Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
In der letzten Ansprache wurden der praktische und der theoretische Weg zur Liebe zu Gott beschrieben. Nun wollen wir sehen, welchen Merkmalle und Kennzeichen diejenigen aufweisen, die behaupten, Gott zu lieben. Selbstverständlich sind diese Merkmale - wie die Liebe selbst - verschieden stark. Hier werden wir uns mit den wichtigsten Anzeichen der Liebe zu Gott aus der Sicht des Qur’an und der Überlieferungen befassen.
Enthaltung von Sünden
Zu den wichtigen Zeichen der Liebe zu Gott gehört, dass der Liebende sich von Sünde und allgemein gesprochen von allem, was Gott als verwerflich sieht, distanziert, weil er sich von Gott entfernt, wenn er sündigt. Die Liebe zu Gott ist mit Sünde und Ungehorsam unvereinbar, wie Imam aÈ-ÆÁdiq (a.s.) feststellte:
„Du gehorchst Gott nicht, obwohl Du behauptest, Ihn zu lieben. Das ist nicht möglich und lässt Dein Verhalten merkwürdig erscheinen. Wäre Deine Liebe aufrichtig, würdest Du gehorchen, denn der Liebende gehorcht seinem Geliebten und ist nicht ungehorsam.“[1]
Gehorsam
Eine aufrichtige und wahre Liebe setzt voraus, dass man auf die Wünsche des Geliebten reagiert und Ihm aus Liebe Gehorsam und Folgsamkeit erweist. Dieser Gehorsam muss sowohl äußerlich als auch innerlich sein. Worte des Gehorsams reichen also nicht aus; ein wahrhaft Liebender ist Seinem Geliebten sowohl im Inneren und Verborgenen, als auch offensichtlich gehorsam. Dem Geliebten zu gehorchen und Ihm zu folgen stärkt natürlich die Liebe; auf diese Weise empfängt der Liebende umso mehr und stärkere Liebe von Gott, je mehr er sich bemüht, sich an die Wünsche und Abmahnungen des Geliebten zu halten. Imam Ali (a.s.) schrieb Harith Hamedani in einem Brief:
„Gehorche Gott in all Deinem Tun, denn Gott zu gehorchen ist besser als alles Andere.“[2]
So gehören Gehorsam, Gottesfurcht und das Meiden der Sünde, der Eitelkeit und der Versuchungen der Triebseele zu den wichtigen Anzeichen der Liebe zu Gott.
Gott hat den Vorzug vor allen und allem anderen
Ein anderes Zeichen der menschlichen Liebe zu Gott besteht darin, dass das Herz des Liebenden mit göttlicher Liebe erfüllt ist. Er liebt nur Gott, sieht nur Gott als wahren Geliebten und zieht Ihn allem anderen vor. Von Imam Ali (a.s.) wurde überliefert:
„Wie kann jemand behaupten, Gott zu lieben, wenn sein Herz mit der Liebe zur irdischen Welt erfüllt ist?“[3]
Er ist die Freude und der Schmerz der Liebenden, Er ist die Belohnung ihrer Verdienste.
Der Anblick von allem außer dem Geliebten, ist keine Liebe, nur wertlose Versuchung.
Wenn die Wahrheit durch etwas außer Ihm vernichtet wird, so schau’, was außer Ihm bleibt.
Nur Gott blieb, der Rest verging, so freu Dich, o Liebe, denn die Schmerzen vergingen.[4]
Die Liebe zu den göttlichen Sachwaltern
Es wurde bereits erwähnt, dass sich die wahre Liebe auf Gott beschränkt, das bedeutet aber nicht, dass die Liebe zu den Propheten und anderen göttlichen Sachwaltern (a.s.) damit nicht vereinbar ist. Die Liebe zu ihnen gehört zum Weg der Wahrhaftigkeit und zählt zu den wichtigsten Mitteln der Liebe zu Gott. Imam BÁqir (a.s.) überlieferte vom Propheten (s.):
„Die Freundschaft eines Gläubigen zum anderen ist ein wichtiger Ast des Glaubens. Jemand, der für Gott liebt, für Gott verachtet, für Gott gibt und für Gott verwehrt, der ist ein Auserwählter von Gott.“[5]
Und der Friede und die Gnade Gottes und Seine Segnungen seien mit euch.


Anmerkungen:
[1] Bi½Áru-l-anwÁr, Bd. 7, S. 15.
[2] Nahºu-l-BalÁ™a, Brief 61, S. 354.
[3] MizÁnu-l-½ikma, Bd. 2, S. 228, ¼adÍÔ Nr. 3163.
[4] MaÔnawÍ, 5. Heft, Verse 586 – 590.
[5] KÁfÍ, Bd. 3, S. 189.
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