrucksvoll spricht er über die Wahrheiten und Lehren die übernatürlichen Gegebenheiten der Natur und alles, was auch nur im geringsten Zusammenhang zum Leben des Menschen, seinem Wohl und seinem Schaden steht.

Auch wer gar nicht oder nicht genügend mit der arabischen Wortbedeutung vertraut ist, der wird den Sinn und den Wahrheitsgehalt des Korans als Mysterium empfinden, selbst wenn er sich nicht vollkommen in das literarisch Wundersame dieser heiligen Schrift einzufühlen vermag.

Die zeitliche Begrenztheit,die den von den vorangegangenen Propheten erbrachten Wundern zu eigen ist, symbolisiert den teilweise vorübergehenden Charakter der Lehren dieser Propheten.

Solche nur beschränkt wirkenden Wunder konnten jedoch für die Mission des mit dem Islam beauftragten Propheten, welche die ganze Welt umfaßte und alle bis dahin dagewesenen Botschaften vervollkommente, nicht genügen. Diese Mission bedurfte eines ewigen anhaltenden Mysteriums.

Sie mußte herausragende Wunderzeichen erbringen, Zeichen und Ajats(Ajats = Zeichen, Koranverse), die für ihre Ewigkeit, für ihre Beständigkeit sprachen und sprechen.

Eine für immer währende Botschaft muß der Menschheit ein für immer währendes Wunder, ein ewiges Wunder darbieten, muß mit der Zeit gehen, um den zukünftigen Generationen eine Mahnung zu sein, ebenso wie sie den vorangegangenen eine sein konnte.

Ein zu einem bestimmten Zeitpunkt getätigtes und daher kurzlebiges Wunder bleibt der unmittelbaren Betrachtung späterer Erdbewohner entzogen. Es kann zu diesem Zeitpunk, aber nicht in Zukunft als Beweis und Dokument dienen und einer sicheren Beurteilung unterzogen werden.

Gerade deshalb wird der heilige Koran, und dies von Gottes Seite aus, ein Wunder genannt, das beständig ist und immer währt. Der Koran ist die letzte herabgesandte Offenbarung. In ihm selbst lesen wir in Sure An'am, Aje 115: "Die wahre und gerechte Botschaft deines Schöpfers ist zur Vervollkommung gelangt, und niemand wird fähig sein, diese zu verändern."

Schon am ersten Tage, an dem der Prophet des Islams seine Lehren der Menschheit zu unterbreiten begann - eine Lehre, die weltumfassend und deren Einflußsphäre weder durch geographisch noch rassenbedingte Grenzen und Schranken eingeengt war - schon an diesem ersten Tage öffnete er den Koran für die Weltbürger und legte damit das ewige Dokument zum Nachweis seiner Auserlesung als Prophet vor, auf daß dieses Dokument einen anschaulichen Beweis dafür bietet daß seine, Mohammads Mission und gesellschaftsverändernde Bewegung das letzte Kapitel in der Geschichte der prophetischen Missionen und durch sie herbeigeführten Veränderungen bildet.

Der Koran ist keine vorübergehende ideologische Waffe, die in einem bestimmten Stadium dazu dienen soll, eine niedrigere, geistig-ethische Ordnung in eine höhere überzuleiten. Nein, der Koran ist Träger einer Ideologie, die dem Menschen fortdauernd für die vom Islam geistig und sozial geregelte Ordnung Anleitungen gibt.

Die Aussendung des uns so werten Propheten des Islams wird daher als die letzte aller vergangenen Aussendungen verstanden. Und der Koran mit seinem besonderen und nur ihm zu eigenen Stil gibt immer aufs neue notwendige Hilfen und Ratschläge, sei es nun im Rahmen der Offenbarungsbedingungen einer Aje, sei es innerhalb historischer Schilderungen und der Umschreibung der zur Zeit des Propheten sich ereignenden Geschehnisse oder sei es auch anläßlich der Anführung von Gleichnissen, die die unterschiedlichsten Lebensprobleme lösen und den Menschen zu einem höheren Niveau hinleiten wollen.

Durch Analyse und Betrachtung der geschichtlichen und der gegenwärtigen Begebenheiten, über deren Verlauf der Koran ein Urteil fällt und Stellung nimmt, lassen sich all seine Grundsätze und Prinzipien gewinnen.

Die geistig-seelische Umwandlung, die geschichtliche und soziale Bewegung, die der Islam auslöste, sind ein Mysterium, das man zudem nicht getrennt von derTatsache betrachten kann, daß der Koran nicht auf einmal sondern nach und nach und mit der Zeit herabgesandt wurde.

In den Augen oberflächlich urteilender und uniformierter Leute mag die allmähliche, systematische Offenbarung des Korans als Mangel bewertet werden. Jedoch, zieht man die geschichtlichen Begleitumstände und Zeitpunkte der Offenbarung in Betracht, so gehört ihr sukzessiver Charakter zu den grundlegenden Bedingungen, die zum siegreichen Erfolg der islamischen Botschaft des Propheten führten.

Jede chronische Erkrankung erfordert eine lange Heilprozedur. So bedarf auch der ununterbrochene Kampf gegen Faktoren, die den Menschen ständig daran hindern, zu den eigentlichen Wahrheiten des Daseins und zur Reifung und Vervollkommung zu gelangen, einer grundlegenden gedanklichen Ordnung und einer allumfassenden, gesellschaftlichen Mobilisierung und Organisation. Einer Ordnung, eines Systems, welches seine geistigen Richtlinien auch in die geschichtliche Zukunft hinein fortsetzen, welches die Menschen in Richtung eines festgelegten klaren Zieles hinleiten kann; ein Weg und Ziel, welche sie aus der Fessel der Selbstentfremdung befreien werden.

Lösungswege, deren Anwendungsmöglichkeiten nicht über die Grenzen von in Zeit und Ort beschränkten Geschehnisse hinausführen, können keine ausreichende Hilfe für die Beseitigung zukünftiger Probleme bieten, während jedoch der Islam als einziges, ordnendes System dieses Bedürfnis erwidern kann; denn er läßt kein Phänomen unberücksichtigt.

Die Mosleme sind aus ihren religiösen Standpunkt heraus von dem im Koran verkörperten Wunder überzeugt, und die Forscher aus wissenschaftlicher Sicht: Der Koran ist von erstaunlicher Allseitigkeit. Er ist ein Reichtum, sowohl hinsichtlich der Weltanschauung, dem geistigen und erzieherischen Inhalt, als auch in Bezug auf die geeignete Führung des Einzelnen und die einer Gesellschaft.

Auf den verschiedensten Ebenen bietet er Themen der Untersuchung. Jedoch bedarf es in dieser Hinsicht verstärkter wissenschaftlicher Bemühungen.

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