Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Die Liebe zu Gott ist in Wahrheit die einzig wahrhafte Manifestation von Liebe, denn sie entspringt wie in der vorherigen Ansprache bereits erwähnt, der Vollkommenheit, Schönheit und Zuwendung des Geliebten. Da Gott einerseits jede Vollkommenheit inhärent ist und Er keinen Aspekt Seiner Vollkommenheit, wie Wissen, Macht oder das Leben selbst, von etwas anderem oder einem anderen erworben hat, und andererseits der Mensch naturgemäß diesen Dingen zuneigt, ist die Liebe zu Gott am stärksten; in diesem Sinne muss die Liebe zu allem anderen in Liebe zu Gott übergehen. Dieses Gefühl ist fortwährend und nimmt proportional zur Kenntnis des Menschen von Gott zu.
Die menschliche Liebe zu Gott wird durch mehrere Dinge realisiert. Zum einen entsteht sie durch die Liebe zum Selbst, denn jeder Mensch liebt sich selbst. Da der Fortbestand der Menschheit in Gottes Händen liegt, liebt er auch Gott, denn ohne göttliche Zuwendung würde der Mensch vernichtet werden. Folglich besteht kein Zweifel, dass die Selbstliebe in Wirklichkeit die Liebe zu Gott ist.
O Herr, Dir gehören mein Herz und meine Seele!
Dir gehört alles in mir, ob sichtbar oder verborgen.
Ich weiß nicht, woher mein Schmerz rührt,
Ich weiß jedoch, dass bei Dir mein Heilmittel ist.
Andererseits neigt jeder Mensch zu liebevollem Verhalten. Wird dieses Verhalten nicht aus Angst, Profitgier oder dergleichen gezeigt, so wird der liebevoll handelnde Mensch umso mehr geliebt. Die göttliche Liebe, die der Menschheit zuteil wird, entspringt keiner anderen Motivation als der Liebe selbst, denn Gott liebt den Menschen ohne auf ihn angewiesen zu sein. Da Gott also der wahre Liebende ist, gebührt es Ihm, vom Menschen wahrhaftig und dauerhaft geliebt zu werden.[1]
Wie kann ein Herz, das sich zu Dir gesellt hat,
Sich jemals an etwas anderes binden?
Wenn Du eines Herzens Leben und Geist bist,
Wie kann dieses Herz Dich vergessen?[2]
Ein weiterer Ursprung der Liebe zu Gott ist Seine absolute Schönheit. Mulla Sadra sagte diesbezüglich: „Wer Gott liebt, der kommt seinem Geliebten jeden Tag etwas näher, und seine Liebe nimmt an Stärke zu. Die Liebe derjenigen aber, die Gott nicht lieben und nicht für Gott lieben, gleicht einem Trugbild, das von einem dürstenden Menschen für Wasser gehalten und angestrebt wird: wenn der Durstige dort ankommt, wird er nichts auffinden.“[3] So ist eine Liebe die sich nicht an der Liebe zu Gott orientiert, nichts anderes als ein Trugbild, das auch der Heilige Qur’an erwähnt:
Sprich: ‚Wenn eure Väter und eure Söhne und eure Brüder und eure Frauen und eure Verwandten und das Vermögen, das ihr euch erworben, und der Handel dessen Niedergang ihr fürchtet, und die Wohnstätten, die ihr liebt, euch teurer sind als Gott und Sein Gesandter und das Streiten für Seine Sache, dann wartet, bis Gott mit Seinem Urteil kommt; und Gott weist dem ungehorsamen Volk nicht den Weg.’“[4]
Im Heiligen Qur’an ist oft von einer starken Zuneigung oder Liebe in Bezug auf Gott, den Erhabenen, die Rede:
„...die aber, die glauben, lieben Gott noch mehr...“
Dies gehört zu den grundlegenden Lehren des Qur’an, dass die Liebe zu Gott das Maß und Kriterium für jede andere Liebe bestimmt. Und der Friede und die Gnade Gottes und Seine Segnungen seien mit euch.


Anmerkungen:
[1] Ihya’ ulumu-d-din, Bd. 4, S. 280.
[2] Baba Taher.
[3] Asfar, Bd. 7, S. 186.
[4] Sure at-Tauba, Vers :24.
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