Die Geschichte des Propheten Muhammad (s.) Teil 1

Wie das Leben des Propheten Muhammad (s.), beginnt auch diese Ausarbeitung auf der arabischen Halbinsel an dem Ort, der heutzutage durch die Stadt Mekka geschmückt ist.

Bevor die Stadt Mekka erbaut wurde, gab es an ihrer Stelle nur ein Wüstengebiet, das aufgrund seines Mangels an natürlichen Ressourcen, wie z.B. Wasser, unbewohnbar war und somit auch kein Interesse bei den damaligen Großmächten, wie den Römern oder den Persern erweckte.

Dieser Zustand der Unbewohnbarkeit änderte sich in der Zeit des Propheten Ibrahim (a.). Dieser Wurde von Allah (t.) beauftragt seinen Sohn Ismael (a.) und seine Frau Hagar an einem bestimmten Ort im heutigen Mekka unterzubringen. Der aus dem Gebiet Palästinas stammende Prophet Ibrahim (a.) leistete diesem Befehl folge. Nun lebten Hagar und ihr Sohn Ismael (a.) in der Wüste, in der sie dem verdursten nahe waren. Die Milch in der Brust Hagar´s war bereits vertrocknet, woraufhin sie panisch wurde in der Angst, dass sie der Tod ereilen würde. In dieser Panik erblickte sie eine Quelle in Richtung des Berges Safar, zu der sie hin rannte. Jedoch tat sie dies vergebens, da es sich bei der besagten Quelle nur um eine Fata Morgana handelte. Von dort aus erspähte sie erneut eine Quelle, die in Richtung des Berges Marwa lag. Sie rannte zu dieser Quelle, um festzustellen, dass sie sich erneut hat täuschen lassen. Als sie die Hoffnung aufgeben wollte, begann ihr Sohn Ismael (a.) zu weinen und zu strampeln, wobei er mit seinen Fersen den Boden zwischen den beiden Bergen berührte. Auf diese Berührung folgend, trat Wasser aus der Erde vor. Die dabei entstandene Quelle nennt sich Zamzam. Diese Quelle ist bis heute nicht versiegt und mit ihrer Hilfe wurde es möglich in der Wüste anzusiedeln, wodurch Hagar und Ismael (a.) in Nachbarschafft einiger Stämme lebten.

Als Überblick werden an dieser Stelle kurz die größten Stämme erwähnt.

Einer der größten und einflussreichsten Stämme waren die Arab al Baida die später ausgerottet wurden. Man geht davon aus, dass die von Gott (t.) verfluchten Völkern der Thamud und der Aad, sie ausrotteten, wofür es bisher jedoch keine eindeutigen Belege gibt.
Der Stamm der Qahtan war der Ursprung der Araber und lebte im Gebiet des heutigen Yemen bzw. im Süden der arabischen Halbinsel. Die Menschen dieses Stammes wurden als die originalen Araber bezeichnet. Daraus entwickelten sich die arabischen Stämme, wie z.B die al Aus und die al Khazraj, die sehr wichtig waren und beide in Medina in der Zeit vor dem Islam lebten. Die „Al Adnanyoun“ waren ebenfalls ein Stamm von hoher Wichtigkeit, da er die Nachkommenschaft von Ismael (a.) war.
Ismael (a.) selber heiratete eine Frau aus dem Stamm der Juhum hieß. Dieser war einer der Stämme die in Nachbarschaft mit Ismael (a.) und Hagar siedelten. Mit ihr bekam er (a.) viele Kinder, welche der Beginn für den Stamm der Adnan waren. Später folgten dann aus den Nachkommen des Stamm Adnan der Stamm der Quraish, aus dem wiederum der Stamm der Hashim folgte, welches der Stamm war, dem der Prophet Muhammad (s.) entsprang.

Fazit:

  1. 1.Hagar und Ismael (a.) lebten in einer Wüste, in der eine Quelle genau an der Stelle entstand, an der Ismael (a.) als Säugling mit seinen Füßen den Boden berührte.
  2. 2.Der Prophet Muhammad (s.) stammt aus einer Kette von Stämmen, die auf den Stamm der Qahtan zurückzuführen ist.



Die Geschichte des Propheten Muhammad (s.) Teil 2

Im ersten Teil zum Thema „Die Geschichte des Propheten Muhammad (s.)“ wurden bereits einige Gegebenheiten erläutert die wichtig sind, um das Leben des Propheten (s.) und die damit verbunden Umstände in einem vollständigen Zusammenhang einzuordnen.

Dadurch sind die Zusammenhänge bezüglich des Klimas, der geographischen Einordnung der Stämme und der Abstammung des heiligen Propheten Muhammad (s.) geklärt.
Im Folgenden wird der Hintergrund der Kulturen, Sitten und Gebräuche der Menschen, unter denen der Prophet (s.) lebte näher beleuchtet, wobei in diesem Zusammenhang auch die Umstände Seiner Kindheit genauer erklärt werden. Aus all diesen Zusammenhängen lässt sich, dann auch rekonstruieren, mit welcher Aufgabe Allah (t.) den Propheten Muhammad (s.) beauftragte.
Bei der Beantwortung dieser Frage hilft uns der der Koran, indem es in der Sure 28 (Qasas) in dem Vers 46 heißt:

(auf Arabisch:)

Qassas V46

(auf Deutsch:)

Du warst nicht auf der Seite des Berges Tûr zugegen, als Wir Moses riefen, sondern dir sind die Nachrichten als Barmherzigkeit von deinem Herrn offenbart worden, damit du Menschen warnst, zu denen vor dir kein Warner gekommen ist. Sie mögen nachdenken und sich ermahnen lassen.

Hier wird ersichtlich, dass es für die Stämme, die zur Zeit des Propheten (s.) existierten, vor ihm (s.) keinen Warner gab. Niemanden, der ihnen die Regeln Gottes nahelegte. Das heißt, dass die Menschen zu jener Zeit unaufgeklärt waren, was auch der Grund ist, weshalb man die Zeit auch als die Zeit der Jahallyah bezeichnet. Der Stamm der Qahtan bzw. der Stamm der Adnan gehörten zu den Stämmen aus der Zeit der Jahallyah, nicht aber die Arab al Baida. Ergänzend dazu heißt es im Koran in der Sureh 32 (As- Sajdah) Vers 3:

(auf Arabisch:)

Sajda V3

(auf Deutsch:)

Sie sagen: "Er hat es erdichtet." Nein! Es ist die Wahrheit von deinem Herrn, dir offenbart, damit du ein Volk warnst, zu dem vor dir kein Warner gekommen ist. Sie mögen zur Rechtleitung finden.

Die Quraish waren ein Stamm, der sich selber Unrecht tat, da er überwiegend ohne Gebrauch seines Verstandes und somit in absoluter Unwissenheit lebte. Der Koran spricht das Verhalten der Quraish in der Sure 3 (Ali Imran) im Vers 103 gezielt an, in dem es heißt:

(auf Arabisch:)

Sure 3 V 103

(auf Deutsch:)

Haltet euch allesamt an Gottes Band fest, zersplittert euch nicht, und gedenkt der Gnade, die Gott euch erwiesen hat! Er vereinte eure Herzen, so dass ihr zu Brüdern wurdet, nachdem ihr einst Feinde wart; ihr standet damals am Rand einer Feuergrube, in die ihr zu stürzen drohtet, und Er rettete euch davor. Gott verdeutlicht euch Seine Zeichen, damit ihr zum rechten Weg findet.

Daraus lässt sich schließen, dass die Araber verfeindet waren. Die Feindschaft fand ihren Ausdruck in verschiedenen Kriegen. Welches auf die Moralvorstellungen der damaligen arabischen Stämme zurückzufuhren war. Zu jener Zeit, vor dem Islam, definierte sich ein Mann über das Blut, dass er vergoss. Es war üblich, dass bei der Geburt von Mädchen Löcher ausgehoben wurden und diese darin lebendig begraben wurden. Das lag daran, dass sich die Meisten unter ihnen nicht an die Lehre des Propheten Ibrahims (a.) hielten. In dieser dramatischen Entwicklung wird die Notwendigkeit einer Rechtleitung offensichtlich.
In den Glaubensüberzeugungen waren die Menschen soweit von der Lehre des Propheten Ibrahims (a.) entfernt, dass sie überwiegend Polytheisten waren, die nur in zwei Bereichen einen monotheistischen Gedanken verfolgten. So schrieben sie lediglich das Schöpfen und die Attribute Gottes einem einzigen Gott zu. In der Anbetung selber allerdings gesellten sie Allah (t.) schlimme Dinge bei. So schufen sie sich Vorbilder bzw. ihre Götter in Form von Statuen, die sie aus Stein und Holz zusammenzimmerten. Über diese selbstgeschaffenen Figuren hinaus, gesellten sie Ihm (t.) auch Jinn bei. Der Koran macht dies in der Sureh 6 (Al Anam) im Vers 100 klar, wo es heißt:

(auf Arabisch:)

S6 V100

(auf Deutsch:)

Die Ungläubigen gesellen Gott Jinn bei, die von Gott erschaffen sind. Ohne jegliches Wissen behaupten sie, Gott hätte Söhne und Töchter. Gepriesen sei Er! Erhaben ist Er über alles, was sie dahinreden.

Dieses Beigesellen wird aber auch an anderen Stellen, wie in der Sure 53 (al Najm) in den Versen 19-20 belegt, in denen einige der damaligen Götzen namentlich erwähnt werden. Hier heißt es.

(auf Arabisch:)

S53 V19

(auf Deutsch:)

"Ihr aber denkt über Lat und Uzza nach! (19) Auch über Manat, die dritte! (20)

Darüber hinaus war der Glaube der Menschen zu dieser Zeit sehr Mythenorientiert. Die Leute erfanden Regeln, die auf keiner Grundlage fußten. So war es z.B. verboten Tiere bzw. deren Erzeugnisse wie Milch zu verzehren, wenn diese bereits viermal gebärt hatten. Für Tiere die bereits zwölf Mal gebärt hatten, existierten wiederum andere Gesetze. Dies wird im Koran in der Sure 5 (Al Maida) im Vers 103 belegt, indem es heißt.

(auf Arabisch:)

S5 V103

(auf Deutsch:)

Gott hat keine Bahira (Kamelstute, deren Ohr, wenn der fünfte Wurf männlich ist, geschlitzt wird und die nicht arbeiten oder geschlachtet werden durfte), keine Saiba (Kamelstute, die auf Gelübde hin wie die Bahîra behandelt wurde), keine Wasila (Mutterschaf, das verschiedene Zwillinge warf; das männliche Tier davon wurde nicht den Götzen geopfert) und keinen Hami (Kamel, von dem zehn Würfe stammen und deswegen nicht arbeiten und geritten werden durfte) bestimmt, sondern die Ungläubigen sind es, die Gott ihre Lügen zugeschrieben haben. Die meisten von ihnen bedienen sich ihres Verstandes nicht.

Daran wird jedoch ersichtlich, dass der Mensch, unabhängig davon wie unwissend er ist, immer nach einer Führung bzw. Regeln sucht.

Fazit:

1. Zusammenfassend gab es zu jener Zeit drei Missstände in den Glaubensüberzeugungen,
   die in
der Mehrheit der Gesellschaft der arabischen Stämme herrschte.
2. Es wurde Allah (t.) etwas beigesellt.
3. Die Menschen glaubten nicht an ein jenseitiges Leben bzw. die damit verbundene
   Auferstehung.
4. Die Menschen schufen sich grundlagenlose Regeln, so dass sie im Glauben Mythen folgten.



Die Geschichte des Propheten Muhammad (s.) Teil 3

Es wurde bereits erwähnt, dass Mädchen lebendig begraben wurden, da sie für die damalige Gesellschaft eine Schande darstellten. Dass sie trotz dessen nicht ausstarben hatte einen bestimmten Grund, der darin bestand, dass manche Mädchen nach der Geburt versteckt großgezogen wurden. Ein anderer Grund war, das moralische Handeln des Großvaters des bekannten Poeten Al-Farazdaq der Sasa hieß.

Schon in der Zeit vor dem Islam versuchte er diesen Mädchenmorden entgegen zu wirken, in dem er 280 Mädchen von ihren Eltern frei kaufte, bevor diese sie lebendig begraben konnten. Wie bereits erwähnt erreichten die Lehren des Propheten Ibrahims (a.) und dessen Sohn Ismael (a.) nur wenige, der Großteil der Menschen lebte vom Glücksspiel und Zinsen. Sie tranken das Blut von Tieren und aßen Tiere die sie Tod vorfanden. All diese Dinge und noch Weitere werden durch den Koran verboten. Der damals verbreitete Glaube an die Götzen unterschied sich auch zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Während die einfachen Menschen an Götzen aus Stein und Holz glaubten, beteten die gebildeteren zu den Planeten und Sternen. Sie unterteilten sich in Sippen, die entweder die Sonne, den Mond oder die Sterne anbeteten. So war es durch alle Schichten hinweg üblich, dass jede Familie einen eigenen Götzen anbetete, die teilweise eigene Häuser gebaut bekamen und mit deren Schutz die Familien sich beauftragt sahen, so dass sie diese Aufgabe weiter vererbten. Über den persönlichen Götzen hinaus, teilten sich die Menschen 360 weitere Götzen, einen für jeden Tag im Jahr, nach der dort vorgeherrschten Zeitrechnung. So glaubten die Menschen daran, dass was an einem bestimmten Tag geschieht von einer bestimmten Götze abhing. Man geht davon aus, dass der Götzendienst erst nach dem Propheten Ibrahim (a.) eintraf und es ein Trend war, der aus Sham auf die arabische Halbinsel kam. Nach dem man zunächst nur daran glaubte, dass diese Götzen Fürsprache bei Gott (t.) einlegen könnten, wuchs mit diesem Trend der Glaube daran, dass diese absolute Macht haben und sie wirkliche Götter seien. Bis es so weit war, dass die Menschen Steine anbeteten und diese um Rat baten. Jedoch unabhängig vom Glauben jedes Einzelnen, war die Kaaba ein heiliger Ort für jeden. Die Familien stellten ihre Götzen in der Kaaba auf und Christen brachten Bilder von Jesus (a.) und Maria (a.) an.
Unter den Polytheisten, herrschte der Glaube daran, dass die drei Hauptgötzen Lât, 'Uzza und Manât Töchter Gottes (t.) waren, die nur der Stamm der Quraish anbeten durfte, denen jedoch der Gott Hubbal, ein Stein der in der Kaaba lag, als Oberhaupt über all die Götzen übergeordnet war. Mit der Zeit nahm der Glaube an Götter aus Planeten, Sternen, Holz, Steinen, Erde und sogar Datteln so extreme Ausmaße an, dass man jedes Jahr einen Mann aus einem Stamm auswählte und diesen als Opfergabe schächtete. Die Menschen glaubte daran, dass wenn ein Mensch stirbt, sein Geist den Körper verlässt und zu einem Eulen ähnlichen Vogel wird, der den Körper des Toten begleitet und bis an das Ende der Zeit an seinem Grab steht und um ihn weint. Wenn jedoch jemand eines unnatürlichen Todes stirbt, er also ermordet wurde, diese Eule immer wieder ruft „Gib mir etwas zu trinken“, womit das Blut des Mörders gemeint ist. Um den Schreien der Eule ein Ende zu setzen, musste man die Blutrache an den Mörder ausüben. Hier sieht man den Unterschied zwischen der damaligen Kultur der Araber, denen das Blutvergießen eine wichtige Tugend war, die ihre Töchter bei lebendigen Leib begruben, die die Blutrache praktizierten und die dem, Polytheismus nachgingen und dem friedliebenden Charakter des Islams, der alle diese Taten auf das Schärfste kritisiert.

 

Fazit:

1. Der Polytheismus war die vorherrschende Überzeugung der Menschen.
2. Abweichungen in den Glaubensüberzeugen verzerrten die Wahrnehmung, so dass der
   Nährboden für radikales Gedankengut geschaffen war.


 

 

 

Zugriffe: 1367