Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Im Zusammenhang mit dem Thema Glückseligkeit sollte unbedingt erwähnt werden, dass sie der Wahl unterliegt und mittels Bemühen erlangt werden kann. Aristoteles sagte: „Glückseligkeit ist ein Produkt der Tugend und nicht des Zufalls und der Willkür.“[1] Verstand und Offenbarung führen zu Glückseligkeit. Der Mensch unterscheidet sich vom Tier darin, dass das Erreichen jeder Stufe der Vervollkommnung seiner eigenen Wahl überlassen ist. In Übereinstimmung mit seinen existenziellen Kapazitäten und Talenten erlangt er das von ihm Erwünschte willentlich und allmählich. Der Qur’an sagt:
Wer glauben will, möge glauben, und wer ablehnen will, möge ablehnen.“[2]
Ebenfalls ausschlaggebend für die Glückseligkeit ist die Tatsache, dass der Qur’an und die Überlieferungen die Wege zur Glückseligkeit zeigen, aber auch auf die Hindernisse hinweisen. In dieser Ansprache möchten wir uns mit diesen Hinweisen befassen.
Der Glaube gehört zu den wichtigen Faktoren der Glückseligkeit und Erlösung. Imam Ali (a.s.) sagte:
„Mit seinem Glauben erklimmt der Mensch den Gipfel der Gottseligkeit.“[3]
Ein weiteres Mittel zur Glückseligkeit sind gute Taten, denn wahrhaftig gläubige Menschen verpflichten sich zu Taten, die ihrem Glauben entsprechen. So erinnert der Heilige Qur’an immer dann, wenn er vom Glauben spricht, auch an die damit verbundenen frommen Taten wie Gebet, Fasten und Gutes tun. Zweifelsohne spielen die Bewahrung des Glaubens und die Beständigkeit in guten Taten eine erhebliche Rolle für den Fortbestand der Glückseligkeit. Der Mensch erfüllt die Voraussetzungen für seine Erlösung und erreicht die Position eines Gottesdieners, indem er gehorsam ist, Gottesdienste verrichtet und sich Gott anvertraut, wobei zu beachten ist, dass all diese Voraussetzungen auch Wege zur Glückseligkeit darstellen. Askese, Selbstbeobachtung und -einschätzung und die Läuterung und Erziehung des Geistes gehören ebenfalls zu den Dingen, für die man sich bemühen und mit denen man sich ernsthaft auseinandersetzen sollte. Der gläubige Mensch sollte überdies die Gefahren beachten, die ihm auf dem Pfad der Rechtschaffenheit auflauern, denn der Teufel hat geschworen, die Menschheit vom rechtschaffenen Pfad abzubringen und wird vor nichts zurückscheuen, um sein Ziel zu erreichen und die Menschheit zur Vielgötterei, Blasphemie und Heuchelei zu verleiten. Es gibt Gegensätze zu all dem, was zur Glückseligkeit führt, und genau diese Dinge sind es, die sich der Glückseligkeit in den Weg stellen. Dinge wie Ignoranz, Ungehorsam, seelische Abhängigkeit von der irdischen Welt, Unachtsamkeit sich selbst gegenüber, Blasphemie und Unglaube, aber auch ein schwacher Glaube gleichen Banditen, die dem Menschen auf seinem Pfad auflauern und ihm Unheil zufügen.
Kurzum bietet die religiöse Sicht eine umfassendere Definition der Glückseligkeit, und befasst sich im Gegensatz zur areligiösen Sicht mit all seinen menschlichen Aspekten. Gott weiß von allen Bedürfnissen und Wünschen der Menschheit, weil Er der Schöpfer aller Dinge ist. Er hat ihr die Vollkommenheit der Dinge offenbart, damit sie mithilfe der religiösen Lehren die irdische und jenseitige Glückseligkeit erreicht. Darum kann die religiöse Theorie der Glückseligkeit als die allgemeingültigste aller Theorien bezeichnet werden.
Das religiöse Bild der Glückseligkeit zeichnet einen Menschen, der durch seine Andacht an Gott innere Ruhe findet. Die Mäßigung der menschlichen Kräfte und Triebe, die Erkenntnis der Wahrheiten der Existenz und fortwährendes Vergnügen kann nur durch Befolgung der religiösen Lehren erlangt werden. Die religiösen Lehren bieten einen Platz für Dinge wie Freundschaft, Mühe, Verdienst und Vertrauenswürdigkeit und erlösen die Menschen von den Übertreibungen und Nachlässigkeiten, die die von Menschen begründeten Denkschulen in Fülle aufweisen. Ohne die religiösen Lehren kann kein korrektes und profundes Verständnis von der Glückseligkeit erzielt werden, was es umso unwahrscheinlicher macht, dass Menschen außerhalb dieser religiösen Rahmenstruktur ihre Glückseligkeit und ihren wahren Platz finden. Und der Friede und die Gnade Gottes und Seine Segnungen seien mit euch.

Anmerkungen:
[1] Nikomachäische Ethik, 99-1b.
[2] Sure al-Kahf, Vers 29.
[3][3] Mizanu-l-Hikma, Kapitel Gottseligkeit.
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