Das Gebet

  

1- Wudu

Ein jeder, der beten möchte, hat vor dem Gebet die Gebetswaschung

vorzunehmen

Und zwar so:

1.1. Ich nehme mir vor,jetzt - zur Zufriedenheit Gottes - "Wudu" (Gebetswaschung) zu machen.

 

1.2.Ich wasche mir das Gesicht von der Stirn (Haaransatz) hinunter bis einschließlich Kinn.

 

1.3. Ich wasche mir den rechten Unterarm und beginne beim Ellenbogen bis hinunter zu den Fingerspitzen. (Umgekehrte Richtung nicht erlaubt )

 

1.4. Dann wasche ich mir den linken Unterarm, wobei ich ebenfalls beim Ellenbogen beginne bis hinunter zu den Fingerspitzen

 

1.5. Mit der feuchten rechten Hand fahre ich nun über den Kopfscheitel und wische mit den feuchten Fingerspitzen nach vorne, in Richtung Haaransatz, Stirn.

 

1.6. Dann fahre ich mit den noch feuchten Fingerspitzen meiner rechten Hand über den Rücken meines rechten Fußes. Dabei beginne ich bei der grossen Zehe und fahre hinauf zum inneren Fussgelenkknöchel.

 

 

1.7. Mit den noch feuchten Fingerspitzen meiner linken Hand fahre ich über den Rücken meines linken Fußes, wobei ich bei der großen Zehe beginne und bis hinauf zum inneren Fussgelenkknöchel meines linken Fußes fahre.

 

 

 

 

2- Gebet

Salat - das vortrefflichste Reisegepäck hin zur anderen Welt

Das Gebet - Salat, Namaz - gehört zu den besten Wegen, Gott zu verehren

Es bringt uns Gott näher und ist vortrefflichstes Reisegepäck in die Welt der Ewigkeit. Wenn wir in der rechten Weise beten (und nach dem, was wir im Gebet sagen, handeln), werden wir in der Welt des Jenseits zu den Glücklichen zählen.

Unser Prophet Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.) sprach: "Das Gebet ist wie eine Quelle reinen, klaren Wassers, in der sich der Betende fünfmal am Tage reinigt!"

Beim Gebet sprechen wir mit dem gütigen Gott und richten unsere Aufmerksamkeit nur auf Ihn. Jemanden, der nicht betet, hat Gott nicht gern. Er zählt auch nicht zu den Freunden des Propheten. Unser Prophet sagte: "Ich bin bekümmert über jenen, der nicht betet, wie Gott es ihm geboten hat!"

Gott liebt jene, die zu Ihm beten und belohnt sie reichlich und wunderbar. Ganz besonders gern hat Gott jene, die seit ihrer Kindheit zu Ihm beten.

Ein jeder Muslim hat täglich fünfmal das Gebet zu sprechen:

1- Morgengebet ( 2 ) Rak'a (Gebetsabschnitte)

2- Mittagsgebet ( 4 )Rak'a

3- Nachmittagsgebet ( 4 ) Rak'a

4- Abendgebet ( 3 ) Rak'a

5- Nachtgebet ( 4 ) Rak'a

Wir beten so:

1. Wir stellen uns in Gebetsrichtung (Qibla) hin,-in der Absicht - Niyya - nun das Gebet zu sprechen. Das heißt: Wir nehmen uns vor, ein bestimmtes Gebet zu beten.
Zum Beispiel: Wir nehmen uns vor (Niyya), nun die vier Rak'a des Mittagsgebetes sprechen zu wollen.

2. Nachdem wir diese Absicht gefasst haben, sagen wir (Umschrift):

Allahu akbar

(Übersetzung: Gott ist groß, erhaben) Dabei heben wir unsere Hände in Höhe unserer Ohren empor.

3. Danach -nach diesem "Takbir" - lassen wir unsere Arme wieder hängen und beten:

Sura Al-Hamd in der Umschrift

Bismil-lahir-rahmanir-rahim.
alhamdu lillahi rabbil-a'lamin.
ar-rahmanir-rahim.
maliki yawmid-din.
iyyaka na'budu wa iyyaka nasta'in
ihdinas-Siratal-mustaqim.
Siratal-ladhina an 'amta alayhim
gayril-magdubi alayhim walad-dalin.

 

Im Namen Gottes, des sich Erbarmenden, des Barmherzigen!          بسم الله الرحمن الرحيم

Preis sei Gott, dem Herrn der Welten,                                                    الحَمْدُ لله ربّ ِ العَالمَيْن

dem sich Erbarmenden, dem Barmherzigen,                                                       الرَّحمن الرَّحيم

dem Herrscher am Tage des Gerichts.                                                                 مالِكِ يَوْمِ الدّين

Dir allein Dienen wir, und Dich allein bitten wir um Hilfe!                         إيّاك نَعْبُدُ وإيّاك نَسْتَعين

Führe uns den geraden Weg,                                                                إهْدِنا الصّراطَ المُسْتَقِيم

den Weg derer, denen Du gnädig bist, nicht derer, denen du zürnst und nicht der irrenden!

                                                 صِراطَ الذَّينَ أنْعَمْتَ عَلَيْهِم غَيرِ المغْضُوب عَلَيهم ولا الضّاليْن

Nachdem wir diese Worte gesprochen haben - es sind die Worte der Sure eins, der Sura Al-Hamd (al-Fatiha) aus dem Koran - sprechen wir noch eine andere Sura aus dem Koran. Häufig wird die Sura Al-Ikhlas (Al-Tawhid, die 112. Sure) gesprochen:

Sura Al-Ikhlas in der Umschrift:

Bismillahir-rahmanir-rahim.
Qul Huwallahu ahad.
allahus Samad.
lam yalid walam youlad.
walam yakun lahu kufuwan ahad

Im Namen Gottes, des sich Erbarmenden, des Barmherzigen!                    بسم الله الرحمن الرحيم

 

Sprich: Er ist Allah (Gott), der Einzige,                                                                           قُلْ هُوَ الله أحَدٌ

Allah, der Unabhängige und von allen Angeflehte.                                                                  اللهُ الصَّمَد

Er zeugt nicht und ward nicht gezeugt,                                                                              لَمْ يَلِدْ وَلَمْ يُولَدْ

und keiner ist Ihm gleich!                                                                                        وَلَمْ يَكُنْ لَّهُ كُفُواً أحَدْ

4. Danach gehen wir zur "Roku'" über. Das heisst, wir beugen uns soweit, dass unsere Hände die Knie erreichen. Dabei sprechen wir: (Umschrift)

Subhana rabbi-yal-a' zim wa bihamdi                                                   

Preis und Dank sei Gott, dem Allerhabenen!                                     سُبْحَانَ رَبّيَ العَظِيم وَبِحَمْدِه

Danach richten wir uns wieder auf, stehen ruhig da und sprechen: (Umschrift)

Sami'a-llahu liman hamidah

Allah (Gott) erhört den, der ihn lobpreist!                                                           

5. Danach knien wir nieder zur "Sagda". Dass heisst: Wir knien uns nieder und legen dabei unsere Stirn auf die Erde (oder auf Stein oder Holz, Stroh). Und berühren dabei mit unseren beiden Handflächen und den Spitzen unserer beidne großen Zehen den Boden. In dieser Haltung knien wir zur "Sagda", wobei wir sprechen: (Umschrift)

Subhana rabbia-l-a'la wa bi hamdih

                            

 

Preis und Dank sei meinem Herrn, dem Allerhabenen!            سُبْحَانَ رَبّيَ الأعْلى وَبِحَمْدِه

 

Danach  heben wir den Kopf hoch, knien jedoch noch weiter auf dem Boden. und wieder senken wir den Kopf zur Erde, zur zweiten Sagda, wobei wir das gleiche sprechen wie bei der ersten Sagda. Und wieder heben wir den Kopf aus der Sadgda hoch. Sitzen ruhig und erheben uns dann zur zweiten Rek'a. Beim Aufstehen sprechen wir: (Umschrift)

Bi hawli-llahi wa quwwatihi aqumu wa aq'od

Mit Gottes Hilfe stehe ich auf und knie nieder (zum Gebet)!

6. Und sprechen, wie bei der ersten Rak'a, die Sura Hamd und die Sura Tawhid (oder eine andere Sura). Mit dem Unterschied, dass wir, nachdem wir die Sura Hamd und die Sura Tawhid (oder eine andere Sura) gesprochen haben, zur "Qonut" übergehen. Das heisst wir heben unsere Hände in Höhe unseres Gesichtes hoch, zum Do'a, zum Bittgebet!

Zum Beispiel mit diesen Worten (Umschrift):


 

Rabbana atin-a fiddunya hasanah
wa fil akherati hassanah.
Wa qina adhab an nar.

رَبّنا آتِنا في الدُّنيا حَسنَةً وفي الآخِرَةِ حَسنَةٍ وقِنا عَذابَ النّار

 

Gott gib mir Wohles in dieser Welt und in jener,
und bewahre mich vor der Pein des Feuers.

 

Danach folgen wieder Roku' und Sagda, - wie bei der ersten Rek'a

 

7. Nachdem wir, nach der zweiten Sagda der zweiten Rak'a den Kopf hochgehoben haben und ruhig auf unseeren Knien dasitzen, sprechen wir die "Tasahud", das heisst, wir bezeugen (Umschrift):

 

 

Ashadu an la ilaha illa -llah wahdaho la
Sharika lah, Wa ashado anna Muhammadan
'abduhu wa rasoluh, Alla-humma salli
'ala Muhammadin wa ali Muhammad

 

 

 


أشهدُ أن لا إله إلاّ اللهُ وحدَهُ لا شريكَ لَهُ

Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt ausser Allah!

 

Und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist!

وأشهَدُ أنَّ محمّداً عبدُهُ ورسولُه، اللهم صلّي على محمد وآل محمد

 

O Allah, segne Muhammad und seine Familie!                                                         

8. Nach dem Tasahud stehen wir wieder auf und beginnen mit der dritten Rak'a (außer beim Morgengebet).Und nun sprechen wir, anstelle der Suren "Hamd" und "Tawhid" (oder einer anderen) (Umschrift):

Subhana-llah wal hamdu lillah wa
la ilaha illallahu wa llahu akbar.


سُبحانَ الله والحَمدُ لله ولا إلهَ إلاّ الله واللهُ أكْبر

Preis und Dank sei Gott! Es gibt keinen Gott ausser Allah!
Und Allah ist Allerhaben!

 

Nachdem wir diese Worte gesprochen haben, folgen wieder Roku' und Sagda. Danach erheben wir uns zur vierten Rak'a. Die vierte Rak'a ist wie die dritte.

9. Nach der vierten Rak'a (oder beim Morgengebet nach der zweiten Rak'a) sitzen wir, nach der zweiten Sagda, ruhig auf unseren Knien, sprechen das Tasahud und danach "Salam". Dabei sagen wir (Umschrift):

As - salamu alaika ayyoha annabi wa rahmatullahi wa barakatuh,

as - salamu a'laina wa a'la i'badillahis-salehin,

as- salamu alaikum wa rahmatu - llahi wa barakatuh.

Friede sei  mit Dir, o Prophet und der Segen und die Gnade Gottes!
السّلامُ عليكَ أيُّها النّبي ورحمةُ اللهِ وبركاتُه

Friede sei mit uns allen rechtschaffenen Dienern Gottes!          السّلامُ عَلينا وعلى عِباد الله الصّالحِين

Friede sei mit Euch und die Gnade und der Segen Gottes!
                  السّلامُ عليكُم ورحمةُ اللهِ وبركاتُه

und damit ist unser Mittagsgebet beendet.

 

Gebetszeiten

 

Das Morgengebet kann vom ersten Morgengrauen bis zum Sonnenaufgang gebetet werden. Das Mittagsgebet und Nachmittagsgebet vom Mittag bis zum Sonnenuntergang. Das Gebet "Magreb" nach Sonnenuntergang und das Nachtgebet sond vom Abendbeginn bis kurz vor Mitternacht (ungefähr 23:15) möglich. Allerdings, besonders gut ist es, wenn wir die Gebete sobald wie möglich nach dem "Adhan" dem Gebetsruf, sprechen.

Über das Gemeinschafts- und das Freitagsgebet

 

MakahMoukaramh

Das Beten ist der wundervollste Ausdruck für Glauben. Es ist Zeichen für die Entfaltung der menschlichen Seele und des menschlichen Geistes. Jemand, der nicht glaubt und nicht zu Gott betet, kann nicht zu wirklich reifer Menschlichkeit finden.

Beim Gebet stehen wir in Richtung "Qibla", des Hauses Gottes, der Ka'ba in Mekka. In Richtung jenes Hauses, das Symbol ist für Tawhid (Ein- Gottbekenntnis, Glauben an den Einzigen Gott) und rufen unseren allmächtigen und gütigen Schöpfer und Erhalter an.

Unser Prophet empfahl, zum Gebet in die Moschee zu gehen und es dort zu verrichten,- gemeinsam mit den anderen Betenden. Denn Wert und göttliche Zufriedenheit des Gemeinschaftsgebetes entsprechen - im Verhältnis zu dem allein gesprochenen Gebet - dem Verhältnis von Meer und Tropfen.

Ein Gebet, das ganz besonders das Wohlgefallen Gottes findet, ist jenes, dass in der Moschee, in der Gemeinschaft mit den anderen Betenden gesprochen wird.

Von allen Gemeinschaftsgebeten ist das Freitagsgebet von besonderem Wert. Der Imam des Salat Goma'a (Freitagsgebetes) hält eine Waffe in der Hand, um den Muslimen zu sagen, dass sie - um immer frei und sicher beten zu können, ohne dass die Feinde sie daran hindern - bereit sein müssen zu Jihad (Mühen und Anstrengungen auf dem Wege Gottes). Er hält die Waffe in der Hand, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass Gebet und Jihad nicht voneinander zu trennen sind. Und das die Muslime immer auf der Hut sein müssen vor ihren Gegnern.

Der Imam des Freitagsgebets wird vom Imam und Führer der Muslime für dieses Amt bestimmt. Bei dem Freitagsgebet steht er also vor der Gemeinde - Angesicht in Angesicht mit ihr - und spricht zu ihr.

Er spricht über soziale und politische Belange und Angelegenheiten, über die allgemeine Situation des Landes und der grossen islamischen Gemeinde (Ummah). Er gibt sinnvolle Hinweise, Erklärungen und Ratschläge. Und er ruft auf zu Ehrfurcht vor Gott (Taqwa), zu Menschlichkeit, Tugend, Nächstenliebe, zu Zusammenarbeit, gegenseitiger Hilfe und Lernen. Und diese Ansprache nennt man "Khotba".

Beim Freitagsget selbst stehen die Betenden in geschlossenen, geordneten Reihen,- üben sich dadurch in Ordnung, erinnern sich dadurch an ihre Gleichheit und Gemeinsamkeit und zeigen damit ihre Geschlossenheit und einheitliche Front gegenüber dem Gegner. Wenn der Imam-al- Gom'a (Freitagsgebetsimam) mit seiner Khotba beginnt, haben alle Anwesenden ruhig zu sitzen und aufmerksam zuzuhören.

 

 

 

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