m Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Die Ehe beruhigt und zähmt die unruhigen Naturen zweier erwachsener Menschen, dies ist wissenschaftlich und anhand von Erfahrungen belegt worden, es besteht also kein Zweifel darin. Weiters baut ein eheliches Leben auf Vertrautheit, Liebe und Verständnis. Erst durch Unterstützung der Liebe erreicht die heilige Institution der Familie die Position, die ihr gebührt, und deswegen werden Güte und Liebenswürdigkeit im Qur’an als wichtigste Philosophien der Ehe erwähnt: „Und unter Seinen Zeichen ist dies, daß Er Gattinnen für euch schuf aus euch selber, auf daß ihr Frieden in ihnen fändet, und Er hat Liebe und Zärtlichkeit zwischen euch gesetzt.“[1]
Die Liebe stabilisiert das Leben und die Familie, und bringt Würde und Edelmut. Sie lässt beide Ehepartner auf geistiger, ethischer und spiritueller Ebene steigern. Sie verziert sie mit ethischen Tugenden und bereitet ihnen spirituellen Genuss. In einer Familie sollte also die Liebe der Ehepartner untereinander nie angezweifelt werden, das wird jedes größere Problem im Keim ersticken und deswegen kann man auch behaupten, die Liebe sei die Hauptbasis des Familienlebens. Ist die Liebe und Freundschaft nicht vorhanden, vor allem am Anfang des Ehelebens junger Menschen, wird es sehr bald zu einem kalten und unmotivierten Leben. Diese Kälte erweist sich weiters oft als sehr folgenschwer, wie man durch das genauere Studium vieler Unverträglichkeiten heutiger Familien feststellen kann: in vielen dieser Fälle ist die Liebe entweder zu schwach, oder nicht vorhanden.
Erich Fromm beschreibt eine Ursache des Untergangs vieler, westlicher Familien wie folgt: „… der Mensch hat sich heutzutage von sich selbst, von seinen Artgenossen und von der Natur entfremdet. Er ist selbst zur Ware geworden und sieht seine Lebensenergie als ein Kapital, woraus er im heutigen Zustand des Marktes den größten Profit herauszuschlagen hat. Das zwischenmenschliche Element ist hierbei auf die Interaktion mechanischer, von sich selbst entfremdeter Menschen reduziert worden.“
Auch die Liebe ist von diesem Zustand und vom sozialen Charakter der heutigen Menschen betroffen. Mechanische Menschen sind zu Liebe nicht imstande, denn alles, worauf sie hoffen können, ist dass sie einen fairen Preis für die einzelnen Einheiten ihres Ichs, welches sie zum Verkauf gestellt haben bekommen.
Leider haben sich manche Psychologen beschränkten sich leider in ihren Definitionen der Liebe lediglich auf die materiellen Aspekte. Sie sind der Überzeugung, dass die Liebe ein rein sexuelles Phänomen ist und dass es der Mensch, will er in der Liebe das größte Glück haben, es auch so zu betrachten hat. Diese Ansicht birgt die größten Gefahren für das Eheleben. Eine Schwäche bzw. Übersättigung des sexuellen Triebes würde die Beziehung nämlich stark beeinträchtigen und sie kalt werden lassen. Ein völlig ungehemmtes, sexuelles Leben bedroht die mentale Gesundheit und auch die Glückseligkeit eines Menschen. Es bedroht die Ordnung der Familie und lässt das warme, aufrichtige Zentrum einer Familie zerspringen. Deswegen besagt der Islam auch, dass die Liebe der wichtigste Pfeiler einer Familie ist, sie motiviert die Ehepartner nämlich dazu, besser zusammenzuarbeiten und sich besser zu vertragen, und hält auch die Sorgen fern. Der Islam lässt auch nicht zu, dass die Liebe auf etwas sexuelles reduziert wird, er glaubt die Liebe in der menschlichen Natur verwurzelt, und nennt die inneren und spirituellen Schönheiten, sowie ethische und moralische Tugenden und andere, menschliche Angelegenheiten als für den Fortbestand dieser göttlichen Liebe notwendige Dinge. Pflegen Eheleute diesen Pfeiler ihrer familiären Stabilität, werden sie sich gegenseitig immer ihre Rechte zugestehen und es sich niemals einen Übergriff erlauben. Sie werden ihr Leben in Ruhe und Frieden miteinander und Aufrichtigkeit und Treuherzigkeit verbringen. Durch ihr Mitgefühl und ihre Zusammenarbeit werden sie den Pfad der Vervollkommnung beschreiten und sich die Glückseligkeit sowohl im Diesseits als auch im Jenseits einhandeln.
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