Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Es besteht kein Zweifel, dass Gott, der Erhabene, Seine Diener liebt. In erster Linie kommt die Liebe von Ihm, und Er verlangt von den Menschen, diese Liebe, die Er ihnen ins Herz gelegt hat, zu bewahren. Im Qur’an steht:
„...Gott wird bald ein anderes Volk bringen, das Er liebt und das Ihn liebt…“[1]
Diese Art der göttlichen Liebe zu Seinen Dienern hat ihren Ursprung im göttlichen Wesen, das Seine Geschöpfe liebt. Mit anderen Worten ist die Liebe eine hohe menschliche Eigenschaft und natürliche Angelegenheit. Diese Eigenschaft, die in allen Menschen vorhanden ist, wurde ihnen von Gott gegeben, Der alle Seine Geschöpfe liebt, weil Er sie erschaffen hat. So gibt es eine existenzielle Verbindung zwischen Gott und der Liebe zum Menschen. Allameh Tabatabaei sagte dazu: „Gott liebt aufgrund der Selbstliebe alle Geschöpfe. Seine Geschöpfe wiederum haben Seine Gaben angenommen und werden von Ihm geliebt, so wie sie von Ihm geliebt werden, nachdem sie Seine Rechtleitung angenommen haben.“[2]
In den göttlichen Versen wurde auch eine andere Art der Liebe erwähnt, die auf das Bekenntnis zu Seinem edlen Propheten (s.a.s.) folgt. Im Qur’an steht:
Sprich: ‚Wenn ihr Gott liebt, folgt mir; so wird Gott euch lieben…’“[3]
Es sollte daran erinnert werden, dass Begriffe wie Liebe und Hass, wenn sie in Verbindung mit Gott gebraucht werden, nicht ihre gewöhnliche Bedeutung haben, denn das würde menschliche Passivität voraussetzen, über die Gott selbstverständlich erhaben ist. Es sollte auch beachtet werden, dass sich die Begriffe im Zusammenhang mit materiellen und abstrakten Dingen in ihrer Qualität, Quantität und Bedeutung unterscheiden und völlig verschieden manifestiert werden können.[4] Imam Khomeini sagte diesbezüglich: „Begriffe und Zustände wie Liebe und Hass und dergleichen, setzen in Verbindung mit dieser Welt der Schöpfung eine Veränderlichkeit und Passivität voraus. Wenn sie aber aus der verborgenen und abstrakten Welt, vor allem aus der Welt der göttlichen Namen und Seiner Einheit, die über alle Mängel und Fehler erhaben ist, austreten und diese Welt als Manifestationen betreten - wie z. B. die Manifestationen des göttlichen Erbarmens bzw. der Barmherzigkeit, die man auch die Manifestationen der Schönheit, Zartheit, Güte und Vertrautheit nennt, erscheinen sie als Liebe und Gnade und setzen einen passiven Empfänger voraus, was am starken Mangel dieser Welt liegt. So erscheint Gottes Hass in dieser Welt als Strenge und Rache, und Seine Liebe als Gnade und Edelmut, und Gott ist der Allwissende.“[5]
Scheich Baha’i sagte: „Die göttliche Liebe zum Menschen zeigt sich darin, dass Gott Seinen Diener ruft und ihn mit Sich vertraut macht. Er gewährt ihm Eintritt in die göttliche Welt und erfüllt seinen Verstand mit Geheimnissen aus der göttlichen Welt; Er konzentriert die Sinne Seines Dieners auf den Empfang des göttlichen Lichts, wodurch der Diener die Stufe der göttlichen Nähe erreicht hat und sich sein Fleisch und Blut mit Liebe mischt, bis er sich selbst vergisst und auch alles andere außer Gott nicht mehr wahrnimmt. Gott wird zu seinen Augen und Ohren.“[6]
Geh und reiß das Haus Deines Herzens nieder,
Bereite einen Platz für den Geliebten vor.
Wenn du es verlässt, tritt Er herein;
Er zeigt Dir Seine Schönheit, wenn Du Dich selbst vergisst.
Wer sich durch Verdienste beliebt machte,
Reinigte sein Haus, indem er alles Andere ablehnte.
Er fand im Wesen des Geliebten seinen Platz,
So dass Gott über ihn sagte: „Er sieht und hört durch mich“[7]
Es wird deutlich, dass die göttliche Liebe zum Menschen auf die Selbstliebe wirkt, was nichts anderes ist als die Wahrnehmung des Guten und der Vollkommenheit. Diese Liebe erscheint Gottes Geschöpfen aufgrund Seines Edelmuts. Wenn Gott also einem Diener etwas aus Seiner endlosen Gnade schenkt, hat Er ihm seine Liebe zuteil werden lassen. Und der Friede und die Gnade Gottes und Seine Segnungen seien mit euch.


Anmerkungen:
[1] Sure al-MÁ’ida, Vers 54.
[2] Al-MizÁn, Bd. 1, S. 411.
[3] Sure Àl-þImrÁn, Vers 31.
[4] I½ya’ þulÚmu-d-dÍn, Bd. 4, S. 302-303.
[5] ArbaþÍn, S. 390.
[6] Ebd., S. 689, 35. Überlieferung.
[7] Mahmud Schabestari, „Golschan-e-raz“
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