Die Wahl des Lebenspartners

 

Die Ehe ist eines der am meist empfohlenen Handlungen im Islam. Der heilige Prophet (ص) sagte: „Die Menschen die heiraten, sichern die Hälfte ihrer Religion.“ Lasst uns einige Faktoren bezüglich der Ehe betrachten.

Kriterien zur Wahl des Ehepartners


In der heutigen modernen Zeit, neigt man bei der Partnerwahl eher dazu, sich hauptsächlich auf materielle Merkmale zu konzentrieren wie Vermögen, Aussehen, sozialer Rang etc.. Der heilige Quran jedoch schreibt dem Muslim vor, sich gute und reine Partner zu suchen: „Gute Frauen sind für gute Männer und gute Männer sind für gute Frauen.“ (24:26)

Prophet Mohammad (ص) empfiehlt den Muslimen sich Partner zu wählen, welche am besten für die eigene Religion und Moral sind. Der Prophet (ص) sagte: „Wähle keine Ehegattin nach Vermögen oder Schönheit aus. Vermögen wird in ihr Aufruhr verursachen, ihre Schönheit wird in ihr Bestechlichkeit verursachen. Ziehe ihren Glauben und ihre religiösen Eigenschaften für die Ehe in Betracht.“

Die Freiheit seinen Ehepartner zu wählen


Der Islam hat die Freiheit zur Wahl für diejenigen gegeben, die heiraten möchten. Die beiderseitige Wahl und Einwilligung der Braut und des Bräutigam ist die wichtigste Voraussetzung. Der Islam erlaubt es nicht, irgendjemanden zur Heirat zu zwingen!

Der Prozess der Partnerwahl sollte ein Ablauf der gesunden Balance zwischen der Wahlfreiheit des Wunschpartners und der Berücksichtigung des Einflusses und Einwilligung der Eltern. Die Wahlfreiheit derer, die wünschen zu heiraten, sollte nicht die Beteiligung und Einwilligung der Eltern/Vormund ausschließen, weder sollten die Eltern/Vormund die Einwilligung und Wünsche der Kinder ignorieren. Nach der Pubertät hat ein Mann der ‚baligh’ (religiös Erwachsen) und ‚sane’ (geistig Erwachsen) ist, volle Entscheidungsfreiheit über seine Heiratsabsichten, aber es ist zu empfehlen, dass man sich dafür einsetzen sollte, dass die Eltern des Mannes auch mit seiner Entscheidung zufrieden sind. Jedoch in Übereinstimmung mit der Mehrheit der Mujtahids (Gelehrten), braucht ein Mädchen/Frau, das baligh und sane ist, die Erlaubnis ihres Vaters oder Großvaters. Falls jedoch der Vater oder der Großvater die Heiratsanfrage eines passenden Mannes ohne gültigen Grund ablehnt, dann kann das religiöse Gericht diese Entscheidung aufheben.

Die Ehe ist eine Einigkeit zwischen Mann und Frau und deren Familien, es ist wichtig für die Eltern zu verstehen, was ihre Kinder möchten und ihnen zu erlauben, den passenden Partner ihrer Wahl zu heiraten.

Der 6. Imam, Jafar as-Sadiq (ع) erwähnte: „Heirate nicht den, den du liebst, liebe den, den du heiratest.“ Dies ist ein Beispiel für die Tatsache, dass wahre Liebe nach der Heirat wächst und demnach muss das keine Voraussetzung sein, sich für eine Heirat im Islam, zu verlieben. Jedoch ist es für die beiden verwickelten Personen erlaubt, mit der Absicht zur Wahl des angemessenen Partners und innerhalb der islamischen Grenzen, sich zu sehen und/oder zu reden.

Imam Ali (ع) sagte: „Die beste Vermittlung ist das Vermitteln zwischen zwei Personen zur gesetzlichen Ehe, so dass sie nach dem Gesetz Gottes heiraten.“ [Al-Tahib, vol. 7, p. 415 & Al-Kafi, vol. 5, p. 331]

Wie können Eltern helfen:


Wenn man als Elternteil eine effektive Rolle bei der Hilfe zur Suche des richtigen Partners des Kindes einnehmen möchte, dann müssen verschiedene Aspekte beachtet werden:

1. Die Rolle der Eltern verstehen

Mutter und Vater sollen ihre Kinder bei ihrem Vorhaben unterstützen. Sie müssen versuchen die Wünsche und Erwartungen des Kindes an den Ehepartner zu verstehen. Die Eltern sollten beachten, dass es nicht ihre Heirat ist, sondern die ihres Kindes und dass man keine persönlichen Anforderungen zur Partnerwahl mit einbringt. Die Eltern haben eine riesige Verantwortung in dem Prozess der Heirat.

Sie sollten:

- A mögliche Partner vorschlagen

- B gründlich und wahrheitsgemäß die Heiratsanfragen prüfen und auf Empfehlungen eingehen

- C als dritte Partei zwischen den beiden Kandidaten agieren

- D mit dem Kind reden was es sich für die Zukunft vorstellt

Wahrscheinlich lebt man im selben Haushalt wie seine Kinder und denkt möglicherweise, man kennt sie in- und auswendig, aber oft gibt es Unterschiede zwischen den Gedanken der Eltern und der Kinder. Es gibt auch oft eine große Lücke zwischen Generationen, also sollte man seinen Kindern die eigenen Vorstellungen und Ideen eines passenden Partners nicht aufdrängen.

Offenheit und klare Kommunikation könnten eine Seite des Kindes enthüllen, die für Eltern hart zu akzeptieren ist. Jedoch muss man sich daran erinnern, dass Heiratsnebeneffekte von beiden mit in die Beziehung gebracht werden. Sie müssen die Person auf jeden Fall  mögen, die sie heiraten werden.

2. Regeln zum Treffen der beiden Heiratskandidaten

Die Grenzen für ein Treffen mit dem möglichen Partner zu setzen, ist die Verantwortung der Eltern. Eltern sollen ihren Kindern die Erlaubnis geben, mit dem anderen zu reden und sich zu sehen in Anwesenheit anderer Leute. Es ist immer sicherer diese Treffen zuhause zu haben, wo beide, die Kinder und Eltern in angenehmer Umgebung sind. Die Heiratskandidaten könnten auch mit elterlicher Erlaubnis eine Zeitehe eingehen. Dadurch könnten sie sich auch nur zu Zweit treffen und über alles reden.

3. Gründliches forschen/erkundigen

Eines der Gründe für die vielen Scheidungen ist der Mangel an uneingeschränkter und dazugehöriger Erforschung des Ehepartners vor der Hochzeit. Die Eltern haben die große Verantwortung, soviel wie möglich über die Person in Erfahrung zu bringen, da ihr Kind wahrscheinlich den Rest ihres Lebens mit der Person verbringen wird. Erkundigen heißt nicht einfach zwei, drei Familienfreunde oder Gemeindemitglieder zu fragen. Tiefere Erforschung ist unbedingt notwendig. Die Zeitehe ermöglicht es dem Paar sich näher kennen zu lernen, ohne dass eine dritte Person dabei sein muss.

 

4. Aufrichtig sein

Eltern müssen sich aufrichtig mit den Details über das persönliche Leben und über Berichte der Vergangenheit evtl. Partner informieren. Ungenauigkeit kann der Ehe, der Braut, dem Bräutigam und deren Familien nur schaden. Man muss ehrlich mit seinem Kind sein, seine Leistungen, Stärken und Schwächen akzeptieren. Es sollte der Braut und dem Bräutigam auch erlaubt sein, ehrlich und aufrichtig miteinander zu kommunizieren, d.h. sein Kind nicht zu falschen Aussagen hinreißen oder zum Lügen animieren. Was später in der Ehe auch wieder zu Schwierigkeiten führen kann.

5. Sich Zeit lassen

Es ist wichtig, seinen Sohn oder seine Tochter nicht in die Ehe zu drängeln. Falls das Kind jemanden in Aussicht hat, soll man sich Zeit lassen, um die Eigenschaften dieser Person zu prüfen. Lerne die Familie kennen und lass sie dich kennen lernen. Idealerweise sollten alle Empfehlungen geprüft werden und Erkundigungen über die möglichen Heiratskandidaten gemacht werden, bevor man zu anderen Aktionen übergeht. Das gilt sowohl für Jungen als auch für Mädchen.

6. Niemals aufdringlich sein

Druck auf die Kinder sollte vermieden werden. Dies ist oft ein Punkt warum es zwischen den Ehepartnern später zum Streit kommen kann und auch kein Druck ausüben, falls der „richtige Partner“ schon gefunden wurde. Oft ist ein Heiratsangebot nicht immer das, wonach der Mann oder die Frau Ausschau hält und dass sogar der Druck der Familie die Person widerwillig zum Akzeptieren der Heirat bringt, ist auch nicht selten.

Eine andere Form von Druck geht von denen aus, die ein Heiratsangebot abgeben. Es ist nicht selten oder ungewöhnlich, Mädchen oder Eltern zu sehen, die von der anderen Familie sozusagen bedrängt werden. Das kann sogar eine Stufe von Belästigung erreichen und endet nur in schlechten Beziehungen zwischen beiden Familien.

Erzwungene Ehen sind im Islam nicht erlaubt! Zudem stellen sie eine Gefahr für die Kinder da, genauso für die Kinder, die aus dieser „Ehe“ hervorgehen. Möchtest du deinen Enkel oder deine Enkelin der Erfahrung des Schmerzes einer schlechten oder geschiedenen Ehe aussetzen, die vermieden hätte werden können, wenn beide Parteien (sowohl die Familien und die Kinder) mehr zum Ablauf und der Wahl des Partners zusagen gehabt hätten?

Abschließend kann man sagen, dass die Eltern eine Hauptrolle in der Wahl des richtigen Partners für den Sohn oder die Tochter einnehmen, aber es ist empfohlen, sich auch selber auf die Suche eines Partners zu machen. Die muslimische Gemeinde hat die Verantwortung denen zu helfen, die einen Ehepartner suchen (gerade auch bei Geschwistern ohne muslimische Eltern), um ihre Religion zu vervollständigen.

All die, die Single sind und Schwierigkeiten haben den richtigen Partner zu finden oder zu wählen sollten sich beraten und Allah um Hilfe bitten. Mache Dua (Bittgebet) zu Allah für einen frommen Mann oder einer frommen Frau. Lass Allah den Plan entfalten. Mit deinem Dua, wird Allah dir jede Person gestatten, die du dir wünschst!

Imam Baqir (ع) mahnte: „Wer sich eine Gattin nimmt, hat sie zu ehren!”

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