Gedanken einer Frau

 

Ich bin das Symbol der Schönheit. Durch das Drehen und Wenden meines Körpers, werde ich zu einer Quelle der Lust für die Männer. Sie lecken ihre Lippen ab und ihre Augen starren auf meine Brüste, Schenkel und meinen Hintern. So als hätte ein Wolf seine Beute gesehen. Es spielt keine Rolle, ob ich draußen auf der Straße bin oder im Fernsehen. Ihr habt mich oft in indischen und englischen Filmen gesehen. Ich trug kurze Kleidung oder man sah mich nur in Unterwäsche. Manchmal hatte ich auch gar nichts an. Man zeigt mich auch in den Talksshows und verkündet: „Dreizehn Jahre alt und bereits schwanger, „Zwölf Jahre alt und bereits schwanger“.

Nun sitze ich und frage mich, wie das alles geschehen konnte. Es scheint mir so, als hätte man schrittweise gegen mein Geschlecht geplant. Ja, es war alles geplant. Zuerst erklärten mir die Männer, dass ich nur ein Sklave im Haus sei und endlich was anderes machen sollte. Es begann alles nach dem zweiten Weltkrieg. Die reichen westlichen Industriestaaten brauchten Arbeiter für ihre Fabriken und Frauen für die Prostitution, um die animalische Lust der Männer zu stillen. Sie erzählten mir, ich soll „moderat“ sein und eine „liberale“ Frau verkörpern. Ich soll eine Balance schaffen zwischen meinem Glauben und meinem aktuellen Leben. Sie zeigten mir die Luftspiegelungen über Gleichheit. Männer und Frauen seien vollkommen gleich. Dann überredeten sie mich Männerkleidung zu tragen wie Hosen, Jeans und Hemden.

Als nächstes erklärte man mir, dass ich keine “Kinderproduktionsmaschine” sei. Ich solle das Haus verlassen und mein Leben in vollen Zügen genießen. Sie gaben mir das Gefühl, nur ein einziges Leben zu haben. Nach diesem Leben wäre alles aus. Sie erzeugten in mir ein Gefühl der Liebe für diese Welt und ein Gefühl des Hasses vor dem Tod. Sie wandten mein Gesicht ab von der Realität. Sie machten mir falsche Hoffnungen: „Du sollst eine Karriere-Frau werden.“ Wenn ich zu Hause bleibe, würde ich viel verlieren. Ich wäre ein vollkommen unabhängiger Mensch. Ich sollte „frei“ sein nach 18 Jahren und tun und lassen können was ich will. Die Älteren hätten mir nichts zu sagen. Sie zerstörten den Sinn für die Familie in mir.

Traurige Geschichte oder? Sie ist noch nicht zu Ende:

Heute versuchen sie durch jedes Medium mit mir zu werben. Bin ich ein Spielzeug oder ein Symbol? Eine Puppe? Bin ich billig oder gar eine Prostituierte? Heute hat sich die Definition für eine Prostituierte geändert. Sie nutzen immer noch meinen Körper, um damit Geld zu machen. Sie benutzen mich für ihre Produkte. Durch mich verkauft man die Seife und das Shampoo. Ich weiß, dass sie mich missbraucht haben, aber den größten Fehler habe ich selber begangen. Wieso ließ ich sie das alles mit mir machen? Ich war so sehr beschäftigt mit dieser Welt. Man gab mir das Gefühl, dass Religion etwas Altmodisches sei. Etwas für konservative Menschen. Nun fühle ich mich billig und benutzt. Hunde haben an mir geleckt und sich am Fleisch erfreut. Ich habe nichts mehr anzubieten. Kein Respekt, keine Sittsamkeit, keine Würde, keine Familie und keine Zukunft. Nichts mehr was neu und erfrischend wäre. Meine eigenen Kinder werden mich wohl bald in ein Altersheim abschieben. Ich bin diesen schwarzen Weg soweit gegangen, dass ich keinen Wendepunkt mehr sehe.

Wundert ihr euch immer noch wer ich bin? Ich bin eine Frau!

Ich bin das Symbol für Respekt und „verborgener“ Schönheit. In mir existiert ein körperliches, spirituelles und psychologisches Vergnügen für meinen Mann. Du kannst mich niemals vollkommen sehen, da ich durch meine Verhüllung geschützt bin, wie eine wertvolle Perle in einer Muschel. Ich besitze einen starken Charakter, bin engagiert in meinen Handlungen, ehrgeizig in meiner Natur und verborgen in meiner Erscheinung. Ich besitze Selbstbewusstsein, Würde und Sittsamkeit.

Dieser Weg war aber nicht einfach für mich. Vor einigen Jahrhunderten hat man mich noch lebendig begraben. Dann kam der größte Mann in der Menschheit und errettete mich. Er gab mir zu verstehen, dass ich etwas Wichtiges sei. Zum ersten Mal in meinem Leben sagte mir jemand, dass ich etwas Wertvolles und Einzigartiges sei. Er sagte mir auch, dass meine Schönheit, meine Kurven und meine Wollust nur für meinen Mann bestimmt sind. Kein anderer Mann hätte das Recht über mich ein Urteil zu fällen. Er veränderte die ganze Welt, meine mit eingeschlossen. Er war niemand anderes als der Prophet Muhammad (ص).

Seitdem ist mein Weg klarer. Ich habe einige „Taschenlampen“, die mein Weg erleuchten und mich rechtleiten. Es sind die Fußspuren von Fatima az-Zahra (ع) (der Tochter des Propheten) und die ihrer Tochter Zainab. Sie lehrten mich, dass ich die Königin im Haus sei. Wenn es jedoch nötig ist, werde ich auch nach draußen gehen und meine Rechte verteidigen. Wenn es nötig ist, werde ich auch arbeiten gehen und für den Lebensunterhalt meiner Familie sorgen. Meine Eltern und mein Mann können nicht sagen, was gegen die Lehren Allahs verstößt. Ich fühle mich aufbewahrt und geschützt. Glaubt mir, es ist so schön, wenn Männer ihre Blicke aus Respekt senken.

Für mich ist diese Welt sehr wichtig, aber es ist nicht alles. Oh ja, ich genieße mein Leben in vollen Zügen in meinem himmlischen Haus. Glaubt mir, es gibt nichts Schöneres als an einem Tisch gemeinsam mit seiner Familie zu sitzen und sich zu unterhalten. Wenn mein Mann von der Arbeit kommt, findet er mich nicht müde auf dem Sofa. Er sieht mich in meiner Schönheit vor ihm stehen. Schick und schön angezogen, um ihn zu begrüßen. Ich gebe ihm das Gefühl, dass jeder Zentimeter meines Körpers ihm gehört. Für ihn ist es jeden Tag etwas Neues und ihm vergeht nie die Lust an mir. Ich fühle dasselbe für ihn.

Ich verschwende nicht mehr meine Zeit. Ich unterrichte täglich meine Kinder über die Religion. Diese Erziehung wird ihnen sowohl in dieser als auch in der anderen Welt helfen. Meine Kinder werden mich nicht verlassen, wenn ich ihre Hilfe benötige. Ich sehe meine Kinder nicht ausgehen mit ihrem Freund oder ihrer Freundin. Ich fühle mich gut, wenn meine Kinder meinen Rat in jeder Angelegenheit schätzen und meine Vorschriften beachten.

Ich bin zufrieden, dass ich das freiste und unabhängigste Leben führen darf. Ich entschied mich für das Hijab und halte mich fern vor den Augen böser Menschen. Ich entschied mich bewusst gegen die Karriere. Die Früchte dieser Entscheidung sind meine gebildeten, charakterstarken und gehorsamen Kinder. Ich fühle mich frei, wenn ich sehe, dass mich niemand missbrauchen kann.

Wollt ihr wissen, wer ich bin?

Ich bin eine muslimische Frau!

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